Herzschlagspiel gegen den Tabellendritten

  Das SWE-Volley-Team spielte einen echten Krimi aus: Gegen den Tabellendritten Sonthofen machten es die Damen vom weißen Ballett richtig spannend und gewannen erst im Tie-Break.

Text Stephan Siegl/Fotos Axel Heyder


SWE Volley-Team bleibt Tabellenführer
Das SWE Volley-Team hat das Spitzenspiel am Samstagabend gegen das Allgäu Team aus Sonthofen mit 3:2 gewonnen und bleibt Tabellenführer in der 2. Bundesliga-Süd. Allerdings mussten die Zuschauer zuvor durch ein Wellenbad der Gefühle.

Zunächst legten die Gastgeberinnen los wie die Feuerwehr, während die von weit her angereisten Gäste noch im Bus zu sitzen schienen. Mit 25:13 ging der erste Satz klar an die Gastgeber. Dass es so nicht weiter gehen würde, war sicher den meisten der 550 Zuschauer (Saisonrekord) klar. Allerdings hätte wohl auch kaum jemand gedacht, dass sich die Szenerie um 180° umkehren würde. Die Gäste aus dem Allgäu waren es nun, die den Erfurterinnen die Aufschläge gerade zu um die Ohren haute, während die Annahme des Ersten mehr als "alt" aussah. Hinzu kam, dass es die Erfurterinnen nicht verstanden, einen wirksamen Block zu stellen. Insgesamt nur sechs Blockpunkte in fünf Sätzen, ist eine mehr als dürftige Bilanz.

Jedenfalls hatten die Gäste das Spiel vollkommen in Griff. Anika Brinkmann, Oksana Roppel und Sina Kostorz sowie Bárbora Puchartová über die Mitte konnten sich nach Belieben austoben. Zweimal 14:25 war eine deutliche Sprache über das Kräfteverhältnis zu diesem Zeitpunkt. Einziger Lichtblick: Das Debüt von Lisa-Maria Erdtmann, die Mitte des dritten Satzes aufs Feld durfte und auch gleich ihren ersten Punkt in der 2. Bundesliga verbuchen konnte.
Die meisten der 550 Volleyballfans, die in die Riethsporthalle gepilgert waren, ahnten wohl, dass es die erste Heimniederlage geben könnte. Doch diejenigen hatten die Rechnung ohne die SWE-Damen gemacht. Wie Phönix aus der Asche stiegen sie, übernahmen wieder das Zepter und stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Allen voran Mittelblockerin Julia Herz, die mit einer sensationellen Aufschlagserie maßgeblichen Anteil daran hatte, dass es schnell 11:3 hieß. Der Grundstein für das 25:15 war gelegt und der Tiebreak musste entscheiden.

In diesem gelang erneut den Gastgeberinnen ein Start nach Maß und beim 8:2 wurden zum letzten Mal die Seiten gewechselt. Zwar kämpfte sich die Mannschaft von Nicolaj Roppel noch auf drei Punkte heran (9:6, 13:10), doch mehr ließen die Thüringerinnen nicht mehr zu. Groß war der Jubel bei Mannschaft und Fans, als das 15:11 das Spiel beendete - und ein fast schon verloren geglaubtes Spiel noch umgebogen wurde.

Lobend erwähnen muss man neben den "Punktemaschinen" Annika Müller und Elena Messer, Julia Herz. Die 19-Jährige hatte mit ihren Aufschlägen immer wieder für Gefahr gesorgt und das SWE Volley-Team ins Spiel zurück gebracht. Nicht zu vergessen Zuspielerin Manja Noack, die ohne überhaupt ein Training unter der Woche absolviert zu haben, am Samstag auf dem Feld stand. Eigentlich hätte sie mit ihrer Erkrankung das Bett hüten müssen, nachdem sie am Dienstag noch im Krankenhaus gelegen hatte.

Durch den 3:2-Sieg und den Satzverlust von Verfolger Grimma (3:1 gegen Lohhof) bleiben die Erfurterinnen Spitzenreiter, während sich die Sonthofenerinnen aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedeten. Dieses machen jetzt Erfurt und Grimma unter sich aus, womöglich am letzten Spieltag (28. April) im direkten Duell.

SWE Volley-Team: Messer, Müller, Leonhardt, Glief, Herz, Noack, Illiger (L); Völker, Breitsprecher, Erdtmann, Stautz, Flessa

AT Sonthofen: Vlaskova, Kostorz, Roppel, Schilf, Schenke, Purchartová, Vobrová, Schnürer, Formazin, Blanz, Brinkmann

Stephan Siegl
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