Leonard und Elias finden Judo cool und freuen sich auf den Messe-Cup

Leonard (r.) und Elias trainieren gemeinsam.
  Erfurt: Leichtathletikhalle |

Wenn am 9. und 10. Mai in der Erfurter Leichtathletikhalle fast 1000 Nachwuchs-Judoka aus acht Ländern beim Internationalen Thüringer Messe-Cup und beim Internationalen ega-Pokal auf die Matte gehen, dann sind auch Leonard Constantin und Elias Kroll vom gastgebenden Erfurter Judo-Club dabei. Die 13-Jährigen, die nicht nur Sportkameraden, sondern auch Freunde sind, plaudern über ihren Sport und ihre Ziele, über Mädchen und darüber, ob es ihre Freundschaft gefährdet, wenn sie in derselben Gewichtsklasse antreten und immer nur einer siegen kann:

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udo bestimmt seit Jahren das Leben von Elias Kroll und Leonard Constantin, erzählen sie in einer Trainingspause. Leonards Opa war ein erfolgreicher Boxer, der Vater Ringer, da ist es fast vorprogrammiert, dass der Junge Kampfsportler wird. Das ist er nun schon sieben Jahre lang. Auch bei Elias, im fünften Jahr dabei, liegt das Judo-Gen in der Familie, sein großer und auch der kleine Bruder sind Judoka, der Großvater legte ihm diesen Sport zusätzlich ans Herz.

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nglaublich cool finden die Jungs ihren Kampfsport. „Hier kann man sich ganz allein Siege erkämpfen, muss auf der Matte selbst entscheiden, was man macht“, sagt Leonard. Ganz anders als beim Fußball. Die Selbstverteidigung sei auch nicht zu verachten, wirft Elias ein. „Schön, dass Judo kein Sport mit Schlagen ist“, fügt er hinzu. Und dass die geliebte Sportart dabei hilft, selbstsicherer und diszplinierter zu werden, ist ein wunderbarer Nebeneffekt. „Hier lernt man, worauf es im Leben ankommt“, ist sich Leonard sicher. Und bei einer Rangelei draußen bleiben sie gelassen, natürlich. Ehrensache für einen Judoka.

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reimal pro Woche zum Training, das ist normal für die Jungs: Neue Techniken lernen, die alten immer wieder üben. Dazu Muskeln aufbauen und die Ausdauer trainieren. „Das Laufen ist nicht so unser Ding“, gesteht Elias. Aber es gehört nun mal dazu. Das viele Training macht sich bemerkbar, die 13-Jährigen sind bestens in Form.

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b die Muskeln auch den Mädchen auffallen? Leonard und Elias grinsen. „Das kommt auf die Mädchen an, worauf sie so stehen“, formuliert Leonard eine diplomatische Antwort. Aber schon wandern die Gedanken der Jungs zurück zum Sport. „Wenn es klappt und wir auf dem Sportgymnasium sind, hat sich das Thema sowieso erledigt“, weiß Elias. Lernen und trainieren sind dann angesagt.

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hr größter Wunsch ist es wirklich, den Sprung aufs Sportgymnasium nach Jena zu schaffen, am liebsten schon im nächsten Schuljahr. „Wir warten noch auf die Antwort. In Sachen Sport ist alles klar, jetzt geht es noch um den schulischen Bereich“, hofft Leonard, dass die Zensuren gut genug sind.

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ie haben sich eine Menge vorgenommen. Bei Turnieren landen Elias und Leonard meist ziemlich weit vorn. In ihrer Altersklasse gibt es keine Deutsche Meisterschaft. Aber in ein paar Jahren wollen sie gern in Mitteldeutschland und dann auch bundesweit von sich reden machen, so ihr Traum. Am liebsten auch bei allem, was danach kommt, gesteht Elias. „Wir wollen mehr erreichen“, stimmt sein Freund Leonard zu.

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rainiert wird gemeinsam. Auch im Wettkampf trennen sich die Wege der Jungs nicht, sie kämpfen in derselben Gewichtsklasse, haben sogar denselben Lieblingswurf. Siegen kann dabei natürlich nur einer. Tut das ihrer Freundschaft gut? „Wir haben damit kein Problem“, sind sich Leonard und Elias einig. Mal ist der eine stärker, dann wieder der andere. Ist der eine schlechter, spornt ihn das beim nächsten Mal an, sich mehr anzustrengen, den anderen zu besiegen. „Wir sind etwa gleichstark“, sagen sie, nach dem Besseren befragt.

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hancen zu gewinnen, haben also immer beide. Bald sogar könnten beide siegen: „Ich werde wohl demnächst eine Gewichtsklasse höher gehen“, zollt Leonard seinem Wachstum Tribut. Froh sind die Jungs, dass sie sich dank ihres vielen Sports beim Essen nicht zurückhalten müssen. „Aber übertreiben sollte man es auch nicht und trotzdem immer das Gewicht im Hinterkopf behalten“, vergisst Elias auch hier nicht seine Disziplin.

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hne die und den nötigen Ehrgeiz, so wissen die Kämpfer, kommen sie in ihrem Sport nicht vorwärts. Spätestens im Sommer, im Trainigslager, wollen sie, dass man ihre Judo-Fortschritte auch sieht. Dann werden sich Leonard und Elias der nächsten Gürtelprüfung stellen.

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b sie bereit sind für den Judo-Messecup am Wochenende? Die Jungs sind fit, haben fleißig trainiert. Allerdings wird es ein harter Wettkampf, dem Sichtungsturnier vom Deutschen Judobund stellen sich etliche Gleichaltrige. Hinzu kommen die Judoka aus den anderen Ländern. „Es sind nicht nur viel mehr Sportler als bei anderen Turnieren dabei, sondern die sind alle sehr stark“, weiß Leonard. Viele von ihnen kämpfen ziemlich offensiv, versuchen, sich mit riskanten Würfen durchzusetzen. Elias und er sind gewappnet.

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ieber nicht 'begegnen' wollen sich die Freunde während des Wettkampfes auf der Matte. Sonst besteht die Gefahr, dass der Verlierer nicht weiterkommt. Am besten wäre es, so ihr großer Traum, wenn sich beide erst im Finale gegenüberstehen würden. Wer gewinnt, ist dann egal. Ihre Freundschaft ist immer der Sieger.

Termin:


Erfurter Leichtathletikhalle: 18. Internationaler Thüringer Messe-Cup, 9. Mai; 23. Internationaler ega-Pokal, 10. Mai, Wettkampfbeginn jeweils um 9.45 Uhr.
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