Helenas Traum von Olympia

Helena trainiert hart für ihren großen Traum: zwei- bis dreimal pro Tag, nur sonntags hat sie frei.
 
Für heute ist das Schwimmtraining geschafft. Und nun freut sich Helena darauf, ein paar Wochen Ferien zu genießen.

Die Gothaer Schwimmerin Helena Zink ist deutschlandweit die Beste ihres Jahrgangs und möchte bei den Olympischen Spielen 2020 dabei sein.

Ich brauche Wasser um mich herum. Einfach nur Wasser, das ist das Schönste!“ Dann ist Helena Zink glücklich. Ein verstohlener Blick auf ihre Hände und Füße entkräftet natürlich die märchenhafte Vermutung, die junge Dame könnte Schwimmflossen anstelle der Gliedmaßen haben, gar eine Meerjungfrau sein. Obwohl sich das die eine oder andere Konkurrentin vielleicht auch gedacht haben mag. Als Helena wieder einmal an ihr vorbei gezogen ist. „Ich schwimme einfach und möchte immer schneller sein als die anderen neben mir“, gesteht die 17-Jährige lächelnd. 'Los, schneller', treibt sie sich selbst in Gedanken an.


Und es funktioniert: Gerade ist Helena Zink deutsche Jahrgangsbeste geworden, mischt auch bei anderen Wettbewerben immer weit vorn mit. Im Brust- und im Lagenschwimmen ist sie am besten und bringt die guten Platzierungen nach Hause. Nach Hause - das ist in Gotha-Siebleben. Oder die Woche über in Erfurt, dort lernt und trainiert die für die SG Gotha-Arnstadt startende Schwimmerin am Sportgymnasium. „Lagen schwimme ich wirklich sehr gern, das ist so vielfältig, abwechslungsreich“, berichtet Helena von ihren Vorlieben. Obwohl sie auch auf der 50-Meter-Strecke im Brustschwimmen richtig gut ist, wie Trainer Sven Heise erzählt, der sie vor ihrem jetzigen Trainer Gerald Stern fünf Jahre lang trainierte. „Brust oder Lagen? Das ist tagesabhängig“, meint Helena dazu. Seit sie fünf Jahre alt war, sind sie und das Schwimmen untrennbar verbunden. Ihre Mama, eine ehemalige Leistungsschwimmerin, trainierte zu der Zeit Kinder im Verein. Die kleine Helena wird neugierig und macht mit. Und sie bleibt, wird immer besser.


Jahre später schafft das Mädchen mit Leichtigkeit die Aufnahmeprüfung für das Sportgymnasium. Nur wenige werden genommen, von denen sind heute längst nicht mehr alle dabei. Helena schon. „Meine Mama wäre stolz und hätte das so gewollt“, ist sie sich sicher. Ihre Mutter lebt nicht mehr. Sie würde staunen über ihre trainingsfleißige Tochter. Sonntag ist der einzige Tag in der Woche ohne Sportpensum, an den Wochentagen steht zwei- oder dreimal täglich Schwimmen auf dem Programm.


Nur so kann Helena Zink ihrem großen Ziel näherkommen. „Olympia 2020 wäre ein Traum“, schwärmt die Leistungssportlerin, die jetzt schon zu den zehn besten Frauen ihrer Sportart in Deutschland zählt. Um bei den Olympischen Spielen mithalten zu können, müsste Helena bei den 200 Metern Brust etwa acht Sekunden schneller schwimmen. Das ist machbar. Denn kaum eine andere hat einen solch unbändigen Willen in sich wie Helena. „Sie lässt sich auch bei Rückschlägen nicht unterkriegen“, weiß Sven Heise. Und als es gar nicht gut um Helenas Gesundheit stand, hat sie sich zurückgekämpft. „Das zeichnet sie aus.“ Vor drei Jahren musste die Sportlerin an der Wirbelsäule operiert werden, ihr wurden vier Schrauben und eine neue Bandscheibe eingesetzt, bis heute hat sie manchmal Schmerzen. Damals wussten die Ärzte nicht einmal, ob Helena wieder würde laufen können. Doch sie kann, die Kämpferin. Und schwimmen auch. „Ich muss mich einfach bewegen, bin total hippelig und bekomme schlechte Laune, wenn ich zur Ruhe gezwungen werde“, lenkt sie ihre überbordende Energie am liebsten in die Schwimmbahnen.


Obwohl sie die auch einmal warten lassen kann. Nach einer erfolgreichen, langen Saison genießt Helena Zink erst einmal ihre Ferien. Ganz ohne Bewegung geht es da natürlich auch nicht. Verreisen, ein wenig laufen, Fahrradfahren, sich mit Freunden treffen, das Leben genießen - so der Plan für die freie Zeit. In zwei Jahren wird Helena ihr Abitur ablegen, später vielleicht einmal Sportmanagement studieren. Doch das ist in weiter Ferne. An erster Stelle steht ihr großer Traum. Für den will sie kämpfen.


Helenas größte Erfolge:


- Deutsche Jahrgangsmeisterin 2017 über 200 Meter Lagen, Vize-Jahrgangsmeisterin über 200 Meter Brust


- Fünf Titel bei den diesjährigen Thüringer Meisterschaften


- 2016 Deutsche Kurzbahnmeisterschaften: 3. Platz über 100 Meter Lagen, vier Altersklassen- und 3 Landesrekorde
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