Rot-Weiß Erfurt: Öztürk trifft in letzter Sekunde

Text: René Arand, Fotos: Axel Heyder

Rot-Weiß Erfurt schlägt den Halleschen FC mit 2:1 und überwintert damit auf einem Nichtabstiegsplatz

Was für eine Dramatik: Mit einem 2:1-Sieg in der Nachspielzeit hangelt sich der FC Rot-Weiß Erfurt im mitteldeutschen Derby gegen den Halleschen FC über den Strich und überwintert auf einem Nichtabstiegsplatz. "Ich bin mit meiner Mannschaft zufrieden, wie sie das Spiel in den Schlussminuten noch gebogen hat", zeigte sich RWE-Trainer Alois Schwartz, der die knapp 5000 Zuschauer mit einem 4-3-3-System überrascht hatte, nach Schlusspfiff erleichtert. Hochklassig war das Geschehen auf dem grünen Rasen über weite Teile der Partie allerdings nicht. Beide Teams hatten gehörigen Respekt voreinander. Dementsprechend zäh entwickelte sich das Spielgeschehen. Den besseren Start erwischten die Gäste: Becken köpfte an das rechte Außennetz (21.). Erfurt antworte darauf mit drei Chancen bis zum Pausentee. Zweimal klärte der HFC vor der Linie (35., 36.) und der Schuss von Tunjic strich knapp am linken Pfosten vorbei (40.). Sechs Minuten nach Wiederanpfiff probierte es Kopilas mit einem Kopfball - setzte diesen allerdings neben den Kasten. Danach verflachte das Gekicke auf dem Rasen wieder. Das bezahlte Eintrittsgeld sollte sich wegen der letzten 16 Minuten im Steigerwaldstadion dennoch lohnen: Der eingewechselte Preuß - drei Minuten im Spiel - brachte Halle mit einem Schuss aus der Drehung ins linke Toreck in Führung (74.). "Nach der 1:0-Führung haben wir den Fehler gemacht, dass wir Erfurt ins Spiel zurückgebracht haben", ärgerte sich HFC-Coach Sven Köhler hinterher. Gemeint ist die 80. Minute. Verteidiger Eismann senste Drexler unmotiviert im Strafraum. Folge war die Rote Karte und Elfmeter. Kapitän Nils Pfingsten- Reddig ließ sich diese Chance nicht entgehen. Sicher verwandelte er zum 1:1-Ausgleich. Die Hausherren wollten mehr, jetzt gesellte sich aber das Pech hinzu. Tunjic hämmerte den Ball an die Latte (85.). Eine Minute später setzte er die Kugel neben den linken Pfosten. Viel Zeit blieb nicht mehr um das "Goldene Tor" zu erzielen. Aber einen Mann auf dem Platz gab es noch, der die Erlösung im letzten Moment brachte. Der eingewechselte Aykut Öztürk behielt in einer Spielertraube nach einer Ecke von Pfingsten Reddig die Nerven und haute aus sechs Metern den Ball unter die Latte ins Tornetz. "Der Ball fiel mir vor die Füße. Mit links machte ich ihn rein. Für uns war das ein weiterer Schritt in die richtige Richtung", zeigte sich Erfurts Stürmer erleichtert. Einer gelungenen Weihnachtsfeier stand damit nichts mehr im Wege - die Erfurter ließen das Jahr gestern Abend in Weißensee auf der "Michelshöhe" ausklingen. Start für das neue Jahr ist am 2. Januar, wenn Trainer Alois Schwartz zum Trainingsauftakt bittet. Es folgen am 5. und 6. Januar zwei Hallenturniere, ehe am 8. Januar zum ersten Vorbereitungsspiel auf die Restsaison Zweitligist Eintracht Braunschweig seine Visitenkarte in Erfurt abgibt.
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Thomas Hahn aus Erfurt | 19.12.2012 | 21:41  
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