RWE-Fußball-Talk: Arand & Heyder

Arand: Hui, da gibt es ja einiges aufzuarbeiten. Ein kleines Erdbeben. Was meinst Du, welchen Wert hat es auf der Richterskala?

Heyder: Mindestens Sieben. Aber Erdbeben taugt im Grunde für den Vergleich nicht. Ein Erdstoß dauert nur Sekunden und dann gibt es zwar Trümmer, aber die Erde ist wieder ruhig. In Erfurt gibts auch Trümmer, aber die Erde ist noch in Bewegung.

Arand: Ich habe gehört, die Chemie zwischen Teilen der Mannschaft und dem ehemaligen Trainer soll nicht gestimmt haben. Auch das Verhältnis Manager vs. Trainer war wohl angespannt.

Heyder: Mag sein. Fakt ist, dass Emmerling mit einem Klapprad die Tour de France gewinnen sollte. Aber damit scheitert man nicht erst bei der ersten Bergetappe. Zum Glück gibt es in der 3. Liga die meisten Spiele – und wirklich angebrannt ist ja noch nichts.

Arand: Wir haben vor Wochen erfahrene Spieler und Verstärkungen gefordert. Es hat einige Niederlagen gedauert, bis die Verantwortlichen unsere Sicht teilen. Neuverpflichtungen wurden nun zwar in Aussicht gestellt, aber eine Woche vor Transferschluss gleicht der Markt einer Resterampe. Der Kader wurde meiner Ansicht nach von Beginn an falsch zusammengestellt.

Heyder: Stefan Emmerling ist ein guter Mann, ähnlich wie Karsten Baumann, der in Erfurt gute Arbeit geleistet hat, aber nach ein paar Spielen ohne Erfolg gehen musste. Es gibt eine Untersuchung von Sportwissenschaftlern die zeigt – über einen Zeitraum von einer Saison betrachtet – dass ein Trainerwechsel nichts bringt. Es sei denn, der Trainer heißt Klopp oder Favre. Ein Stürmer, der weiß, wie man ins Netz trifft, und nicht nur, wie man auf die ­Stadionuhr zielt, bringt deutlich mehr Punkte.

Arand: Der Zeitpunkt ist ungünstig. Schon nach dem Osnabrück-Spiel hatte es Handlungsbedarf gegeben.

Heyder: Aber noch ist ja nichts verloren.

Arand: Wen möchtest du als neuen Trainer sehen? Ich hätte Marc Fascher, Dietmar Demuth, Matthias Maucksch oder den Ex-Auer Rico Schmitt in der Verlosung. Oder Milan Sasic! Fascher war übrigens beim RWE-Spiel in Osnabrück.

Heyder: Am besten einen, der zum Team passt und weiß, wie man modernen Fußball lehrt. Ich hoffe, dass Erfurt sich nicht lächerlich macht – wie man es in Jena erlebt hat – und am Ende drei Trainer gleichzeitig bezahlt werden müssen. René Müller halte ich jedenfalls für den falschen Mann. Siehe Jena.

Arand: Gibt es eine Lösung mit Christian Preußer? Ein 28-jähriger Berliner, der die A-Lizenz besitzt. Klasse Arbeit liefert er seit zwei Jahren als A-Junioren-Trainer ab. Er ist zudem für das Nachwuchsleistungszentrum zuständig. Er legt Wert auf Disziplin und Pünktlichkeit. Kann er die gestandenen Profis ordentlich schleifen? Deren Schutzschild ist nun weg. Teilweise wirken sie nicht fit, obwohl sie mit Alexander Fromm ja einen Fitnesstrainer haben...

Heyder: Ungern gebe ich Dir recht...

Arand: Am Samstag gegen Dortmunds Reserve, die als Neuling in die 3. Liga aufgestiegen sind, zählt nur der erste Heimsieg. Zwar gelang dem BVB bisher nur ein magerer Punkt auf fremden Platz (bei einer Torausbeute von 1:6-Toren), doch im Kader tummeln sich viele Talente wie im Mittelfeld Amini oder im Sturm Durm und Ducksch. Kämpferisch müssen sie bearbeitet werden. Daher ein knappes 2:1 RWE.

Heyder: Schwer zu sagen, ob da was geht. Ich sage mal ein knappes 1:0 voraus.
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4 Kommentare
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Andreas Stricker aus Erfurt | 29.08.2012 | 12:17  
Axel Heyder aus Erfurt | 29.08.2012 | 15:05  
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Andreas Stricker aus Erfurt | 29.08.2012 | 16:58  
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Fedor Freytag aus Erfurt | 29.08.2012 | 19:56  
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