RWE-Talk Arand&Heyder: Kostenfalle Stadion

  Erfurt: Steigerwald Stadion |

Erfurt mit englischer Woche – Samstag in Offenbach und Dienstag gegen Aachen – Mieten erdrücken die Klubs


Arand: Nach der Leistung fehlen mir (fast) die Worte, drei Wochen Pflichtspiel-Pause – da muss man doch heiß sein wie Frittenfett. Davon war aber nichts zu sehen. Alois Schwartz muss sich eine falsche Startaufstellung und falsche Taktik vorwerfen lassen. Oder?

Heyder: Den Schuh muss er sich anziehen. In Hälfte eins gab es keinen echten Stürmer. Öztürk kam über Außen und bediente die Mitte, in der es keine Abnehmer gab. Ein Fehlpassfestival vor heimischer Kulisse. Gegner und Schiri wollten doch eigentlich dafür Sorge tragen, dass RWE drei Punkte einfährt. Saarbrückens bester Mann, Özbeck, verletzte sich kurz nach seinem Tor. Und: Der Schiri stellte Stiefler mit einer sehr fragwürdigen Roten Karte vom Platz. Was hätte man sonst noch für Rot-Weiß tun können? Sich tot stellen? Die alte Regel gilt: Je schwächer der Gegner, desto schlechter spielt Rot-Weiß.

Arand: Zu Aachen, Gegner am Dienstag, ist fast alles gesagt. Fast. Es gesellt sich die Dreistigkeit hinzu, dass sie in ihren Lizenzunterlagen für die neue Saison keine Spielstätte angegeben haben, weil offenbar die Stadionmiete im „Millionengrab“ Tivoli zu hoch ist (1,7 Million Euro im Jahr), zahlen will Aachen nur 600 000 Euro. Nächstes ­Sorgenkind: Samstagsgegner Offenbach. Das klingt ebenfalls nach Horrorschocker: Acht Millionen Euro Verbindlichkeiten sollen sich am Bieberer Berg angehäuft haben. Auch hier soll eine Reduzierung der Stadionmiete erwirkt werden, der OFC ist der einzige Mieter.

Heyder: RWE-Präsident Rombach brachte es mit seiner Kritik an der 3.-Liga-Politik des DFB auf den Punkt: die Forderungen und das, was die Vereine ­leisten können, sind zwei Paar Schuhe, die ganz sicher nicht die gleiche Größe haben. In Erfurt sollte man nach Offenbach, Aachen und Dresden ­schauen. Die Fehler, die dort gemacht wurden, treiben die Vereine nun fast in den Ruin. Die Stadionmieten erdrücken die Klubs. Und Achtung: In Offenbach sinken die Zuschauerzahlen trotz des neuen 25-Mio-Stadions – wie in der gesamten 3. Liga.

Arand: Beim OFC schwingt nun Rico Schmitt das ­Zepter, der bei RWE auch mal in der Verlosung war. Vergangene Woche gab es eine 1:2-Nieder­lage beim Karlsruher SC. Aufpassen sollte man auf Reinhardt. Der ist für die Standards und Ecken zuständig – und brandgefährlich. Drei Tage nach dem Ausflug nach Hessen kommt die Alemannia nach Erfurt. Nach den Vorfällen vor 14 Tagen sicherlich ein Ersatzderby. Wichtige Säulen der Printenstädter fehlen diesmal nicht grippekrank. Nur Innenverteidiger Herröder brummt eine Rotsperre ab und ein weiterer Abwehrspieler mit Namen Erb fällt mit Zehenbruch aus.

Arand: Punkte müssen her. Minimalziel: vier Zähler. Ein Remis in Offenbach und ein Sieg gegen Aachen sind Pflicht. Diese Liga ist kein lockerer Bowling- oder Biathlonabend.

Heyder: Gegen den OFC wird es wohl nicht zu Punkten reichen, gegen Aachen sollte jeder Spieler mal wieder zeigen, was er drauf hat, damit van Eck das Grinsen vergeht.

KICKERS OFFENBACH
Farben: Rot-Weiß
Trainer: Rico Schmitt
Top-Torschützen: M. Fetsch, T. Rathgeber, M. Husterer
Netz: www.ofc.de

TSV ALEMANNIA
Farben: Schwarz-Gelb
Trainer: René van Eck
Top-Torschützen: D. Pozder, R. Leipertz, T. Thiele Netz: www.alemannia-aachen.de
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige