Handball, Damen, Thüringer HC: Was so schön ist an Erfurt und Bad Langensalza

Erfolgstrainer Herbert Müller. Foto: Heyder
 
Die Niederländerin Danick Snelder. Foto: Heyder
 
Svenja Huber. Foto: Heyder
Bad Langensalza: Salza-Halle | Der THC liegt in der Champions Leaugue auf Kurs, in der Liga auf Platz eins: Meisterschaften, Pokalsiege, Champions League. Dieser kleine Verein, bei dem Spielerinnen und Personal zwischen der Landeshauptstadt und Bad Langensalza pendeln, kämpft jährlich einen Kampf an mehreren Fronten. Aber mit viel Herz. Mit Trainer Herbert Müller zog der Erfolg ein und führte zu einer erstaunlichen Dominanz auf nationaler Ebene. Dabei sind die Bedingungen rund um den THC nicht unbedingt rosig. In jedem Jahr ist es ein neuer Kampf darum, Sponsoren zu halten und neue zu gewinnen. AA-Redakteur Axel Heyder sprach mit Trainer Herbert Müller (52) sowie mit der Niederländerin Danick Snelder (24) und Nationalspielerin Svenja Huber (29), zwei Leistungsträgerinnen die gerade ihren Vertrag um eine weitere Saison verlängert haben.

Herr Müller, ist es in Thüringen nicht ein wenig wie auf dem Dorf, wenn man in sich in der Handballwelt umschaut?
Herbert Müller: „Ich denke, das ist auch eine Stärke. Man muss aus den Bedingungen, die man vorfindet, das Beste herausholen. Und wir haben dieses Familiäre in den Vordergrund gestellt. Finanziell können wir mit vielen Vereinen gar nicht mithalten. Doch wir versuchen immer, mehr als 100 Prozent zu geben. Wir haben diesen Leistungswillen, diesen Siegeswillen. Und wenn Du es gleich im ersten Jahr schaffst, so ein Double auf die Beine zu stellen, dann glauben auch alle daran und folgen dieser Idee.“

Sie trainieren in Erfurt, spielen in Bad Langensalza und die Champions-League-Spiele sind in Nordhausen. Das ist doch ein ziemliches gegurke?
Das ist vielleicht unsere Geheimnis. Aus kleinen Schwächen eine enorme Stärke zu ziehen. Ich habe mal aus Spaß gesagt, wenn der Manager des HC Leipzig wüsste, unter welchen Bedingungen wir hier die ersten Titel geholt haben, er würde sich wohl erhängen und erschießen gleichzeitig. Wir spielen mal dort und mal da, aber wir haben ein besonderes Herz. Und dieses besondere Herz schaffte es dann auch, dass wir schnelle Beine kriegen.

Noch ein paar Leute mehr und in der Halle ist kaum noch Platz zum Handballspielen, oder?
Unsere Fans spielen eine Riesen-Rolle, es sind die besten der Liga. Da führt einfach kein Weg daran vorbei. Und dass sie so nah am Spielfeldrand sitzen, ist durchaus ein Vorteil. Als Spieler will man dann noch mehr geben. Man wird von einer Welle getragen und traut sich gar nicht, nachzulassen. Aber inzwischen könnte sie durchaus ein wenig größer sein.

… weil noch mehr Handballfans kommen würden?
Ja genau, oft schon Wochen im Voraus ist die Halle ausverkauft, aber wir wollen niemanden von unseren Fans nach Hause schicken, sondern ihnen zeigen, was wir am besten können: Nämlich Sport mit Herz und Leidenschaft.

Danick Snelder (24), Sie sind schon lange dabei, haben nun erneut verlängert. Welche Gründe führen neben den sportlichen dazu?
Danick Snelder: Ich fühle mich auch außerhalb der Mannschaft richtig wohl. Ich denke mit den Mädels an sich, das passt hier gut. Auch wenn ich mal im Urlaub oder mit der Nationalmannschaft unterwegs bin, ich habe immer wieder Lust zurückzukommen nach Erfurt. Ich glaube, es gibt viele Sachen, die außer Handball noch wichtig sind, um diese Leistung zu bringen.

Wie sehen Sie das, mit der Fan-Kulisse in der Halle?
Jeder, der mal bei uns gespielt hat, weiß, wie schön die Atmosphäre ist. Wenn das ganze Publikum aufsteht und wie sie uns feiern. Sie unterstützen uns und sind immer da. Zu Hause und ganz oft auch auswärts. Da bekommt man nochmal extra Energie. Wir haben eine kleine, schöne Halle. Das macht es eng und heimisch. Das ist für den Gegner immer schwierig.

… und das hilft beim Erfolg?
Beim Erfolg, aber vielleicht noch mehr in den schwierigen Momenten, dann, wenn wir die Unterstützung nötig brauchen.


Wenn man mit Freunden das Feld betritt


Svenja Huber (29)
Welche Bedingungen stimmen neben den sportlichen Dingen für Sie, um Ihren Vertrag zu verlängern?
Svenja Huber: Was schwer wiegt bei mir, ist, ob ich mich auch privat wohl fühle. Ich habe in der Mannschaft drei, vier Leute, mit denen ich auch privat etwas unternehme. Auch, wenn man mal private Probleme hat, ist es wichtig, dass es jemanden gibt, der da ist. Das habe ich im Sommer erfahren, nach einem Schicksalsschlag in der Familie. Es ist einfach schön, wenn man mit Freunden das Feld betritt.

… und die Trainer?
Herbert und Helfried sind Trainer, unter denen ich sehr gern noch ein Jahr weiterspielen möchte. Es hat von Anfang an alles gepasst.

… und was die Stimmung angeht?
Die ist sicher einzigartig. Als ich vor einem Jahr hierher gewechselt bin, konnte ich mir das noch nicht vorstellen. Lange war ich ja nur als Gegner in der Halle und dachte, oh je. Aber es ist schon ein Wahnsinn, vor diesen Zuschauern zu spielen.


Steckbriefe
Herbert Müller
Position: Trainer, Geburtsdatum: 3. September 1962, Größe: 1,80 m
Nationalität: deutsch Sportliche Erfolge: 2004-2010 mit Team Österreich bei 4 EM und 3 WM 2004 Challenge Cup Sieger 7x Deutscher Meister 4x DHB-Pokalsieger, Im Verein seit: 2010
Bisherige Vereine: DJK Hochzoll Augsburg 1988-1999, 1. FC Nürnberg 1999-2008, CS Urban Brasov 2008-2010, Beruf: Mathematikdozent, Hobbys: Mathematik und Sport

Danick Snelder
Trikotnummer: 14, Position: Kreis, Geburtsdatum: 22.05.1990, Größe: 1,78 Meter Nationalität:
niederländisch; Länderspiele: 45/ 123 Tore Juniorennationalmannschaft, 81/191 Tore, Nationalmannschaft Niederlande, Sportliche Erfolge: 3. Platz EM U17 2008 Slowakei, All Starteam EM U19 2009 Slowakei, 7. Platz EM 2010 Norwegen/Dänemark, Beste Kreisläuferin der Niederlande Saison 2009/2010, Deutscher Meister: 2011, 2012, 2013, 2014, DHB-Pokal: 2011, 2013, Im Verein seit: 2010, Bisherige Vereine: Oliveo Pijnacker (1995-2005), Omni SV Hellas Den Haag (2005-2010), Beruf: Studentin, Hobbys: Freunde treffen, lesen, reisen.

Svenja Huber
Trikotnummer: 30, Position: Außen, Geburtsdatum: 23.10.1985, Größe: 1,68
Nationalität: Deutsch Länderspiele: 3, Sportliche Erfolge: 3. Deutscher Meister mit der SG Heddesheim, Aufstieg in die 1. Bundesliga mit der TSG Ketsch und dem TuS Weibern, Im Verein seit: Dezember 2013, Bisherige Vereine: 1990-2002 SG Heddesheim, 2002-2008 TSG Ketsch, 2008-2010 DJK/MJC Trier, 2010-2013 TuS Weibern, Deutscher Meister 2014
Beruf: Studentin, Hobbys: für Freunde kochen, lesen, meine Katzen, Tennis


Und so wird gefeiert, wenn der THC wird
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