Man muss nur hoch genug gehen

  Auch im Sommer kann man immer ein wenig Winter erleben, man muss nur hoch genug gehen.

Jeder, der oft im Alpenraum unterwegs ist, kann seine Geschichte vom Wetterumschwung erzählen. Ich bin nicht nur im Sommer in den Alpen unterwegs, nein ich fahre auch im Winter zum Ski fahren in den Alpenraum. Dort hat der Winter in diesem Jahr sehr zeitig angefangen. So habe ich die ersten richtigen Schneefälle im September erleben dürfen, was meine Großglocknerbesteigung sehr interessant gestaltete, einige Gletscherspalten konnten wir nur erahnen. Ende Oktober waren wir das erste Mal schon Ski fahren.

Aber jetzt von Vorn, das Jahr 2012 im Rückblick:
Da ich den Alpenraum sehr liebe und die endlos scheinende Natur sehr schätze, bereise ich die Alpen das ganze Jahr, so auch 2012. Zum Jahreswechsel 11/12 fahre ich schon sehr lange mit meiner Frau und Freunden in die Schweiz zum Ski laufen, natürlich alpin und natürlich auch oft neben den Pisten. Schon im Januar ruft der Alpine Kajak Club seine Mitglieder zum Powder-Wochenende auf, wir sind da kräftig neben der Piste im Tiefschnee unterwegs. Als am Sonntag der Schnee anfing zu tauen, holten wir die Kajaks raus und es ging auf den Bach. Wir sind ja ein Kajak Club. Zu Ostern waren wir auf Korsika, dort organisierte ich, wie viele Jahre zuvor auch, geführte Touren. Zu Himmelfahrt hatte ich mir vorgenommen einige neue Wasserfälle zu erkunden und zu befliegen. Dazu brauchte ich meinen Freund und Kletterspezialist Dirk Schwethelm, der sehr oft mit mir im Kajak Stromschnellen befährt. So sind wir zu Himmelfahrt an die Reinbachfälle aufgebrochen, um dort 3 Wasserfälle in Folge zu befliegen. Dirk wollte erst nicht als er in die Tief schaute, ich konnte Ihn aber schnell überzeugen und er fuhr dann gleich als Erster. Außerdem musste er sowieso in die Schlucht klettern, da wir vor unserem Abenteuer eine Reihe von Seilsicherungen anbringen mussten. An diesem Wochenende waren wir außerdem noch auf der Brandenberger Ache und auf der Ötztaler Ache, die zu diesem Zeitpunkt schon Hochwasser führten, da die Schneeschmelze in den Alpen im vollem Gang war. Zu Pfingsten ruft jedes Jahr der Alpine Kajak Club seine Mitglieder zum traditionellen Pfingsttreffen zusammen. In diesem Jahr fanden wir uns im Oberengadin ein, wo der Winter noch nicht so richtig vorbei war. Auf dem Campingplatz in der Brailschucht des Inns war es zu diesem Zeitpunkt noch sehr kalt, aber für Wildwasser 5 Paddler ein Muss. Der Inn gab so richtig Vollgas und wir flogen mit unseren Kajaks durch die Innschluchten. Da ich an dieses Pfingstwochenende oft ein paar Urlaubstage mit meiner Frau dran hänge, fuhren wir ins Warme. Es ging schnurstrax an den Lago Maggiore, auch eine Gegend mit traumhaften Wildwasserflüssen. Aber auch hier hielt es uns nicht lange, sehr zum Leidwesen meiner Frau, die gerne noch ein paar Tage am Lago gefaulenzt hätte. Schon waren wir wieder auf Achse, jetzt ging es in das Sesiatal. Dort fand zu diesem Zeitpunkt ein Extremrennen statt und dem zu Folge waren viele Kanuten im Tal unterwegs. Den Sommer habe ich der Ausbildung anderer Kanuten gewidmet und habe für den Kanu-Park Markkleeberg 6 Anfänger-Kurse gegeben. Aber es dauerte nicht lange dar rief mich der Berg! Im September wollte ich den höchsten Berg Österreichs besteigen. Als ich am Abend des 14.9. in Kals, ein kleines Bergsteigerdorf in Österreich, angekommen war, schneite es wie verrückt und ich mit Sommerreifen. Damit hatte ich also nicht gerechnet. Das so etwas ab 2000 Meter geschehen kann war mir klar aber ab 800 Meter? Naja egal, Ausrüstung hierfür hatte ich genug und machte mich am Morgen des 15. auf, in Richtung Großglockner. Am Gletscheranfang stieß mein Freund Michel Wibmer zu mir, der ein ausgebildeter Bergführer in Österreich ist. Mit Ihm war ich schon auf einigen höheren Gipfeln im Mont-Blanc-Massiv und natürlich auch auf dem Mont Blanc selber unterwegs. Den Großglockner sind wir dann in einer Nachtbesteigung gegangen. Das hatte viele Gründe, zum einen wollten wir bei Sonnenaufgang oben sein und das grandiose Naturschauspiel beobachten, zum anderen sind zu dieser Zeit viele Bergsteiger unterwegs und es kann am Großglockner auch mal zum Stau kommen, was sehr anstrengend werden kann. Im Oktober war ich schon wieder in den Alpen. Am Feiertag zur Deutschen Einheit findet jetzt schon zum 5. Mal die Extrem Weltmeisterschaft „SickLine“ statt. Zu diesem Rennen begleitete ich zwei Vereinsfreunde aus dem SVC Erfurt, denen ich meine eigenen Teilnehmererfahrungen zur Verfügung stellen konnte. Selber starte ich seit zwei Jahren nicht mehr. Aber wer weiß, zu meinem 50. Geburtstag wäre das vielleicht nochmal ein besonderer Gag. Aber das wird eine ganz andere Geschichte und da liegt auch noch das ganze Jahr 2013 vor mir. Im November ging es schon wieder zum Ski fahren und in 2 Wochen ist Weihnachten und das Jahr beende ich mit meiner Frau wie es angefangen hat im Schnee der Alpenberge.
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