Kabinenpredigt: Rot-Weiß und die Fans sollten sich schnell wieder versöhnen

Carsten Kammlott. Foto: Heyder
  Erfurt: Steigerwaldstadion | Arand&Heyder, der Fußballtalk

Arand: Zufrieden bin ich mit dem Spiel nicht. Die erhoffte Reaktion blieb aus. Eine dünne erste Halbzeit, da konnte ich die Pfiffe fast verstehen.

Heyder: Die Pfiffe galten weder der Saisonleistung, noch dem Ergebnis der ersten Hälfte. Die Fans haben sich nach der Pokal-Pleite ihrer Truppe gewünscht, dass die auf dem Platz alles gibt. Doch die Spieler wirkten zunächst wie gelähmt, was ich sehr gut verstehen kann. Ohne Fans im Rücken und mit der Niederlage im Kopf, ist es schwer. Andererseits: Die Fans muss man insofern verstehen, dass sie kaum eine andere Möglichekite haben ihren Unmut zu zeigen. Immerhin tragen sie Woche für Woche ihr Geld ins Stadion.

Arand: Ob das Verhältnis Mannschaft und Fans gelitten hat? Wenn ich an das Abschiedsspiel gegen Groningen vor ein paar Wochen denke. An dem Abend passte kein Blatt Papier dazwischen.

Heyder: Carsten Kammlott hat diese irrwitzige Situation mit seinem Treffer aufgelöst, immerhin ist Erfurt in der Heimtabelle auf Platz eins, wird aber ausgepfiffen. Das ist verstörend. Im Anschluss kam ja die Unterstützung zurück. Und so wird es auch weiter gehen. Die Truppe braucht die Fans und die Fans brauchen die Truppe. Für die Pokalqualifikation gibt es noch einen Strohhalm. Den sollten die Spieler greifen und den Fans zum Geschenk machen. Am Ende profitieren sie selbst davon.

Arand: Für den nächsten RWE-Gegner Unterhaching zählt, wie schon vergangene Spielzeit, nur der ­Klassenerhalt. Den kleinsten Etat der Liga haben die ­Bayern. Betrachtet man den Kader, tummeln sich dennoch gute Spieler dort. Zwar fehlen verletzt im Moment Hummels, Herröder und ­Bichler. Abelski sitzt zudem eine Rotsperre ab. Dennoch stehen prominente und gute Spieler zur Verfügung. Wie Fabian Götze, der ältere Bruder von Mario Götze. Mit Pascal Köpke, derzeit bester Torschütze (acht Treffer), kickt der Sohn vom Torwarttrainer der deutschen Nationalmannschaft, Andreas Köpke, im Team von Trainer Christian Ziege. Der ist immerhin ­Europameister von 1996. Aufpassen sollte Rot-Weiß auf Andreas Voglsammer. Ein schneller, trickreicher Stürmer. Haching steht unter Druck. Beim Spitzenreiter Münster verlor die Ziege-Elf 0:2.

Heyder: Witzig, wenn man nur die Nachnamen von den Randmünchnern liest, klingt es wie in der Nationalmannschaft. Haching ist und bleibt für Erfurt aber ein schweres Pflaster, Erfurt unterlag zuletzt in Haching knapp mit 1:2, wie schon so viele Mal zuvor dort nichts geholt werden konnte. Zuhause behielten die Thüringer in der Rückrunde mit 2:0 die Oberhand.

Arand: Eine kleine Preisfrage: Welcher aktuelle Spieler im Kader stand beim bisher einzigen Sieg in Unterhaching (bei acht Aufeinandertreffen dort) am 18. November 2011 beim 1:3 (2011/2012) auf dem Platz?

Heyder: Ich könnte es nachschauen, aber du weißt es sicher.

Arand: Maik Baumgarten war das. Sein einziges Pflichtspiel in der damaligen Spielzeit von Beginn an. Der Sieg gelang damals im 4-4-2 System.

Heyder: Was für eine Personalfluktuation doch in den Vereinen herrscht.

Arand: Sebastian Tyrala droht bei einer weiteren Verwarnung in Haching übrigens eine Gelbsperre.

Heyder: Der hat sich via Facebook über die teilweise harsche und beleidigende Kritik an der Mannschaft beschwert. Damit hat er Recht. Am Ende geht es um ein verlorenes Fußballspiel, deswegen muss man nicht die Spieler beleidigen. Was die Fußballspieler selbst möglicherweise unterschätzen, ist, dass sie deutlich mehr verdienen als der durchschnittliche Fan, sie fahren oft größere Autos, haben hübsche Frauen an ihrer Seite und sorgen mit all dem dafür, dass gleichzeitig die Erwartungen an sie in die Höhe geschraubt werden. Das kommt sofort auf den Prüfstand, wenn sie mal gegen Feierabendfußballer verlieren, wie die Rudolstädter es sind. Für die Fans ist ihr Lied „Die Nummer eins im Land sind wir!“ eine Prestige-Frage. Solange der Erzrivale den Pokal holt, hat das Lied immer einen Beigeschmack.

Arand: Irgendwann muss mal wieder ein Auswärtssieg her. Also wenn nicht in Unterhaching, wo denn sonst? Ich bin optimistisch und tippe 2:1. Für Rot-Weiß natürlich und das auf fremden Platz.

Heyder: Ich hoffe, dass RWE wenigstens einen Punkt mitnehmen kann. Mit einem Sieg auswärts tut man sich ja schwer. Aber wenigstens ein Punkt muss mit auf die Heimreise, sonst droht das Team schon wieder in die Tabellenmitte abzurutschen.

Spielvereinigung Unterhaching e.V.

Vereinsfarben: Rot-Blau
Trainer: Christian Ziege
Tabellenplatz: 16
Top-Torschützen: P. Köpke, A. Voglsammer, M. Erb.
Netz: www.spvggunterhaching.de
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