„Rex hat mich gerettet“

Dank „Rex“ hat Isabell einige Hürden in ihrem Leben genommen.
 
Ein unzertrennliches Paar.
Wie aus einer verzweifelten Schülerin und einem wilden Welpen ein unzertrennliches Superteam wurde


Heute kann Isabell offen darüber reden. Vor vier Jahren verstand sie sich selbst und die Welt nicht mehr - ihr geliebter Schäferhund "Rex I." starb mit sieben Jahren. Ein neuer Vierbeiner hat es geschafft, sie aus dem Tief zu holen. Und nicht nur das: Isabell und "Rex II." wollen ihren Titel "Mensch-Hund-Superteam" in Weimar-Schöndorf verteidigen.

Damals: Isabell war niedergeschlagen. Sie verweigerte sich, war kraft- und lustlos. Als Schülerin der 10. Klasse, mit 16 Jahren, zog sie sich in ihre Welt zurück, schloss sich oft ein. Keiner konnte sie dort erreichen. "Ich hatte keinen Halt mehr", sagt Isabell. Die Schülerin war fix und fertig, dünnhäutig und angreifbar. Denn "Kommissar Rex", der sie seit ihrem achten Geburtstag begleitete, war ihr Ein und Alles. Lief irgendetwas im Leben schief, "Rex" erfuhr es als erster, ob beim Begrüßungsritual, Ballspielen oder Kuscheln in der Hütte.

Der Schäferhund lebte bei Oma und Opa und Isabell radelte täglich zu ihm. Aber plötzlich herrschte Leere. Und die vermeintliche Schwäche wird von anderen schnell ausgenutzt. Das Mobben in der Schule brachte das Fass zum Überlaufen. Isabell schmiss hin.

Die Familie machte sich Sorgen. Sie hoffte, ein neues Tier bringt Frieden. Weit gefehlt. Isabell war sauer, lehnte den drei Monate jungen Welpen vorerst ab. Ihr Vater sprach mit ihr: Sorge dafür, dass "Rex II." ein genauso guter Hund wird, wie I. es war. Sie versprach es.

Isabell nahm sich die Worte zu Herzen und begann zu kämpfen. Der Bann war gebrochen. Sie widmete sich voll und ganz dem kleinen Tier und begann mit der Ausbildung des Welpen. Schnell merkte sie, "Rex II." war anders als sein Vorgänger. Er zerbiss alles, war wild, buddelte stundenlang und büxte aus. Isabell hatte 24 Stunden zu tun, das Tier zu betreuen. Noch blass, schüchtern und gezeichnet vom Geschehenen suchte sie Rat in der Hundeschule "Passion" in Weimar.

Alles Üben half zunächst nicht. Bei Kommandos knurrte "Rex" Isabell an. Schlussfolgerung der Trainer: Der Hund ist zu stark, gib ihn lieber ab. Auch ihr Vater hatte Angst, dass seine Tochter gebissen wird. "Ich war noch zu schwach für ihn", sagt Isabell heute. "Ich wollte ‚Rex II.‘ nicht abgeben, sondern ganz für mich haben." Zur Sicherheit wurde mit einem Maulkorb, auch zu Hause in Nebra, geübt.

Fortschritte wurden sichtbar. "Unser Verhältnis wurde immer enger", sagt Isabell. Sie gab alles für ihren vierbeinigen Freund, trainierte anderthalb Jahre regelmäßig in der Hundeschule. "Es ist mit ‚Rex‘ immer besser geworden und mir ging es auch viel besser", stellt Isabell fest. Seither sind sie ein unzertrennliches Paar.

Es folgte der erste Wettbewerb "Mensch-Hund-Superteam 2008". Die beiden traten zum Wettstreit an und holten den Pokal. Ein Jahr darauf wurde der Pokal verteidigt. Isabell hat "Rex" geprägt und der Hund hat ihr geholfen, das Leben wieder in den Griff zu bekommen. "Rex hat mich gerettet. Ich bin an ihm gewachsen", ist die 19-Jährige dankbar. Hundetrainer Thomas Kümmel fügt hinzu: "Sie ist durch den Umgang mit dem Hund gereift.

Isabell hat die Fähigkeit erlangt, sich durchzusetzen, etwas zu Ende zu bringen." "Das war das erste Mal, dass ich in meinem Leben um etwas gekämpft habe", sagt sie. Isabell kämpfte um "Rex" und hat durch ihn wieder Lust am Leben gewonnen. Heute ist sie willensstark. Sie lacht viel, holt die Schule nach und steht im Praktikum. Ihr Versprechen, dass "Rex" ein guter Hund wird, hat sie übererfüllt. Er ist ihr engster Vertrauter geworden. Gemeinsam haben sie alle Hürden genommen und treten zum dritten Wettbewerb selbstbewusst an.
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