Knapp dran und doch daneben: Erfurt vs. KSC 0:1

Erfurt: Steigerwaldstadion | Wenn ein Torhüter der gegnerischen Mannschaft mit Applaus begrüßt wird, dann ist das in der rauen Fankultur, die oft nur die Beschimpfung der Gegner kennt, etwas besonders.

Erfurts ehemaliger Keeper Dirk Orlishausen durfte das gestern erleben. Für ihn war es die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Er wurde vor dem Spiel mit Applaus begrüßt, zur Halbzeit von der Fankruve sogar mit Orle-, Orle-Rufen gewürdigt. Unzählige Hände musste er nach Abpfiff schütteln: Rudi Zedis, die der Betreuer, die von den Kumpeln Jens Möckel und Thomas Ströhl sowie die des "kleinen Orle", wie RWE-Keeper Philipp Klewin genannt wird. Letzter wirkte gestern beim ersten Heimspiel im Tor der Erfurter unsicherer als zuletzt. Das war wohl der Aufregung vor heimischer Kulisse geschuldet, einige Male bekam der 19-Jährige die Kugel beim Herauslaufen nicht weit genug weg, spielte dabei dem Gegner in die Füße. Allerdings zeigte er auf der Line auch tolle Reflexe. Er hat in jedem Fall das Potential für ein großartige Karriere.

Orles Verein indes, der KSC, gewann verdient mit 1:0, wobei das Ergebnis die wahren Kräfteverhältnisse widerspiegelt. Viel besser war Karlsruhe gestern dann doch nicht. Zwar hätte sich Erfurt nicht beschweren dürfen, wenn sie am Ende noch ein zweites Gegentor kassiert hätten, allerdings hatten auch die Thüringer ihre Möglichkeiten. Morabit, Möhwald und Fillinger sowie Tunjic mit einem Fernschuss waren nah dran am Ausgleich. Der KSC zeigte sich aber cleverer und seine Edeltechniker verwalteten das Ergebnis sicher.

Einzig Smail Morabit (75.) zeigte nach einem Sololauf, dass er die beste Abwehr der Liga zu düpieren in der Lage ist. Die Kugel klebt mal wieder an seinem Fuß und er ließ gleich mehrere Abwehrspieler stehen. Nur einen halben Meter schoss er am Gehäuse von Orle flach vorbei. Dieser hätte hier keine Chance auf eine Ballabwehr gehabt.

Und noch einer musste am Ende viele Hände schütteln: Der ehemalige rot-weiße Nachwuchsspieler Varnhagen, der sich bei Karlsruhe ebenfalls bestens entwickelt hat.

Das Schiedsrichtergespann wiederum hatte nicht seinen besten Tag: Fehlentscheidungen, die am Anfang der Partie Erfurt benachteiligten glich es am Ende durch Fehlentscheidungen in beide Richtungen einigermaßen aus. Die dritte Liga bleibt das Abstellgleis für mäßige Schiris.
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1 Kommentar
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Joachim Kerst aus Erfurt | 13.04.2013 | 10:22  
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