Mit Bogenschießen zu sich selbst finden

Steffi Prause mit ihrem Schützling Beate (vorn). Der 44-Jährigen tut das therapeutische Bogenschießen sichtlich gut.
Zwei Menschen. Ein Bogen. Zusammen bilden sie einen Kreis. Nur ihn gibt es jetzt. Keine Umgebung. Ein Moment voller Harmonie. Beate schließt die Augen. Gleich wird sie den Pfeil in die Hand nehmen und den Bogen spannen. Wenn sie dazu bereit ist. Sie atmet tief ein und aus. Konzentriert. Jetzt ist sie ganz bei sich. Das Ziel ist nah. „Das Zielen steht hier gar nicht im Vordergrund“, weiß Steffi Prause. Im Gegensatz zu sonst, wenn die Trainerin mit ihren Bogenschützen im Verein übt oder Talente sucht.

Diesmal ist ihre Aufgabe eine andere. Als zertifizierte Trainerin für therapeutisches Bogenschießen hilft sie Menschen, die Probleme haben. In der Vergangenheit geschah das eher nebenbei, beim Bogenschießen mit Erwachsenen, die eine Handicap haben. Der Sport tut ihnen gut, das ist nicht zu übersehen. Steffi Prause will mehr. Sie eignet sich das nötige Fachwissen an, lässt sich zur Trainerin für therapeutisches Bogen­schießen mit dem Schwerpunkt Psychosomatik ausbilden.

Ein gemeinsames Stück Weg


„Heilen kann ich aber nicht“, sagt die Erfurterin. ­Dafür andere ein Stück auf ihrem Weg begleiten, ihnen sanft behilflich sein. Die sonst so quirlige Steffi tritt hier einen Schritt zurück. Ihr Gegenüber ist das Wichtigste. Ihre Hilfe bietet sie Menschen, die im muskulären oder im psychosomatischen Bereich Probleme haben. Bei den letzteren ist es ihr wichtig, immer auch mit dem behandelnden Psychologen zusammenzuarbeiten. Nur so kann das Ganze erfolgreich sein.

Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht. Doch die Erfahrung lehrt, dass es meist funktioniert. Steffi Prause bietet keine fertigen Lösungen. Behutsam reicht sie ihre Hand, gibt mit dem Sport und ihrer Art kleine Anstöße. Manchmal, so sagt sie, sehe sie schon an der Art, den Pfeil zu schießen, wie es dem anderen geht. Ist der Schuss eher zögerlich oder wirkt er wie ein Befreiungsschlag? Vermag er im übertragenen Sinne vielleicht etwas anzuschieben? Fühlt es sich gut an loszulassen? Geht es bei den einen vor allem darum, die Muskulatur zu kräftigen, Haltungsschwächen zu korrigieren und Disbalancen vorzubeugen, hilft die Trainerin den anderen, Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Besinnen auf die Stärken


„Es geht darum, zu sich selbst zu finden, sich auf seine Stärken und Fähigkeiten zu besinnen“, bringt es Steffi Prause auf den Punkt. Vieles funktioniere dabei über eine ganz bewusste Atmung. Ziemlich schnell wird ihrem Gegenüber in einer der fünf vorgesehenen Trainingseinheiten bewusst, dass Bogenschießen so viel mehr ist, als nur anzuspannen und zu entspannen. Beate hat gerade ein therapeutisches Training hinter sich, sie leidet an Skoliose. Zufrieden lächelt sie. „Ich habe immer Probleme, um von der Hektik wegzukommen und merke, dass ich hier die nötige Ruhe finde, meine Muskeln sind auch stärker geworden.“, freut sie sich über erste Erfolge. Kommt sie heute nach Hause, wird sie alles gelassener sehen. Es wirkt.

KONTAKT:
steffi.bogensportinerfurt@googlemail.com, Telefon 01 70 / 3 41 55 48
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