Interview mit Dirk Orlishausen: Nur nicht verlaufen

  Der aus Sömmerda stammende Torhüter Dirk Orlishausen trifft
am Wochenende auf seinen Ex-Klub Rot-Weiß Erfurt –
AA-Redakteur Axel Heyder spricht mit ihm vorab über Heimatgefühle


Nach einem holprigen Start sind Sie nun nicht nur Kapitän des Karlsruher SC, sondern auch einer der Leistungsträger im Verein.
Derzeit läuft alles perfekt, sowohl privat als auch sportlich. Das abgeschlossene Studium, meine Hochzeit Ende vergangenen Jahres, mein verlängerter Vertrag, der Saisonverlauf – besser kann es momentan nicht laufen.

Der KSC hat eine furiose Aufholjagd hingelegt, stand am 6. Spieltag auf einem Abstiegsrang und rangiert nun auf einem Aufstiegsplatz. Welchen Anteil haben Sie als Keeper daran?
Das Geheimnis des Erfolges ist, dass wir alle eingesehen haben, dass es allein mit spielerischen Mitteln nicht geht, sondern in jedem Spiel auch Kampf dazugehört. Wir müssen in jeder Partie 100 Prozent geben. Ich versuche das vorzuleben, was ich von meiner Mannschaft erwarte und was wir brauchen, um Spiele zu gewinnen.

Bis zur Verpflichtung bei Rot-Weiß Erfurt 2005 haben Sie beim FSV Sömmerda gespielt, welche Erinnerungen sind da geblieben?
Ich habe von klein auf, also mit sieben Jahren, bis zum Alter von 23 Jahren beim FSV gespielt. Natürlich gibt es da ganz viele Erinnerungen – beispielsweise an die Abschlussfahrten, die bei kleineren Vereinen sicher noch etwas „einfacher“ sind.

Gibt es noch Kontakte zu FSV-Spielern oder Ehemaligen?
Wir haben den Kontakt jetzt wieder aufleben lassen. Im Winter treffen sich alle Ehemaligen, meist zwischen den Jahren, zum Kick und sitzen dann gemütlich zusammen. Da sind alle dabei – Trainer, Spieler, andere Ehemalige.

Gibt es etwas, das Sie als Thüringer in der Ferne vermissen?
Die Thüringer Bratwurst. Und die Region – das ist meine Heimat, von dort komme ich.

Und was gefällt Ihnen in Karlsruhe besonders?
Vor allem das Drumherum – du bist schnell im Schwarzwald, im Elsass oder an vielen anderen richtig schönen Orten. Hier lässt es sich sehr gut leben.

168 Ligaspiele und vier Einsätze im DFB-Pokal stehen für Ihren Ex-Klub Rot-Weiß Erfurt zu Buche. Sie waren ein Publikumsliebling. Werden Sie die „Orle, Orle“-Rufe vermissen, wenn Sie am 16. März mit dem KSC an den Steigerwald zurückkehren?
Ich hatte eine schöne Zeit in Erfurt und freue mich auf das Spiel im Steigerwaldstadion und das Wiedersehen mit dem ein oder anderen Bekannten. Dieses Mal muss ich mich ja in der anderen, der Gästekabine, umziehen. Ich muss – glaube ich – aufpassen, dass ich mich nicht verlaufe.

Haben Sie auch noch Kontakt zu Rot-Weiß?
Ähnlich wie in Sömmerda haben wir ein jährliches Treffen in Erfurt – allerdings schon ein bisschen länger. Wir treffen uns zum Pokern, zum Essen und gemütlichen Beisammensein. Da wird auch über alte Zeiten gesprochen.

Spieler sollen gegen ihre Ex-Klubs besonders motiviert ins Spiel gehen. Was halten Sie von der These?
Eher wenig. Für mich macht es keinen Unterschied, weil man jedes Mal 100 Prozent gibt. Aber ich freue mich auf das Stadion, das Einlaufen, die Fans in Erfurt. Das war immer super.

In der Saison-Bilanz stehen derzeit 18 Gegentore. So wenig hat kein anderer Klub in der Liga. Das muss Balsam für die Seele eines Torhüters sein, oder?
Natürlich. Wenn man bedenkt, dass ich vergangenes Jahr fast das Dreifache an Gegentoren hinnehmen musste, dann ist das schon ein Beleg dafür, dass wir als Mannschaft defensiv gut agieren. Und das macht einem das Leben als Torwart natürlich einfacher.
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2 Kommentare
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Herbert Rietz aus Erfurt | 14.03.2013 | 17:39  
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