Klare Angelegenheit

In einem Bundesliga-Spiel, in dem die Rollen klar verteilt waren, wurde der Thüringer HC gegen Schlusslicht SG BBM Bietigheim seiner Favoritenrolle gerecht und siegte verdient mit 39:16 (16:6). Beste Werferinnen waren zwei österreichische Nationalspielerinnen: Katrin Engel auf Seiten des THC mit zwölf und Beate Scheffknecht mit sechs Treffern für Bietigheim. Bemerkenswert: alle Feldspielerinnen des Thüringer HC trugen sich in die Torschützenliste ein.

Ein spannendes Spiel hatte wohl kaum einer der fast 1000 Zuschauer in der Salza-Halle erwartet. Eher wollten die treuen Fans bei einem erwarteten klaren Sieg gegen das Schlusslicht sehen, wie sich die Damen kurz vor dem ersten echten Saisonhöhepunkt präsentieren und ihnen moralisch den Rücken stärken. Für Trainer Herbert Müller war es wie so oft auch eine Gratwanderung. Einerseits endlich einigen Spielerinnen größere Spielanteile geben und gleichzeitig bei der allerersten Garnitur nicht den Rhythmus gefährden. Denn am Dienstagabend geht es nicht zu einer netten Frauentagsfahrt gen Norden, sondern hier entscheidet sich zwischen zwei hochkarätigen Mannschaften, wer im Pokalrennen das begehrte FinalFour erreicht. Am Ende zeigte sich Herbert Müller mit Spiel und Ergebnis hochzufrieden, sicher auch mit der Tatsache, dass es keine Verletzungen im Spiel gab.

Die Stammsieben erfüllte gleich zu Beginn den Trainerauftrag bestens. Ohne die verletzungsbedingt fehlenden Pearl van der Wissel und Shenia Minevskaja begann man hochkonzentriert. Bis zur ersten Auszeit in der 11.Minute hatte die Abwehr keinen Gegentreffer zugelassen und der THC führte mit 7:0. Maike März hatte bis dahin eine ruhige Zeit, musste bei acht Angriffen nur zweimal parieren. Nach der ersten Viertelstunde machte dann der Trainer sein Versprechen wahr. Er wechselte schneller als sonst - Knytlova, Garcia-Almendaris und Subke kamen und konnten sich erfolgreich in Szene setzen. So war es nicht verwunderlich, dass in der 26.Minute die Differenz erstmals zehn Treffer betrug.( 13:3) Mit 16:6 ging es in die Pause. Auf den Rängen konnte nach diesem Spielverlauf keine rechte Stimmung aufkommen, zu klar waren die Rollen verteilt.

Das schien sich auch auf die Spielerinnen auszudehnen. Bis zur 46.Minute häuften sich die Nachlässigleiten und Missverständnisse bei den Gastgeberinnen und Bietigheim war, zumindest nach Toren, zwanzig Minuten gleichwertig. (25:15) Als dann aber Franziska Garcia-Almendaris in der 48. Minute den 600. THC-Saisontreffer erzielte und von der Wechselbank "frische Kräfte" kamen, war diese Phase endgültig vorbei. Mit viel Übersicht und Druck nach vorn begannen die "Konterfestspiele" des THC und führten folgerichtig auch zum höchsten Sieg des THC seit seiner Erstligazugehörigkeit. Besonders bemerkenswert dann auch die beiden Treffer Ulrike Jahns. Die angehende Zahnmedizinerin, 2009 aus Magdeburg nach Erfurt gekommen, konnte ihre ersten Bundesligatreffer der Saison erzielen. Die bescheidene Allrounderin hat das mehr als verdient. Von Saisonbeginn an, lag ihr Einsatzgebiet meist in den Spielen der THC-Zweiten. Dort führte sie als erfahrene Spielerin die Nachwuchstalente und errang mit dem Team bisher 25 Pluspunkte, was derzeit Platz drei der Tabelle bedeutet. Dabei erzielte "Uli" mehrfach zweistellige Torerfolge. Kompliment!

Als am Ende das 39:16 auf der Anzeigetafel stand, konnte Gästetrainer Engelmann nur berechtigt, von zwei unterschiedlichen Teamqualitäten sprechen. Doch für Herbert Müller ist dieses Spiel nicht mehr als ein "Muster ohne Wert". Was sein Team gegen Oldenburg im ersten Spiel der Spiele erreicht, darauf ist sicher nicht nur er aufs Äußerste gespannt.

Wer sich das Spiel am Dienstagabend live ansehen möchte, kann es auf dem Internet-Video-Portal www.oeins.de (ab 18.50 Uhr) tun. Wie immer berichtet der THC-Liveticker in Kooperation mit mdr.de ebenso live für die Daheimgebliebenen, wie der mdr-Videotext auf Tafel 260.

Bericht: Roman Knabe

Trainerstimmen zum Spiel:

Severin Englmann (SG BBM Bietigheim): Ich gratuliere Herbert zum verdienten Sieg. Wenn wir in der Bundesliga einen sinnvollen Modus hätten könnte ich zur Meisterschaft gratulieren. Wir haben heute nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Zu selten sind wir in die Tiefe und haben in die Mitte gezogen. Man hat klar gesehen, dass hier zwei Teams mit unterschiedlichen Qualitäten gespielt haben. Ich wünsche dem THC für die PlayOffs alles Gute und maximalen Erfolg.

Herbert Müller (Thüringer HC): Ich richte erstmal Glückwünsche an alle Fans, Mitarbeiter und meine Spielerinnen zum Hauptrunden-Sieg, auch wenn es ein Muster ohne Wert ist. Wichtig war für mich heute, dass wir nach den offensiv starken Spielen von Bietigheim in den letzten Wochen, in der Deckung solide stehen und dort unser Können zeigen konnten. Guter Handball geht in meiner Philosophie von einer stabilen Defensive aus. Wir haben, auch in der Höhe verdient gewonnen und ich bin heute restlos zufrieden mit Spiel und Ergebnis.

Statistik:

Thüringer HC: Maike März, Petra Blazek; Nadja Nadgornaja (1), Martina Knytlova (5), Steffi Subke (3), Nora Reiche (1), Danick Snelder (2), Ulrike Jahn (2), Franziska Garcia Almendaris (6), Katrin Engel (12/4), Idalina Borges Mesquita (3), Petra Popluharova (2), Kerstin Wohlbold (2).

SG BBM Bietigheim: Anja Friedrich, Natascha Schilk; Helena Frank, Beate Scheffknecht (6/6), Tina Michel (1), Linda Mack (2), Jurgita Markeviciute (1), Barbara Brecska (2), Sara Walzik (1), Anita Koziol (1), Lana Holder, Renata Knjezevic, Aneta Peraica (2).

Strafwürfe: 4/4 - 7/6.

Zeitstrafen: 1 - 2

Schiedsrichter: Florian Gerhard/Tobias Küsters (Ingelheim/Wiesbaden).

Zuschauer: 963.

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Weitere Informationen unter:
http://thueringer-hc.de
und
http://www.twitter.com/ThueringerHC
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