Schwere Jungs beim Boxen: Weitere Top-Kämpfe in der Messehalle

Weltmeister: Robert Stieglitz
  Von Frank Bleydorn, Sauerland Events und Axel Heyder (Fotos)

Drei Top-Highlights bei der Box-Nacht in Erfurt: Denn neben dem Kampf um die WBO-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht zwischen Marco „Käpt´n“ Huck (34-2, 25 K.o.´s) und Ola Afolabi (19-2-3, 9 K.o.´s) dürfen sich die Boxfans am 5. Mai auch auf zwei weitere, spannende Titel-Duelle freuen. Im Super-Mittelgewicht trifft WBO-Champion Robert Stieglitz (41-2, 23 K.o.´s) auf den Weltranglistendritten des Verbandes, George Groves. Im Schwergewicht geht es zwischen Kubrat Pulev (15-0, 7 K.o.´s) und Alexander Dimitrenko (32-1, 21 K.o.´s) um den derzeit vakanten EM-Titel.

„Das ist eine großartige Chance für mich“, freut sich der 30-jährige Pulev, der zurzeit bei den Weltverbänden WBA, IBF und WBO in den Top-15 geführt wird. Der Schützling von Trainer Otto Ramin, der im September 2009 sein Profidebüt gab, ist bei den Berufsboxern noch ungeschlagen. Im Oktober letzten Jahres erkämpfte er in Ludwigsburg gegen den Amerikaner Travis Walker die IBF-International Meisterschaft im Schwergewicht. Diesen Titel verteidigte er im Januar in Offenburg mit einem vorzeitigen Erfolg gegen den Briten Michael Sprott. Doch um den EM-Gürtel zu kämpfen, ist für den in Berlin trainierenden Schwergewichtler eine ganz besondere Sache. „Im Jahr 2008 war ich Amateur-Europameister“, erinnert sich der gebürtige Bulgare. „Jetzt will ich mir diesen Titel bei den Profis holen. Dimitrenko ist ein verdammt starker Gegner, doch ich werde alles daran setzen, diesen Kampf zu gewinnen.“

Auch Pulev-Coach Otto Ramin erwartet einen äußerst spannenden Fight: „Alexander Dimitrenko hat eine relativ lange Pause gemacht. Ich bin gespannt, wie stark er ist und wie er seine Verletzung weggesteckt hat. Doch er wird sicher gut vorbereitet sein. Kubrat kann deshalb nur gewinnen, wenn er variabel und schnell genug ist. Denn an der langen Führhand von Dimitrenko muss man erst einmal vorbeikommen. Doch wir haben in den letzten Wochen sehr stark an der Physis und Athletik von Kubrat gearbeitet. Deshalb bin ich sehr optimistisch!“

Zuversichtlich kann allerdings auch Alexander Dimitrenko (die aktuelle Nummer zwei der WBO- und Nummer drei der WBC-Weltrangliste) sein. Schließlich hatte der 29-jährige Schwergewichtler den Titel des Europameisters bereits inne. Nachdem er zuvor IBF-Junioren-Weltmeister und Intercontinental Champion (IBF und WBO) geworden war, eroberte er im Juli 2010 gegen den Ukrainer Yaroslav Zavorotnyi den EM-Gürtel. Zwei erfolgreiche Titelverteidigungen - im März 2011 gegen Albert Sosnowski und am 24. September letzten Jahres gegen Michael Sprott - folgten, ehe der Deutsche den EM-Titel verletzungsbedingt niederlegen musste. Jetzt will sich Dimitrenko, der inzwischen in Aschaffenburg vom Briten Scott Welch trainiert wird, seinen „alten“ Gürtel zurückholen. Seine Einschätzung zum Kampf: „Jeder Gegner ist gefährlich, vor allem in dieser Gewichtsklasse. So ist auch Pulev nicht zu unterschätzen.“

Stieglitz: Erst Groves, dann Abraham! Pulev: Erst EM-Titel, dann die Klitschkos?

Gerade der Fight um die Schwergewichts-EM verspricht äußerst interessant zu werden. Entsprechend motiviert wollen beide Kontrahenten in Erfurt in den Ring steigen. „Der Kampf gegen Alexander Dimitrenko wird der schwerste meiner bisherigen Laufbahn“, blickte der 30-jährige Pulev voraus. Und da mag der Schützling von Trainer Otto Ramin recht haben. Schließlich ist der frühere Europameister die aktuelle Nummer zwei der WBO-Weltrangliste. Und obwohl natürlich der Fokus bei Pulev voll und ganz auf Dimitrenko liegt, kündigte er an: „Erst will ich Europameister werden. Dann denke ich nach, gegen welchen der Klitschko-Brüder ich kämpfen will.“

Darüber wollte sich Dimitrenko ganz und gar nicht den Kopf zerbrechen. „Für mich gibt es erst einmal nur den EM-Kampf in Erfurt. Mir ist es egal, was andere sagen. Ich mache einen Schritt nach dem anderen.“ Damit der Fight gegen Pulev mit einem Sieg endet, holte sich der 29-Jährige mit dem Briten Scott Welch einen neuen Coach. „Wir bereiten uns derzeit in Aschaffenburg vor“, verriet der frühere Europameister. „Eine Verletzung führte dazu, dass ich den EM-Titel einst verlor. Jetzt ist alles auskuriert und ich will es noch einmal schaffen, Europameister zu werden.“

Gar Weltmeister werden will der Brite George Groves. Der 24-jährige Schützling von Trainer Adam Booth konnte am Donnerstag allerdings nicht auf der Pressekonferenz in Erfurt dabei sein. Trotzdem nimmt ihn WBO-Super-Mittelgewichts-Weltmeister Robert Stieglitz nicht auf die leichte Schulter. „Das ist ein guter Mann – jung und heiß auf den Sieg. Doch er hat noch nicht so viele Kämpfe bestritten wie ich. Deshalb glaube ich, dass meine Erfahrung den Ausschlag zu meinen Gunsten geben wird“, so der 32-jährige Magdeburger.

An einen Erfolg glaubt auch SES-Coach Dirk Dzemski fest: „Robert hat seinen WM-Titel jetzt schon fast drei Jahre. Er kann zu Recht zuversichtlich in den Kampf gehen.“

Dem Fight in Erfurt soll dann die Titelverteidigung gegen Arthur Abraham folgen. Sauerland Event-Geschäftsführer Frederick Ness: „Wir freuen uns, dass Robert Stieglitz in Erfurt dabei ist. Denn er ist ein hervorragender Sportler. Sollte er gegen Groves gewinnen, können wir uns auf ein deutsch-deutsches Duell gegen Arthur freuen.“
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