RWE-Kabinenpredigt vollständig: Der FC Rot-Weiß Erfurt reist an die Saale zum FC Carl Zeiss Jena

Foto: Axel Heyder
Da hat die Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt die Worte des Präsidenten Rolf Rombach auf der Mitgliederversammlung wohl etwas zu ernst genommen. Der Vereinsvorsitzende sprach davon, er sei am Ende der Saison mit Tabellenplatz acht bzw. neun zufrieden. Solange RWE im DFB-Pokal noch mitkickt, ist das auch alles in Ordnung. Das Minus in der Vereinskasse in dieser Saison lässt sich teilweise mit den entgangenen Pokaleinnahmen erklären. Ein kleiner Ausgleich soll das Spiel gegen Bayern München am Sonntag, 15. Januar bieten, das möglichst viel Bares in die Kassen spülen soll.

Unkonzentriertheiten, Hektik und unzählige Fehlpässe am Samstag – war das verlorene Spiel gegen Babelsberg zum richtigen Zeitpunkt der Schuss vor den Bug? Nach einem schlechten Spiel sollte man nicht alles schlecht reden, schließlich gehören die Erfurter Jungs motiviert. Die Lunte brennt schon in der „Lichterstadt“, 40 Kilometer östlich von Erfurt an der Autobahn A4. Dort ist man extrem unter Zugzwang, sollen die Lichter nicht bald ausgehen. Der Abstieg droht. Kommt dieser, spielt man in der kommenden Saison gegen Meuselwitz, Zwickau & Co., aber soweit ist es noch nicht. Denn Vorsicht, angeknockte Boxer sind gefährlich!

Namentlich mit einem guten Spielerkader ausgestattet, läuft es an der Saale derzeit gar nicht rund. Mit 42 Gegentreffern sind sie die Schießbude der Liga. Erneut wurde beim FCC ein Trainer verschlissen: Heiko Weber ist weg. Petrik Sander soll es richten. Ein Wunderheiler ist er nicht. Zwei Niederlagen in Folge gab es zuletzt. Vergangene Woche fingen sie sich eine 2:4-Pleite in Burghausen ein, bei der Zickert mit Platzverweis flog und nun im „Derby“ fehlt. Neun Punkte, plus das schlechte Torverhältnis, sind es auf einen Nichtabstiegsplatz. Aber nicht nur sportlich gibt es Probleme. Auch bei der Nachlizenzierung droht Ärger und eine deftige Strafe.

Aber Vorsicht! In einem Derby zählt kein Tabellenplatz. Da zählt nur der Erfolg.
Erfurt sah die letzten Jahre in Jena immer gut aus. Der FCC wartet seit über sechs Jahren auf einen Heimsieg gegen Rot-Weiß. Am 29.10.2005 schaffte Jena zu Hause gegen RWE (2:0) den letzten Sieg, abgesehen vom Thüringen-Pokalspiel zwischendurch. Danach gab es in drei Aufeinandertreffen nur ein Remis (Saison 2008/2009 ;1:1) und zwei Niederlagen (2009/2010; 0:3, 2x Kammlott, Semmer) und 2010/2011 (1:3; 2x Drexler, Zedi). Seit 1947 wurden 96 Pflichtspiele ausgetragen. Dabei führt mit 38 Siegen immer noch der FCC, 34 Mal gewann RWE bei 24 Remis. Am Samstag folgt das 97. Thüringenderby.
Aufpassen müssen die Rot-Weißen besonders auf den Tschechen Jan Simak. Der 33-jährige absolvierte 59 Bundesligaspiele und 85 Zweitliga Spiele für Hannover, Mainz, Stuttgart. Für Jena erzielte er in dieser Saison sieben Saisontore. Als Ideengeber im Mittelfeld ist er Denker und Lenker im Team. Gefährlich sind seine Standards und Flanken. Aber auch auf Sebastian Hähnge und Nils Pichinot im Sturm ist zu achten. Und mit Martin Ullmann, der Sohn von Erfurts Mannschaftsarzt Peter Ullmann, kickt sogar ein ehemaliger Erfurter in den Reihen des FCC. Der gelernte Stürmer wurde allerdings während der Saison zum Rechtsverteidiger umfunktioniert. Verwundbar ist die Abwehr, was die Statistik mit 42 Gegentreffern belegt. Außerdem: Nach Gegentreffern brechen die Blau-Gelben regelrecht ein. Sie sind undiszipliniert und werden häufig vom Platz geschickt. Viermal Gelb-Rot und dreimal Rot kassierten die Saalestädter bisher, wenigstens das ist ein Spitzenwert in der Liga. Aber Vorsicht Erfurt, jede gut Serie findet irgendwann ihr Ende! Doch gerade dieses Mal darf die Reihe mit Auswärtserfolgen noch nicht reißen.

Zum Jahresabschluss das berühmte „i-Tüpfelchen“ in einem wichtigen Spiel zu setzen, wäre aus Erfurter Sicht perfekt. Zählen können sie Spieler auf ihre Fans. Der Gästeblock ist mit 1300 Zuschauern längst ausverkauft.
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4 Kommentare
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Gunter Linke aus Saalfeld | 14.12.2011 | 10:24  
302
René Arand aus Erfurt | 14.12.2011 | 11:19  
2.250
Ulf Wirrbach aus Gotha | 14.12.2011 | 21:00  
5.691
Petra Seidel aus Weimar | 25.12.2011 | 17:50  
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