Rot-Weiß Erfurt: wer geht, wer bleibt und wer kommt? Die Übersicht über Transfers des FC RWE, die fünf neuen im Portrait

Erfurts neue Spieler, am heutigen Mittwoch wurden sie offizielle vorgestellt. Foto: Heyder
Erfurt: Stadion |

Das Personalkarussell beginnt sich zu drehen. Findet Erfurt die richtigen Leute für die neue Saison? Sobald wir Informationen haben, stellen wir sie in diesem Beitrag ein.

Sascha Eichmeier (Linksverteidiger); Christian Falk (Stürmer); Sebastian Tyrala (Mittelfeld); Juri Judt (Verteidiger(6er); Haris Bukva (Links-Außen).

Wer kommt:
Rot-Weiß Erfurt hat noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Christoph Menz kommt als sechster Neuzugang ablösefrei von Dynamo Dresden an den Steigerwald. Der 25jährige Rechtsfuß soll helfen das defensive Mittelfeld zu stabilisieren. Menz absolvierte für die Dresdener in der vergangenen Saison 21 Zweitligaspiele. Zuvor stand der gebürtige Magdeburger sechs Jahre in Diensten des 1. FC Union Berlin, mit denen er 2009 den Aufstieg in die zweite Liga schaffte und es dort als Defensiv-Allrounder in den folgenden Jahren insgesamt auf 125 Pflichtspiele für die "Eisernen" brachte. Allein 85 Mal kam er dabei für die Köpenicker in der 2. Bundesliga zum Einsatz. Christoph Menz, der heute Morgen noch abschließend bei Dr. Ullmann sportmedizinisch untersucht wurde, sagte zu seinem neuen Engagement in Erfurt: "Ich erinnere mich gerne an die tolle Saison in der ich mit Union in die 2. Liga aufgestiegen bin. Das würde ich gerne noch mal erleben wollen. Ich denke, dass in Erfurt gerade Bedingungen geschaffen werden, die dies nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen".

Der 26-jährige Sebastian Tyrala ist der vierte Neuzugang beim FC Rot-Weiß. Der gebürtige Pole wurde bei Borussia Dortmund ausgebildet und spielte später auch einige Male für den deutschen Vizemeister in der Bundesliga. Das brachte ihm eine Nominierung für die polnische A-Nationalmannschaft, für die er im Dezember 2008 im Länderspiel gegen Serbien eingesetzt wurde. Im Sommer 2010 wechselte er vom BVB zum Zweitligisten VfL Osnabrück, ein Jahr später dann zur SpVgg Fürth.

Für beide Vereine bestritt er fast 40 Zweitligaspiele. Im vergangen Jahr war er dann länger verletzungsbedingt außer Gefecht, u.a. weil er zwei Kreuzbandrisse erlitt. Im Profikader der Fürther kam Tyrala daraufhin zu keinen weiteren Einsätzen mehr, obwohl er seit Jahresbeginn durchgehend trainierte. Er lief für die Kleeblätter in der U23 auf. "Sebastian Tyrala ist von seinen fußballerischen Möglichkeiten her ein sehr guter Spieler, der das Potential hat uns zu helfen. Natürlich wissen wir um seine Verletzungsgeschichte. Deshalb haben wir uns einstweilen auf einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag plus Option geeinigt, damit beide Seiten die Chance haben zu sehen, ob das Engagement länger dauern kann", sagte Sportvorstand Alfred Hörtnagl. Tyrala selbst erklärte: "Ich hatte im vergangenen Jahr eine schwere Zeit. Aber ich habe mich wieder herangekämpft, wollte nie aufgeben. Mittlerweile fühle ich mich wieder so fit, wie vor der Verletzungszeit. Ich freue mich unglaublich auf Erfurt, bin dankbar für die Chance und wenn ich die Namen meiner Mitspieler lese, dann haben wir eine tolle Truppe beisammen".

Von HNK Hajduk Split kommt der 26-jährige Haris Bukva in die Blumenstadt. Bukva, gebürtiger Bosnier, der auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, hat mehrere Jugendnationalmannschaften der Alpenrepublik durchlaufen. Für Austria Kärnten, Sturm Graz und LASK Linz absolvierte er in den Jahren 2008-2013 über 100 Begegnungen in der österreichischen Bundesliga. Sturm Graz darf als seine wohl erfolgreichste Station angesehen werden. Mit dem Team aus der Steiermark trat er u.a. in zwei Spielen der Europa-League und in der Champions-League Qualifikation an. In der vergangenen Spielzeit war er beim 7-maligen kroatischen Meister Hajduk Split unter Vertrag. Bukva ist groß gewachsen (1.86m), beidfüssig stark und soll in Erfurt über den linken Flügel die Offensive bereichern. Er erhält einen Einjahresvertrag mit der Option für eine Verlängerung.
Bukva freut sich sehr auf Erfurt: "Ich glaube, dass kann passen, mit mir und dem RWE. Ich freue mich jedenfalls sehr auf den Klub. Am Wochenende hole ich daheim noch ein paar Sachen und dann kann es Montag mit dem Trainingsstart losgehen. Ich bin jedenfalls schon ganz heiß darauf". Sportvorstand Alfred Hörtnagl: „Haris ist Mann, der großes Potential hat, auch weil er schon auf höchster Ebene Erfahrung sammeln konnte".


RWE hat den 24-jährigen Sascha Eichmeier von den Sportfreunden Siegen verpflichtet. Der gebürtige Kölner, der bei Bayer Leverkusen heranwuchs, ist in der Regionalliga West zuletzt als enorm offensivstarker Linksverteidiger aufgefallen. Er erzielte in der zurückliegenden Saison fünf Tore, darunter alleine drei durch Freistöße. Seit Monaten waren höherklassige Vereine an ihm interessiert, darunter Zweitligaabsteiger Dynamo Dresden. Siegen ließ ihn noch nicht ziehen. Nun wechselt er zur neuen Saison nach Erfurt, wo er einen Zweijahresvertrag mit Option für zwei weitere Jahre unterschrieben hat. "Ich war beeindruckt von den Gesprächen mit der sportlichen Leitung. Ich will daher gerne den Weg des Vereins mitgehen. Über Erfurt hat mir mein ehemaliger Mitspieler Dominick Drexler schon einiges erzählt. Ich freue mich auf die Aufgabe", sagte Sascha Eichmeier, Er soll auf seiner Seite für positiven Konkurrenzkampf sorgen.

Weiterer Neuzugang: der FC Rot-Weiß hat heute den 27-jährigen Christian Falk vom österreichischen Bundesligisten Wolfsberger AC unter Vertrag genommen. Der 1.94 Meter große Spieler hat in den vergangenen fünf Jahren mit Wolfsberg zwei Aufstiege geschafft und dabei in insgesamt 112 Spielen 62 Tore für den Verein erzielt. Allein in den beiden letzten Bundesligajahren traf er in 45 Begegnungen 14 Mal. Eine erstaunlich gute Quote. Christian Falk, der heute einen Zweijahresvertrag bis Ende Juni 2016 unterschrieb, über Erfurt: "Die Stadt konnte ich mir kurz ansehen. Sie gefällt mir auf den ersten Blick sehr gut. Über Rot-Weiß wusste ich bis vor Kurzem noch nicht viel, weil man doch zuerst auf die Bundesliga und die 2. Liga in Deutschland schaut."

Der frühere Bundesliga- und ZweitligaspielerJuri Judt (27) kommt nach Erfurt. Der ehemalige U21-Nationalspieler stand zuletzt in Diensten des Drittligaabsteiger 1. FC Saarbrücken. Judt soll die Defensive verstärken. Juri Judt erhält am Steigerwald einen Zweijahresvertrag bis Juni 2016 mit der Option einer Verlängerung um ein weiteres Jahr.

Mittelfeldspieler Andreas Wiegel (22) bleibt in Erfurt. Darauf einigten sich zunächst der FC Rot-Weiß und Zweitligist Erzgebirge Aue, bei dem Wiegel noch unter Vertrag stand, sowie in der Folge dieser Einigung der Spieler und die sportliche Leitung des RWE. Andreas Wiegel erhält am Steigerwald einen Einjahresvertrag mit Option für ein weiteres Jahr.

Wiegel war im August des letzten Jahres von Aue nach Erfurt ausgeliehen worden und wurde seither in 22 Meisterschaftsspielen der Drittligamannschaft eingesetzt. Der gebürtige Paderborner sagte zu seiner Entscheidung für Erfurt:

"Ich hatte zwar auch andere Optionen, aber nach den Gesprächen mit Herrn Hörtnagl und einer kurzen und reiflichen Überlegung habe ich mich entschieden, gerne in Erfurt bleiben zu wollen. Ich habe mich hier in den zurückliegenden Monaten sehr wohl gefühlt und glaube an die sportliche Perspektive. Stand jetzt, haben wir eine gute und schlagkräftige Mannschaft zusammen, die in der kommenden Saison eine respektable Rolle spielen kann. Da möchte ich gerne dabei sein und mithelfen die Ziele zu erreichen".



Wer geht:
Nach dem offiziellen Saisonende, das mit einem Fiasko beim Pokalendspiel in Jena endete, hat das Stühlerücken begonnen. Nach den bereits seit einigen Tagen feststehenden Abgängen von Nils Pfingsten-Reddig und Marius Strangl, hat sich der FC Rot-Weiß von weiteren Spielern getrennt. Niklas Kreuzer, Mijo Tunjic und Mario Fillinger wurde die Freigabe erteilt. Wohin sie wechseln ist nicht bekannt. Auch Christopher Drazan verlässt den Klub und geht, da nur ausgeliehen, wieder nach Kaiserslautern zurück.

Wer bleibt:
Rot-Weiß Erfurt hat sich mit Rafael Czichos (24) und Jean-François „Jeff“ Kornetzky (32) auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt. Verteidiger Czichos unterschrieb einen Einjahresvertrag bis 30.06.15 mit Option für ein weiteres Jahr. Torwart Kornetzky wurde mit einem Zweijahresvertrag bis Ende Juni 2016 gebunden.
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4 Kommentare
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Daniel Dorow aus Erfurt | 19.05.2014 | 17:15  
Axel Heyder aus Erfurt | 19.05.2014 | 18:49  
Axel Heyder aus Erfurt | 20.05.2014 | 19:13  
Axel Heyder aus Erfurt | 24.05.2014 | 17:40  
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