Maxime Brausewetter vom Erfurter Judo-Club ist mit Leib und Seele Judoka, Deutsche Vizemeisterin und hat noch viel vor

 

Erfurt. Die 16-jährige Maxime Brausewetter vom Erfurter Judo-Club e.V. ist Deutsche Vizemeisterin, hofft auf einen Startplatz bei den Europameisterschaften und findet Judo schon ihr halbes Leben lang cool.


Manche Mädchen denken, beim Judo gehe es ums Rumprügeln und finden das total uncool!“ Maxime Brausewetter lacht. Von wegen! Die 16-Jährige, die sich schon ihr halbes Leben mit diesem japanischen Kampfsport beschäftigt, weiß es besser. Viel besser. Schließlich bedeutet die wörtliche Übersetzung von Judo „Der sanfte Weg“.

Obwohl es in diesem Sport immer mächtig zur Sache geht, die Kämpfe sind rasant und voller Kraft. Jeder versucht, in der Mann-gegen-Mann- oder Frau-gegen-Frau-Begegnung den anderen mit Hilfe einer ausgeklügelten Wurftechnik gekonnt auf den Boden zu befördern. Gelingt der Wurf nicht zu einhundert Prozent, geht der Kampf am Boden weiter. Oder aber erneut im Stehen.

Rasant und doch sanft


Trotzdem ist die Art zu kämpfen eine sanfte. Schon mit der Verbeugung zu Beginn einer Begegnung auf der Tatami, wie die Judomatte heißt, zollen die Kämpfer einander Respekt.

Nicht mit Schlägen oder Tritten, sondern einer Mischung  aus Technik, Kraft
und Schnelligkeit bezwingt der Judoka seinen Gegner. Oft versucht er, sich die Bewegungen des anderen zunutze zu machen. Oder er tut nur so, als setze er eine Technik an, um sein Gegenüber zu einer Reaktion zu veranlassen, die Ersterem wiederum als Vorlage für einen Wurf dient. Siegen durch Nachgeben.

Seit März ist sie Deutsche Vizemeisterin


Maxime Brausewetter hat das alles in Fleisch und Blut. Und die Schülerin, die nach wie vor für ihren Heimatverein, den Erfurter Judo-Club e.V., antritt und seit vier Jahren am Sportgymnasium in Jena trainiert, macht längst über Thüringens Grenzen hinaus von sich reden. Im März holte sie – der „Hansdampf in allen Gassen, wie die Mama lachend sagt – den Deutschen Vizemeistertitel nach Hause. Dieser Erfolg ist kein Grund, sich auszuruhen. Er spornt das junge Mädchen an, noch intensiver zu trainieren. Maxime will mehr. Inzwischen gehört die Thüringerin zur Nationalmannschaft der unter 18-Jährigen, in den Osterferien hat sie eine Woche lang im Trainingslager in Kienbaum mit den anderen Mädchen etliche zusätzliche Judostunden absolviert.

Es wird weiter gekämpft


An diesem Wochenende zieht sie, wie so oft, wieder den Judogi, den Judoanzug, an. Beim European Cup sind ihre Kampftechniken gefragt. „Ich möchte so gut wie möglich abschneiden“, hat sich die Erfurterin vorgenommen. Gelingt das, so weiß sie, ist sie eine heiße Anwärterin auf eine Teilnahme bei den Europameisterschaften im Juli in Athen.

Bestimmt macht es Maxime wieder spannend. „Ich verschaffe mir beim Kampf immer erst mal den Überblick“, sagt sie. Das könnte bei ihren Trainern durchaus zu dem einen oder anderen grauen Haar führen. Doch fast immer schafft es die beherzte Kämpferin, noch rechtzeitig ihre Technik durchzusetzen und zu gewinnen. Am liebsten mit einem Schulterwurf.

Große Träume


Und eines Tages, so träumt das Mädchen, möchte es bei den Weltmeisterschaften auf der Matte stehen. Bei den Olympischen Spielen sowieso. Dafür tut sie alles.

Maxime fühlt sich topfit, sagt sie und kann es kaum erwarten, wieder auf der Matte zu stehen. Kämpfen ist genau ihr Ding. Das ist schon beim Training so. Auf andere Übungen wie Joggen oder Treppenläufe könnte sie da eher verzichten, gibt Maxime lächelnd zu. Und das Gürteltraining? „Ja, ich weiß, der Blaugurt ist überfällig“, zeigt sich die Trägerin des grünen Gürtels einsichtig. Und verspricht: „Ich mache die Prüfung noch dieses Jahr, versprochen!“

Judo ist ihr Leben


Es gibt beinahe keinen Tag, an dem sich bei Maxime nicht alles um Judo dreht. Schule, Training, Hausaufgaben, Training. Manchmal nimmt sie sich Zeit für ihre Freunde, macht das, was alle 16-Jährigen gern tun. Genauso genießt sie es, zu Hause einfach einmal die Seele baumeln zu lassen. Obwohl auch dort gekämpft wird, ein wenig: Maximes dreijähriger Bruder ist begeistert vom Sport der Schwester und probiert sein Können gern an seinem großen Vorbild aus. Wenn er vier ist, dann macht er auch Judo, sagt er. Er hat wohl das Judogen im Blut, wie Maxime.

Am nächsten Wochenende darf er vielleicht seine Schwester begleiten. Dann kümmert sie sich bei Messe-Cup und ega-Pokal um die Jüngeren aus ihrem Verein. Bestimmt hat sie ganz viele Tipps für die Kleinen parat.



Lust auf mehr Judo? Messe-Cup und ega-Pokal in Erfurt


• 17. Internationaler Thüringer Messe-Cup der Altersklasse U 16: Samstag, 10. Mai, in der Erfurter Leichtathletikhalle (neben dem Steigerwaldstadion)
• Eröffnung 9 Uhr, Wettkampfbeginn 9.30 Uhr.
• Sonntag, 11. Mai: 22. Internationaler ega-Pokal, Altersklasse U 13, ebenfalls in der Leichtathletikhalle, Beginn 9.30 Uhr
• Beide Turniere richtet der Erfurter Judo-Club e.V. aus.
• Insgesamt werden 900 Judoka an diesem Wochenende erwartet. Neben namhaften deutschen Vereinen und dem kompletten Bundeskader sind Wettkämpfer aus den Niederlanden, Israel, Belgien, Luxemburg, der Schweiz, Tschechien, Ungarn und Polen gemeldet.
• Der Messe-Cup dient dem Deutschen Judo-Bund als Sichtungsturnier.
• Zuschauer sind an beiden Tagen willkommen, der Eintritt ist frei.
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