Keine Punkte im Gepäck

Im norwegischen Trondheim verlor der Thüringer HC beim Gastgeber Byåsen mit 23:22 (13:7). Bereits in der ersten Halbzeit schafften es die Gäste nicht, ihr sonst so schnelles Spiel aufzubauen. Die Häufung von Abschluss- und Passfehlern trug wesentlich zur Niederlage bei. In der zweiten Hälfte kämpften sich die THC-Damen bis auf ein Tor heran, schafften es jedoch nicht das Spiel zu ihren Gunsten zu kippen. Mit 12 Treffern war Katrin Engel erneut erfolgreichste Werferin für den Thüringer HC. Die lange Zeit überragend werfende Ida Alstad erzielte mit acht Toren für den norwegischen Meister die meisten Treffer.

Obwohl der Thüringer HC gut in das Spiel startete, konnte das Team seine Nervosität nicht verbergen. Schon die beiden ersten Angriffe führten nicht zum Torerfolg. Byåsen Trondheim erging es in der Startphase ebenso. Beide Mannschaften standen unter dem Druck, endlich in der Gruppenphase der Champions League zu punkten. In der dritten Spielminute fiel der erste Treffer des Spiels für die Gastgeberinnen durch Camilla Herrem. Im Gegenzug versenkte Kerstin Wohlbold den ersten Ball für die Thüringerinnen im gegnerischen Tor. Nach Treffern von Katrin Engel und Danick Snelder zur 3:1 Führung merkte man deutlich, dass der Thüringer HC den Erfolg suchte. Byåsen bewies, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben und sich in einer stabilen Abwehr auf den Thüringer HC vorbereitet hatten.

Nicht gerade zart verschaffte sich die norwegische Abwehrreihe Respekt und
verleitete so den deutschen Meister zu Fehlern oder schlecht vorbereiteten Würfen, bei denen Terese Petersen im Tor von Byasen meist keinerlei Schweirigkeiten hatte. Immer wieder scheiterten die Thüringerinnen an ihren Reflexen. Von der 14. Spielminute an übernahm der immer flüssiger kombinierende norwegische Meister die Initiative. In dieser Phase hatte man den Eindruck, dass sich der Thüringer HC nun selbst im Weg zu stehen schien – dem Angriff fehlte jegliche Struktur. So machte Byåsen mit einer glänzend aufgelegten Ida Alstad aus dem 5:5 einen 13:7-Halbzeitstand und hatte damit faktisch die Partie emotional und zahlenmäßig vorentschieden.

Alstad selbst war es auch, die direkt nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit zum 14:7 traf. Immer wieder rannte der Thüringer HC kopf- und erfolglos gegen die Trondheimer Abwehrreihe. Es drohte nun einer deutlichere Niederlage für den Thüringer HC und erst Katrin Engel schaffte es vom Strafwurfpunkt den achten Treffer im Tor der Gastgeberinnen unter zu bringen. Bis auf acht Tore (16:8) setzten sich die Norwegerinnen ab. Geschickt mit einem hohen Abwehreinsatz wurde der Spielaufbau der Gäste gestört und so der Vorsprung bis zur 40. Spielminute verteidigt. Aber plötzlich war der THC wieder da. Der 18:10-Rückstand hatte das Team aufgerüttelt. Die Gäste fanden jetzt in ihr Spiel und konnten nun auch den Geger zu Fehlern verleiten. In knapp drei Minuten konnte der Vorsprung auf fünf Tore verkürzt werden. Innerhalb der nächsten zehn Minuten taten sich beide Mannschaften schwer.

Maike März verhinderte immer wieder, dass sich Byåsen wieder deutlicher absetzen konnte und Nadja Nadgornaja konnte einem sehenswerten Rückraumtreffer zum 20:16 auf vier Tore verkürzen. Damit war das Eis gebrochen und dem THC verblieben noch zehn Minuten das Spiel zu kippen. Es wurde jetzt voll konzentriert agiert und zwei Minuten vor Spielende erzielte Petra Popluharova den 22:21 Anschlusstreffer. Die über die gesamte Spielzeit gute Abwehrarbeit des THC hatte sich ausgezahlt. Ebenso wie der Angriffsdruck der letzten zwölf Spielminuten. Leider konnte die THC-Damen diese Leistung nicht konstant abrufen. So fehlte am Ende neben einer Vielzahl vergebener Chancen auch das berühmte Quäntchen Glück. Mit 23:22 gewannen die Gastgeberinnen das für beide Mannschaften wichtige Gruppenspiel. Der Thüringer HC vergab die Chance erste Punkte mit nach Hause zu bringen.


Stimmen nach dem Spiel:

Herbert Müller (THC): Wir waren im Angriff nicht präsent. Eine hervorragende Deckung haben wir über 60 Minuten gespielt. Wir sind, unerklärlicher Weise, nach 15 Minuten vollkommen aus dem Rhythmus gekommen, haben nur noch passiv vorn gestanden und keinen Druck erzeugt. Bei minus sieben dann das große Erwachen, wir können das Spiel hinten heraus noch drehen. Wir hatten noch etliche Chancen gehabt, um das Spiel zu biegen. Ein Kompliment an die Deckung. Man darf sich in der Champions League keine Schwächephase von 20 Minuten leisten, das ist zu viel. Wir scheitern im Moment leider an uns selbst.

Nadja Nadgornaja (THC): Im Endeffekt ist es einfach ärgerlich, nach so einem Spiel zu sehen, dass wir immer dran sind und eigentlich noch die Möglichkeit haben das Spiel zu biegen, es aber doch nicht schaffen, weil wir klare Situationen nicht verwerten oder einfache Fehler in der Deckung machen.


Statistik:

Byasen: Guro Rundbraten, Terese Pedersen; Hanna Yttereng (1), Tonje Nostvold (6), Marte Smistad, June Andenaes (1), Ida Alstad (8), Inga Berit Svestad (3), Mari Molid (1), Raja Toumi (1), Iva Fialova, Camilla Herrem (2).

Thüringer HC: Maike März, Adriana Stefani Gava; Nadja Nadgornaja (1), Katrin Schröder, Ulrike Jahn, Nora Reiche, Willemijn Karsten, Danick Snelder (1), Petra Popluharova (2), Katrin Engel (12), Dagmar Stuparicova, Idalina Borges-Mesquita (4), Kerstin Wohlbold (2).

Strafwürfe: 6/4 - 6/4.

Zeitstrafen: 2 - 4.

Zuschauer: 1157.

Schiedsrichter: Vaidas Mazeika/Mindaugas Gatelis (LTU).

EHF-Delegierter: Ferdinand Van der Helm (NED).

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Weitere Informationen unter:
http://www.thueringer-hc.de
und
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