Operation geglückt, der Patient ist am Leben! Erfurt schlägt Dresden mit 3:2

Dreimal musste Dresdens Keeper hinter sich zurück schauen. Fotos: Axel Heyder
 
Carsten Kammlott mit einer starken Partie, auch wenn die Tore heute andere schossen. Foto: Heyder
Erfurt: Stadion |

+ Fünf Tore im Spiel gegen den Spitzenreiter + Erfurt schlägt Dynamo Dresden +

Zwei völlig unterschiedliche Hälften, zwei unterschiedliche Mannschaften. Was zunächst zaghaft und ideenlos wirkte, enwickelte sich auf rutschigem Geläuf dann doch noch zu einem kleinen Taifun.

Der FC Rot-Weiß Erfurt schlägt den Spitzenreiter Dresden mit 3:2-Toren. Und das nicht knapp, wie das Ergebnis vermuten lässt und schon gar nicht unverdient, wenn man dem Spiel länger als 45 Minuten folgte, auch wenn Dresdens Coach das naturgemäß anders sah (Pressekonferenz unten).


Die Erste Hälfte:

Beide Truppenteile scharrten mit den Füßen, kamen auch beide recht gut aus den Startlöchern und versuchten die Rutschpartie mit etwas Fußball-Eleganz zu beleben, was aber nur mäßig gelang.

Luca Dürholtz eröffnete, die Kugel landete aber bei RWE-Torwart Erik Domaschke landete (6. Minute). Lambertz hatte sich angstellt und kam in der 9. Minute zum Schuss. Dresdens Justin Eilers, dessen Einsatz bis kurz vor Ultimo noch fraglich war, durfte kurz danach Köpfen.

Aber auch Rot-Weiß kam vor das Dresdner Tor. Aydin war es, der wenigstens mal aus 25 Metern abzog (17.). Der lebhafte Einstieg ebbte aber sehr schnell wieder ab und Erfurt verfiel in die Lethargie, die schon in der Hinrunde Zuschauer und Fersehgucker erschrecket hatte.


Das endete, wie es die 20. Minute zeigte, darin, dass der Gegner nach Ecke von Niklas Kreuzer durch den Kopf von Pascal Testroet in Führung ging. Blödes Ding, weil nämlich auch Dresden schon angefangen hatte, nachzulassen. Danach hieß es für die Zuschauer Rutschpartien und Geplätscher zu ertragen. Chancenfrei.


Doch zum Glück für Erfurt machte Marc Höcher mit einer lustigen Bananenflanke das, was man nicht recht verteidigen kann, ein Ball von dem man nicht weiß, soll er aufs Tor oder 30 Zentimeter davor landen: die Kugel landete im Tor eines überraschten Blaswich (45.) ..

Pause.

Die Zweite Hälfte

Erst jetzt fing das Spiel richtig an. Bis dahin hatten die Zuschauer zweimal 11 Typen gesehen. Ein Ball, ein Schieds- und zwei Linienrichter, die leichte Erwärmungsübungen betrieben haben, in dem sie auf und ab liefen.

Nun verfolgte Erfurt aber die Chameleon-Straegie und verwandelte Form und Farbe: Dynamo hatte keine wirkliche Idee mit aus der Kabine gebracht, dachte wohl: "Es wird schon irgendwie wie immer gehen". o.k, es gab ein, zwei Chancen kurz nach Beginn wo die "Wade Odaks" einen Rückstand verhinderte, für den Spitzenreiter aber eher mäßig.

Aber Erfurt drückte plötzlich, spielte, hatte Chancen. Aber erst als in der 69. Minute Marco Hartmann seinen Schlappen im Strafraum über den von Sebastian Tyrala hielt und der gefloulte selbst den Strafstoß in ein Tor tauschte, wollte der Dynamo wieder Licht machen. Die Ideen waren immer noch nicht zurück, aber erboste Dresdner - wie kann man das Überteam der Hinrunde bitte in Rückstand bringen - rannten nun Sturm.

Jedoch hatte Erfurt in der 90. Minute mit Aydin die bessere Abteilung Attacke und erhöhte den Einsatz auf: 3:1. Dresdens Hartmann via Kopf konnte zwar noch kurz vor Abpfiff verkürzen, aber da war Erfurt gedanklich schon dabei, den Sieg zu feiern. Zurecht.


Zahlen&Fakten:
Tore:
0:1 Testroet (20.), 1:1 Höcher (45.), 2:1 Tyrala (69.), 3:1 Aydin
(90.), 3:2 Hartmann (90.+3)

FC Rot-Weiß Erfurt: Domaschke - Judt (84. Szimayer),
Laurito, Erb, Odak - Menz, Nikolaou, - Tyrala, Höcher (71. Pigl), Aydin -
Kammlott

Zuschauer: 7273

Dynamo Dresden hat die Pressekonferenz mitgefilmt, man muss nur die Werbung zuvor überstehen.
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2 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 23.01.2016 | 22:29  
Axel Heyder aus Erfurt | 24.01.2016 | 10:36  
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