Meditatives Jagdinstrument: Michael Hauck macht erstaunliche Dinge aus Holz

Klassische Bögen aus Holz: Michael Hauk ist ein Meister seines Fachs. Foto: Heyder
 
Michael Hauck: mit der Axt beginnt der Bogenbau: Fotos: Axel Heyder

Michael Hauck baut Bögen und gibt sein Wissen an andere weiter

Drei Finger in die Sehne, den Rücken gerade. Pfeil einlegen.

Mit der Leitfeder nach außen versteht sich. Und dann spannen, bis die Hand am Kinn ankommt, dieses sogar leicht berührt. Nicht zu langsam. Und nicht zu schnell. „Und jetzt bitte den hinteren Teil des Bogens loslassen“, sagt Handwerker, Bogenbauer und Pfeilspezialist Michael Hauck aus Udestedt. Das sorgt manchmal für Schmunzeln, sogar Gelächter, wenn er anderen den Umgang mit diesem archaischen Jagdgerät erklärt. „Aber“, sagt Hauck, „ich hatte schon Leute im Kurs, die haben den vorderen Teil losgelassen und sich dabei wirklich weh getan.“ Hauck versucht es möglichst perfekt zu schildern, Schritt für Schritt. Bogenschießen ist eine Form der Meditation, davon ist er ganz fest überzeugt.


Er weiß nicht nur den Umgang weiter zu geben, sondern ebenfalls, wie man dieses meditative Instrument aus dem Holz schält, aus mittleren Stämmen. Am besten aus Eibe oder Ulme, weil die sowohl eine hohe Zug-, als auch eine gute Druckfestigkeit besitzen. Gute Eigenschaften für ein solches Schussgerät. „Wie er aussieht sagt dagegen gar nichts aus.“ Bogen gebaut habe er irgendwie schon immer. „Das hat doch jeder als Kind mal gemacht“ Welche, mit denen man gut Schießen und vor allem Treffen kann, baut er erst seit zehn Jahren. Und weil er als Elektriker, Fliesenleger und Maurer – kurz Universalhandwerker – auch ein Händchen für Holz besitzt, fiel im der Einstieg gar nicht schwer. „Man darf aber nicht denken, dass ich nicht schon einige zerbrochen habe.“ Geduld ist eine der Fähigkeiten, die denen abverlangt wird, die bei Hauck einen Bogenbaukurs belegen, der zumeist über drei Tage geht. Es gilt die Form im Holz zu finden, aufzuzeichnen und sich Lage für Lage dorthin zu arbeiten. Bis er sich biegt. „Wer dabei keine Geduld aufbringt, macht schnell aus einem 35-Pfund einen 20-Pfund-Bogen. Den kann er dann den Kindern schenken“. Sprich, wer zuviel Holz wegnimmt, schießt ganz schnell über sein Ziel hinaus und sein Bogen verliert an Kraft.


Gerät er einmal ins Schwärmen, ist er kaum zu bremsen. Köcher, Federn und Pfeilarten, Hölzer und deren Lagerung, Sport- und urzeitliche Bögen, welche mit Auflage und ohne. Handgriffe aus Leder oder Fell. Zu all dem kann er nicht nur einfach etwas erzählen, sondern er tut dies mit ebensoviel Leidenschaft. So, wie er seine Axt schwingt, um die ersten Späne aus dem Viertelstab zu heben. „Ein Bogen ist wie ein Instrument, man darf ihn weder im kühlen nassen Keller lagern, noch im Heizungsraum“ gibt er denen mit auf den Weg, die ihren ersten selbst gefertigten Bogen mit Blasen und Schlieren an ihrer Hand festhalten. „Und denkt daran, dieser Bogen ist auf euch angepasst, in Armlänge und Größe.“ Nicht jeder Bogen ist für jeden geeignet, er ist so individuell, wie sein Erbauer.


Kontakt: Für Kurse zur Herstellung traditioneller Holzbögen oder Event-Bogenschießen, Michael Hauck, Udestedt, Tel. 0152 / 0200 72 88.


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