Korsika, Teil 2 - typisch korsische Flussbeschreibungen

              Asco
Länge 2 km / Gefälle 151m (76‰) Schwierigkeit: Durchgehend WW V. 2-3 Stellen ev. WW VI
Beschreibung: Durchgehend WW V. 2-3 Stellen ev. WW VI fahrbar. Alles umtragbar. Viele Stufen und Abfälle. Kleine Kehrwässer immer vorhanden. Fast alles muß besichtigt werden. Fahrbar bei gutem Mittelwasser der Standardstrecke. Einstieg bei einer Straßenbrücke Flussaufwärts möglich: vermutlich WW V-VI eine Stelle ev. unfahrbar. Viel Zeit einplanen für Besichtigung. Der Oberlauf des Asco heist eigentlich Stranciacone.

Oberhalb Ort Asco
Länge 16 km / Gefälle / 351m (22‰) Schwierigkeit Durchgehend WW II - WW V
Beschreibung: Der größte Zubringer des Golo, der Asco, entwässert die nördlichen Flanken des Monte Cinto, Korsikas höchsten Berg sowie andere umliegende Gipfel und Schneefelder. Aus diesem Grund kann der Asco bei Sonnenschein eine für Korsika ungewöhnliche tägliche Zu- und Abnahme des Wassers aufweisen, wie Flüsse in den französischen Alpen. Das andere ungewöhnliche Merkmal ist, dass die Straße größtenteils neben den Fluss läuft, das macht die Erkundung einfach. Die normale Fahrstrecke ist die Schlucht und startet oberhalb vom Dorf Asco bei einer Genueserbrücke. Die ersten 3km sind WWIV-V mit 1 bis 2 Umtragern. Die Drosselgasse kommt unterhalb vom Dorf Asco. Ein zweiter beliebter Einstieg ist bei der Parkbucht unterhalb dem unfahrbaren Wasserfall. Diese Stelle etwa 2km unterhalb Asco ist von der Straße aus deutlich sichtbar. Wenn der Asco unterhalb des zweiten Einstiegs gut Wasser hat ist er ein großartiger Fluss zum Spielen. Hauptsächlich bietet er WWIII-IV. Die Fülle von einfachen Abfällen, Wellen und Spielwalzen machen ihn zu einem guten Fluss für Durchschnittspaddler oder für eine Gruppe von erschöpften Paddlern, die einen entspannenden Tag ohne Wasserfälle oder schwere Entscheidungen suchen. Im unteren Teil befindet sich noch eine steckgefährliche Stufe, ein unsichtbarer Stein ist im Unterwasser, hier hat es schon Unfälle gegeben. Normalerweise steigen erschöpfte Bootfahrer am Ende der Schlucht nahe Moltifao aus. Der Tourenfahrer Purist wird in bedächtigem Tempo zum Golo runter weiterfahren, einen Fluss runtertreiben, der jetzt ein bis zwei Grad leichter ist.

Oberster Golo
Länge 8 km / Gefälle / 609m (76‰) Schwierigkeit WW IV - V
Beschreibung: Der Golo ist zu Beginn ein seichter offener Waldbach, mündende Bäche liefern aber laufend Zuschusswasser. Über Rutschen und Schwälle wird bald eine Niedrigklamm erreicht. In dieser Klamm bildet ein großer Block einen Siphon über die ganze Bachbreite, l raus und etwa 100m umtragen. Die Passage unter einer roten Fussgängerbrücke und die folgende etwas rückläufige Doppelstufe, die bei mehr Wasser schon mal nach Paddlern schnappt, sollte l besichtigt werden. Nur wenige Minuten später verschwindet der Golo mit zunehmendem Gefälle l in einer S Kurve, r anlanden und besichtigen, WW V. Am Ende vom S ist eine ca. 1,5m hohe Stufe, das Hauptwasser wird über eine Platte nach r gelenkt, hier wartet ein reinstehener Felsen auf Helme, Schultern und Arme, l bleiben und rasch vorbei lautet die Devise! Der Fluss wird breiter und ruhig, kurz darauf nimmt das Gefälle wieder zu, der Golo verschwindet zwischen großen Blöcken nach l in einen schmalen, wahrscheinlich unterspülten Kanal, r besichtigen. Die nächste Stelle ist auch markant, ein Riesenblock teilt den Bach in 2 schmale Gassen, die etwa 2m runterfallen WW V. L besichtigen, die r Gasse ist sicherer, die Spitze so gut wie in dem engen Kanal möglich nach r bringen, um nicht vom Rücklauf unter den großen Felsen gedrückt zu werden, der große Fels ist magnetisch! Ein paar Minuten später folgt das nächste Kriterium, der Felskanal, über eine 2m Stufe wird l in eine schmale Niedrigklamm gesprungen, über Stufen und ein S geht's flott und wuchtig durch, besichtigen am l Ufer möglich. Die letzte schwerere Stelle kommt kurz vor der Calasima Mündung, eine Fussgängerbrücke überspannt den kurzen Canyon, der Golo fällt über eine Rutsche/Stufe runter, r bleiben ist hier ein guter Tipp! Diese Stelle und der abschließende Katarakt vor den Ausstiegsbrücken wird am besten vor der Befahrung besichtigt. Wer noch nicht müde ist kann noch 2km bis zum nächsten Ausstieg beim Stausee weiterpaddeln.

„Oberer Golo“
Länge 3 km / Gefälle / 38m (13‰) Schwierigkeit WW III - V
Beschreibung Die kurze Strecke zwischen der Genueser-Brücke und dem Stausee beinhaltet einige schöne und gut definierte Stellen, die allesamt bequem angeschaut, gesichert und ggf. auch umtragen werden können. Daher eignet sich die Strecke (unter normalen Bedingungen) für einen entspannten Nachmittag oder als Einpaddel- und Übungsstrecke Der Abschnitt ist auch bei NW gut paddelbar und "sauber". Als Einstieg kann entweder das linke Ufer oberhalb der Brücke (vor der letzten Schwierigkeit des oberen Golo/Calasima) oder das rechte Ufer nach der Genueser Brücke gewählt werden. Schnell führt der Golo über 3 kleine Stufen (links, mitte-rechts, links) auf eine Felswand mit einer Links-Rechts-Kombination zu. Am Ende der 2. Kurve (Rechts-Kurve) wartet eine Walze auf den Paddler, zudem ist die linke Felswand (mit Vorsprung) leicht angespült. Die nächste markante Stelle ist eine niedrige Felsklamm, in der die Strömung über Schwälle immer schneller auf eine scharfe Links-Kurve zieht. Kurz danach folgt eine faszinierende Stufe mit interessanten Gesteinsformationen im Gumpen. Hier sieht es nach mehreren Möglichkeiten aus - die Rutsche rechts scheint aber die einfachste Route zu sein. Mit Blick auf das Panorama verschneiter Berge geht es nunmehr der markantesten Stelle entgegen - einer 3m hohen Stufe. Spritzig und ungesund landet die rechte Hälfte der Strömung auf einem Stein, die Mitte der Stufe ist steil und sauber, die linke Seite wird durch eine Zwischenstufe gebremst (Vorsicht - Stecker!). Hier fährt es sich mittig oder mittig->links ganz gut. Nach dieser Stufe nehmen die Schwierigkeiten ab, und der Stausee ist bald erreicht - leicht zu erkennen durch das ausgewaschene Ufer. Je nach Füllstand geht es aber mitunter bis zur letzten Kurve vor dem Ausstieg munter weiter. Im trockenen Teil des Stausees formen riesige Steine ein Naturslalom, in dem mensch jedoch Vorsicht walten lassen - riesige Felsblöcke in Kombination mit angespülten Baumhindernissen können hier gemeine (unterspülte) Stellen entstehen lassen. Der Ausstieg an der Brücke des Stausees wurde hoffentlich schon beim Umsetzen gecheckt, je nach Wasserstand kann ein Anlanden beschwerlich und schlammig vonstatten gehen. Belohnt wird mensch mit einem Ausblick auf hohe, schroffe und verschneite Gipfel.

„Scala di Santa Regina“
Länge 16 km / Gefälle 16 km / 178m (11‰) Schwierigkeit WW II - IV
Beschreibung: Gleich nach dem Einstieg kommt eine längere Schwallstrecke mit stufigem Gefälle, Verblockung, interessantes WWIII-IV. Der Wasserstand ist kraftwerksabhängig, bei mehr Wasser kann's hier auch ganz schön wuchtig werden! Ruhigere und flottere Passagen wechseln, meist fließt der grüne klare Golo durch ein schönes offenes Waldtal, dazwischen manchmal durch ein enges Felstal. Bald nach dem beliebten Paddler Campingplatz Campita (möglicher Ein/Ausstieg) kommt der berüchigte "Staubsauger" WWIV. In einer L-Kurve teilt ein schmaler Baumstreifen den Golo in 2 Arme, unmittelbat darauf kommt eine Verengung mit Abfall, dieser Abfallhat schon so manchen Paddler abgesaugt und erst Meter danach wieder ausgespuckt! Wuchtig geht's noch eine S-Kurve runter, dann beruhigt sich der Fluss wieder. Auf munterem WWIII geht's weiter bis Francardo (möglicher Ausstieg), ab hier fließt der Golo teilweise durch schöne Konglomeratklammen mit wechselnden Schwierigkeiten bis Ponte Leccia.

„Mittlerer Golo“ „Barchetta-Schlucht“
Länge 16 km / Gefälle / 106m (7‰)
Beschreibung Kriterien: Strecke bis Barchetta ähnlich der des mittleren Golo; Schwierigkeiten: Wasserwucht kann kräftig zunehmen nach der Mündung von Asco und Tartagine, unterhalb von Ponte Leccia; sonst lange, fast pastorale Abschnitte, immer wieder durch Schwallstrecken mit Verblockung unterbrochen (Riesenblöcke bei Eisenbahnbrücke mit fairen Durchlässen); ab Barchetta dann stark verblockte langgezogene Eingangsschwälle zur Schlucht mit Walzen und überspülten Blöcken; Schwierigkeitsgrad oberhalb von Barchetta III (III bis IV), untere Schlucht IV (IV bis V); Vorsicht, Wehre!; danach bis zur Mündung Wanderstrecke; Pkw-Begleitung teilweise möglich; Zeltmöglichkeiten für Bevinco, Tartagine, Asco, Golo (Calasima) und Casaluna bei der Ponte Rosso oder flussaufwärts.

Travo
Länge / Gefälle 6 km / 180m (30‰) Schwierigkeit WW IV - VI
Beschreibung: Schon bald nach dem Einstieg präsentiert der grüne Travo die ersten Katarakte und verblockten Gefällestrecken, eine steilere Rutsche WWV bildet das erste technische Highlight. Die folgenden Kaskaden bieten einen Vorgeschmack auf die Wasserfälle im Dom.
Erwähnenswert ist vielleicht noch ein Zweistufiger leicht rückläufiger Schlitz, welcher am linken Ufer besichtigt und umtragen werden kann. Der Umtrager am l Ufer stellt das Schuhwerk auf eine harte Probe, selbst bei trockenem Wetter sind die glatten Travogranite rutschig, bei Nässe ist Umtragen wahrscheinlich unmöglich!
Der Dom ist eine überaus fotogene Dreierkombination von bis zu 6m hohen Wasserfällen, diese werden am besten an der Stelle mit dem wenigsten Wasser befahren, bei NW-MW bietet sich die einfach zu merkende Abfolge rechts-links-rechts an. Der erste Fall scheint harmlos, hier haben sich aber im unscheinbaren Rücklauf schon Dramen abgespielt (keine Paddel wegwerfen;-)... Die erste Stelle kann am r Ufer besichtigt und umtragen werden, eine Absicherung ist am r Ufer im Unterwasser möglich (ev. angeseilter Kajaker?). Der 2. Fall ist nur schwer zu besichtigen, im Zweifelsfall l runter! Der 3. Fall kann an beiden Ufern besichtigt werden, im Zweifelsfall r runter- wie gesagt R-L-R!
Etwa 150m weiter folgt die berüchtigte "Pröllerstufe", eine arg verblockte, vom Boot nicht zu überblickende enger werdende Gefällestrecke kündigt diese Stelle an. Schweizer Paddler haben hier am l Ufer Totenköpfe auf die Blöcke gemalt, danke! Die "Pröllerstufe" ist ein steckgefährlicher Wasserfall mit gefährlicher Anfahrt, wobei die Gefahrenquelle teilweise nicht ersichtlich ist, WWVI-X. Die letzten Jahre hat es hier aber etwa 10 Todesfälle gegeben - also bitte l umtragen!
Weiter geht's entweder per 5m Felsenstart in den Ausgangspool - nicht einfach - hier hat es auch schon einen Wirbelbruch gegeben, oder ein Stück weiter vorklettern, aus 3m Höhe runterspringen (Beine anziehen) und die Boote nachwerfen - sicherer! Die Hälfte der Strecke ist vorbei, es wollen aber noch einige schwierige Stellen gemeistert werden, z.B. eine umtragungswürdig enge verblockte Gefällestrecke.
Mit stark verblockten Abfällen bis WWV und ruhigeren Zwischenstücken fließt der Travo weiter, bei NW wird in den breiteren Passagen das Wasser knapp, wann kommt denn endlich der Ausstieg? Erst 1km vor dem Ausstieg wird die Straße am l Ufer sichtbar, ab jetzt WWIV bis zum Ausstieg bei der Brücke.
Bei niedrigen Wasserstämden ist ein Ausstieg am rechten Ufer möglich. Hierzu steigt man vor dem ersten Domfall rechts im Gebüsch in einem kleinen Canyon zur Strasse aus. Ist man den zweiten Fall gefahren, so gibt es kein zurück mehr! Aufstieg zur Strasse circa 15min mit Boot. An der Strasse ist die Stelle leicht zu übersehen. Sie befindet sich an einer Parkbucht (~4 Autos) vor einem großen Stein bevor die Strasse von Chisa kommend den Fluss in einer Serpentine verlässt.

Rizzanese
Länge / Gefälle 14 km / 242m (17‰) Schwierigkeit WW V – VI
Beschreibung: Ein zu Recht berühmter (oder berüchtigter) Klassiker, überall in der Kanusportwelt bekannt für den 10m Wasserfall im Schluchtabschnitt. Weniger bekannt ist, dass die Schlucht auch andere Fälle mit 6, 4 und 3 Metern und eine gute 4-5km WWV Strecke enthält. Nicht entgehen lassen. Der Standardeinstieg für den Rizzanese ist die Brücke der D20 nahe Zoza. Der Pegel hier sollte idealerweise 60 bis 90 Zentimeter anzeigen. Alternativ kann, wenn gewünscht, der 1km WWV Abschnitt oberhalb der Brücke zum Aufwärmen gefahren werden. Starte bei einer Linkskurve direkt unterhalb eines nicht besonders sauberen WWVI Wasserfall. Unterhalb der Brücke öffnet sich der Fluss, wird freundlicher und landschaftlich reizvoller. Der Fluss fließt anfangs mit WWIV und nimmt bald auf WWV zu. Wahrscheinlich sind die Umtrager bei den beiden 6m Wasserfällen die etwa 1km auseinander liegen. In beiden Fällen hat der Fluss den Fels stark ausgewaschen und ein sehr rückläufiges U-förmiges Unterwasser gebildet. Ein breiter 6m Schrägabfall kennzeichnet den Beginn des wirklichen Spaßes. 100m weiter ist ein 2-3m Abfall, es wird empfohlen diese Stufe und den nachfolgenden 10m Wasserfall gemeinsam zu besichtigen. Am linken Ufer führt ein Pfad zu der Stelle, von der aus es möglich ist, zu einer auf der Wasserebene liegenden Plattform nahe dem Pool unterhalb des hohen Wasserfalls runterzuklettern. Diese Tribüne ist zwar gut zum Fotografieren und Umtragen, aber ein bisschen zu weit vom Schuss für eine Wurfsacksicherung. Nimm den 2m Fall auf der r Seite mit Tempo. Der Rücklauf ist mächtig. Die Spur über die Kante des 10m Wasserfalls führt normalerweise ganz rechts über das seichte Stück dicht bei der Felswand runter. Das Ziel ist den Rücklauf und den l vermuteten Fels im Unterwasser zu vermeiden. Der Pool wird durch einen weiteren 2m Fall, der normalerweise extrem l genommen wird, verlassen. Ab jetzt nehmen die Schwierigkeiten ab, aber es kommen noch zwei zu beachtende Fälle. Zuerst ein einfach aussehender 2m Abfall, der unten unter einen stark unterspülten Fels strömt. Dann ein 6m Wasserfall in kochendes Unterwasser, das Schwimmer nur sehr widerwillig entlässt. In den letzten drei Jahren wurde hier ein toter Körper und einen Schwimmer lebendig aber bewusstlos freigelassen. Es gibt eine Chickenroute nach rechts, die viel mehr Spaß macht und weniger Nerven aufreibend ist. Es ist möglich nahe dem 6m Wasserfall durch Hinauftragen auf einem Pfad am rechten Ufer rauf zur Straße N194 zu kommen. Aber es ist oft am besten die 8km WWIII bis zur Brücke der D69 unterhalb Arbellara zu fahren. Das ermöglicht eine weit weniger anstrengende Tragerei und eine kürzere Autofahrt. Diese Strecke des Flusses ist besonders angenehm und ist auch wert extra gepaddelt zu paddeln, falls die Härte des oberen Rizzaneses nicht gewünscht ist. Einfache Stromschnellen und ein paar verfallene Wehre beleben die Fahrt durch ein landschaftlich reizvolles bewaldetes Tal. Es gibt einen Zeltplatz nahe bei der Ausstiegsbrücke.

Restonica
Länge / Gefälle 13 km / 923m (71‰) Schwierigkeit
Beschreibung: An einem sonnigen Tag ist das Restonica Tal eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten auf Korsika. Leider ist es auch das am leichtesten zugängliche von Korsikas hohen Tälern, das führt zu einem Strom von Autos und Mountainbikes, die die Straße rauf und runter fahren. Bei niedrigem Pegel ist es keine schlechte Idee es ihnen gleich zu tun. Ein Abendausflug zum Talschluss ist sicher kein Fehler, besonders mit einem Fahrrad auf dem Dach, um damit zurück nach Corte runter zu rollen. Es gibt einen landschaftlich schönen Campingplatz auf halber Strecke im Tal, die hohen Berge lassen die Sonne dort aber erst spät am Morgen kommen. Für viele Kanuten wird es beim Besuch der Restonica mit dem Auto bleiben, da das geringe Einzugsgebiet seltener kajaktaugliches Wasser bietet, als auf vielen der größeren Nachbarn. Aber wenn der Fluss rinnt, bietet er eine der steilsten Strecken Korsikas. Es ist möglich fast den ganzen Fluss von der Straße aus zu erkunden, und einen Abschnitt abhängig vom Wasserstand zu wählen. Der oberste Einstieg ist normalerweise nahe der Grotte etwa 14 Kilometer oberhalb von Corte, wo ein Pfad zum Fluss hinunterführt. Falls der Wasserstand passt, gibt es aber keinen Grund, nicht weiter oben gelegene Abschnitte zu versuchen. Der Fluss selbst bietet eine endlose Folge von steilen Abfällen in enge Pools in einer schmalen, überwucherten Schlucht. Nimm dein ältestes Paddel, deine älteste Ausrüstung und rechne mit etwa 90 Minuten pro km. Die Restonica hat einen Charakter, der dich entweder anzieht oder abstößt, je nachdem ob du es magst über eine 3m Stufe runterzufallen, gleichzeitig vermeiden musst, den Baum auf halbem Weg mit dem Kopf zu erwischen und nach der Landung sofort rückwärts paddeln musst um nicht im Dornengestrüpp zu landen. (Möglicherweise bin ich voreingenommen, weil ich den falschen Abschnitt gewählt habe.) Weiter oben im Tal ist das Flusstal offen mit WWIV-V, aber überwachsen. Weiter unten geht der Fluss langsam über in eine seichte Schlucht, die Hindernisse werden mehr mineralisch und weniger vegetarisch. Zur Kompensation steigen die Schwierigkeiten auf WWVI. Erst nahe der Stadt wird der Fluss einfacher, durch Corte bis zum Tavignano geht's mit WWIV.

Obere Liamone
Länge / Gefälle 8 km / 181m (23‰) Schwierigkeit WW V
Beschreibung: Gestartet wird nicht auf der Liamone sondern am Fiume Grosso, nach wenigen Metern mündet von r die Lizola. Der grüne klare Fiume Grosso fließt hier in einer niedrigen Klamm mit schönen rötlichen Felsen und verengt sich hier stellenweise auf unter 2m, WWIV. Die Mündung in die Liamone ist nach 2km erreicht, jetzt sind wir auf dem richtigen Bach, ab hier gibt's auch deutlich mehr Wasser. Bald folgt die erste schwerere Stelle mit 2-3m Wasserfall, diese kann l auch gut umtragen werden. Grundgesteinsrutschen, stark verblockte Slalomparcours, Abfälle und klemmgefährliche Sachen machen eine Besichtigung oft erforderlich, umtragen ist meist problemlos möglich. Die Liamone fließt jetzt in einer Waldschlucht und teilweise in einer schmalen Klamm. Eine Linkskurve mit verblocktem Start am r Ufer mündet in eine Gasse mit Querwalze und erfordert eine trickreiche Anfahrt. In nahezu ununterbrochenen Folge wechseln Rutschen, Abfälle und schwerere Stellen, WWV. Die 2m hohe über die gesamte Flussbreite gehende Stufe wird am besten auf der Schanze im r Drittel gefahren. Ein Stück nach einer fotogenen längeren flachen Felsrutsche kommt eine verblockte mehrstufige Gefällestrecke, hier heisst es Zick Zack fahren und in der letzten Stufe nicht umfallen! Eine etwas klemmgefährliche Stelle am r Ufer wird ev l umtragen. Die bald folgende Schlüsselstelle ist auch schwer, verblockte Anfahrt, Abfall und mit eingezogenem Kopf unter einem großen schrägen Felsen durch! Weitere spannende Stellen warten. Im letzten Drittel, nicht weit nach einer schönen Stufe ist noch eine unfahrbare siphonierte Stelle die am l Ufer umtragen wird. Schön langsam werden die Schwierigkeiten weniger, die Schlucht niedriger, die letzten 2km fällt der Fluss auf WWIII, entspannt geht's der Ausstiegsbrücke entgegen.

Mittlere Liamone
Länge / Gefälle 10 km / 165m (16‰) Schwierigkeit WW IV - V
Beschreibung: Die klare grüne Liamone fließt in einer schönen von hohen Bergen umrahmten Waldschlucht. Das erste Drittel ist vom Charakter her ähnlich den letzten 2km des vorhergehenden auf dem Fiume Grosso beginnenden Abschnitts, einfaches Wildwasser mit wenig Verblockung bis WWIII und ruhigeren Zwischenstücken. Einmal kommt ein Hüpfer mit 1,5m Höhe der einen ersten Boof verlangt. Bald folgt die erste schwere Stelle, zuerst eine Schanze - Rutsche, dann ein S mit folgendem Schrägabfall, das Unterwasser ist aber ein bisserl unsauber, Besichtigen und Umtragen ist l gut möglich. Weitgehend offen fließt die Liamone in faszinierender Landschaft dahin, die Felswände werden höher und steiler, ein Abbruch der Fahrt mit Raustragen des Bootes scheint nach dem Ende des verfallenen Wegs im ersten Drittel nicht mehr möglich. Etwa auf halber Strecke sind die Reste einer verfallenen Brücke, hier beginnt ein 1km langes Labyrinth mit vielen großen runden Blöcken WWV, die Durchfahrt ist nur nach eingehender Besichtigung zu finden! Am Ende dieses immer wieder von ein paar Meter offenem Wasser unterbrochenen Hindernisparcours ist noch eine knifflige Stelle, in einer bei mehr Wasser wuchtigen Gefällestrecke muss rasch von r nach l und wieder retour gewechselt werden. Dann kommt bald der etwas rückläufige 3m Wasserfall, dieser kann ganz r runtergehüpft oder l einfach umtragen werden. 200m weiter folgt der unfahrbare Eingangsfall in die Liamoneklamm, r umtragen. Die anschließende Zwangspassage kann nur schwer eingesehen werden, die sichtbare Stufe hat in der l Hälfte einen großen Felsen, in der r Hälfte einen flachen, bei MW überspülten Felsen. Auf der rechten Flanke dieses überspülten Felsens wird hinuntergebooft, r sofort nach dem 3m tiefer liegenden Landeplatz kann der erste Dummy ev rasch aussteigen (bei mehr Wasser nicht einfach) um die etwas rückläufige Stufe zu sichern. Vom Boot aus kann man am l Ufer ein bisserl in die schmale Klamm reinspähen, gefahren wird fast ganz l, bei MW geht es wuchtig mit Walzen im Höllentempo runter, Überschläge sind möglich, r ist eine große giftige Walze WWV. Diese gesamte Passage kann auch am r Ufer in etwa 50m Höhe mehrere 100m weit mühsam umtragen werden, auch am l Ufer nach dem unfahrbaren Wasserfall sollte kürzeres Umtragen oder ein Blick auf die Schwierigkeiten möglich sein, trockene Felsen und etwas Kletterei sind hier gefragt. Nach dem heißen Ritt durch die Klamm wird die Liamone immer ruhiger, die letzten 2km sind wie am Beginn der Fahrt. Von l mündet der Cruzzini, 1km weiter ist der Ausstieg am r Ufer kurz vor dem Pegel ca 100m vor der Brücke.
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