Längst überfälliger Sieg - Gerd Serrasolses (ESP) und Mariann Saether (NOR) sind die adidas Sickline Extremkajakweltmeister 2015

  Oetz (sgh) - Nach einem intensiven Rennwochenende auf der legendären Wellerbrückenstrecke im österreichischen Ötztal, sicherte sich der 27-jährige Spanier Gerd Serrasolses zum ersten Mal den begehrten Titel des Extremkajakweltmeisters, vor dem Engländer David Bain und dem dreifachen adidas Sickline Champion Sam Sutton aus Neuseeland. Serrasolses ließ das hochkarätige Feld der weltbesten Wildwasserpaddler Runde für Runde hinter sich.
Bei den Damen siegte die 35-jährige Kajaklegende Mariann Saether aus Norwegen, vor Jennifer Chrimes aus Großbritannien und Alona Buslaieva aus der Ukraine.

Im achten Jahr konnte die adidas Sickline Extreme Kayak World Championship einen neuen Teilnehmerrekord verzeichnen: 175 Athleten aus 30 Nationen gaben ihr Bestes, um ins Finale zu kommen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Events wurde auch ein Weltmeistertitel bei den Damen vergeben. 25 Kajakerinnen waren am Start.

Gerd Serrasolses galt während des gesamten Wochenendes als Favorit, nachdem er in der Qualifikation die Bestzeit fuhr. Auch im Viertel- und Halbfinale, aus dem er jeweils als Sieger hervorging, zeigte er Runde um Runde, wie schwer es sein würde, ihn in diesem prestigeträchtigen Rennen zu schlagen. Letztes Jahr konnte Serrasolses dem hohen Druck als Favorit zu gelten noch nicht standhalten und verlor wertvolle Zeit im entscheidenden Lauf, doch heute rief der Spanier im Finale seine Bestleistung ab und brachte die Uhr bei 55.34 Sekunden zum Stehen. Mit dieser Zeit war er nicht nur Tagesschnellster, sondern stellte zudem noch einen neuen Streckenrekord auf. „Die Erfahrung hat sich heute ausgezahlt.“ sagte Serrasolses. „Dieses Jahr blieb ich ruhig. Der Dank gilt auch meiner Lebensgefährtin, die mir zur Seite stand und ständig versuchte mich abzulenken. Als letztes im Finale zu starten macht einen nervös und erhöht den Druck. Ich versuchte konzentriert zu bleiben, denn ich wusste, dass ich es schaffen kann. Heute morgen hatte ich zwei gute Läufe, fühlte mich gut und war bereit mein Bestes zu geben. Jetzt bin ich total sprachlos. 2015 war mein bestes Jahr überhaupt. Ich habe einige Rennen gewonnen, reiste um die ganze Welt, unternahm Expeditionen mit meinem Bruder und hatte ein unglaubliches Jahr. Dieses nun mit einem WM-Titel abschließen zu können ist ein großartiges Geschenk.“

Der dreifache Extremkajakweltmeister Sam Sutton, der auch mit einer grandiosen Zeit (56.19) im Finale überzeugen konnte, war erleichtert nach zwei Jahren wieder auf dem Podium zu stehen. „In meinem letzten Lauf habe ich mich ein bisschen wie ‚der alte’ Sam Sutton gefühlt“, sagte er. „Vater zu sein ist leicht für mich. Meine Lebensgefährtin macht einen super Job mit den Kindern. Ich habe zwei Geschäfte und zwei Start-up Unternehmen. Meine Gedanken drehen sich nicht immer nur ums Kajakfahren. Das Härteste an diesem Wochenende war wieder zum Kajaken zurückzufinden.“ Und Sutton fügte hinzu: „Ich freue mich riesig für Gerd. Natürlich wäre ich glücklich gewesen zu gewinnen, aber es ist ok, den Titel an einen besseren Fahrer zu verlieren. Gerd ist derzeit mit Abstand der beste Kajaker der Welt. Er ist unglaublich konstant und das konnte man heute sehen. Er hat in jeder Runde einen rausgehauen. Deshalb freue ich mich so für ihn.“

Der 22 Jahre alte David Bain, der zum dritten Mal in Folge im Finale stand, war überglücklich, die zweitschnellste Zeit mit 56.19 Sekunden ins Ziel zu bringen. Damit zog er mit Lukas Kalkbrenner gleich, der dieselbe beeindruckende Zeit im Semifinale erzielte. „Ich fange langsam an zu begreifen, dass ich es endlich geschafft habe. Ich habe die letzten Jahre gekämpft und versucht, einen kühlen Kopf im Finale zu bewahren, um zu zeigen, was ich kann. Und dass ich heute dieses Ergebnis erzielen konnte, ist unglaublich, weil es beweist, wozu ich fähig bin“, sagte Bain.

Bain saß als Führender im Whirlpool bis Gerd Serrasolses die schnellste Linie fuhr und ihn vom Hot Seat stieß. „Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht bin. Ich werde an mir arbeiten, um mich in den nächsten Jahren zu verbessern. Das ist mein erster Erfolg und das motiviert mich, weiter konzentriert zu trainieren. Es ist großartig zu sehen, wie ein Kollege vom Pyranha-Team das Finale gewinnt. Es ist absolut fantastisch, dass wir hier Platz eins und zwei belegen. Das Großartige an der adidas Sickline WM und am Kajakfahren generell ist der Zusammenhalt untereinander. Jeder feuert jeden an. Die Gemeinschaft ist ein wichtiger Bestandteil dieses Sports.“

Auch die fünf schnellsten Frauen nach dem Knockout-Semifinale kämpften auf den Wellerbrücke-Stromschnellen um Weltmeisterschaftsehren. Die 35-jährige Ausnahme-paddlerin Mariann Saether, die das erste Mal an der adidas Sickline Extremkajak-WM teilnahm, tauschte ihren alljährlichen Saisonjob als gut verdienende Wiesenkellnerin auf dem Oktoberfest gegen eine Goldmedaille ein. Sie sicherte sich ihren Titel mit einer Zeit von 1:09.08. „Ich hatte ein kleines Problem mit dem Champions Killer in all meinen Rennläufen. Während des Trainings lief es wirklich gut, aber im Rennen selbst hatte ich Schwierigkeiten. Auch im Finale hatte ich bis zum Champions Killer einen sehr guten Lauf. Dort wurde ich dann etwas ausgebremst, aber ich fand meine Linie wieder und war dann total begeistert, als ich meine Zeit sah. Es war fantastisch“.
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Hannelore Grünler aus Artern | 06.10.2015 | 13:11  
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