Seesport: Justus, Julian, Tom, Sören, David und Erik fiebern den Deutschen Meisterschaften entgegen

Die Jungs müssen sich mächtig ins Zeug legen, um si schnell wie möglich das Ziel zu erreichen.
 
Kurs auf die Deutschen Meisterschaften im Seesport-Mehrkampf: Sören Westhaus und David Junker am Riemen und Erik Link als Steuermann.
Erfurt: Alperstedter See |

Sie sitzen alle in einem Boot, wenn auch nicht wörtlich: Sechs Jungen vom Club maritim Erfurt e.V. fiebern den Deutschen Meisterschaften im Seesport entgegen.



Ein Seesportler muss klettern können. Und laufen. Werfen auch. Diese Logik erschließt sich erst beim genaueren Nachdenken. Natürlich, im Falle eines Falles muss er fit sein, Leinen werfen und vielleicht auf dem Segelboot in die Takelage kraxeln. Dass er außerdem schwimmen können und verschiedene Seemansknoten beherrschen muss, ist schon eher nachzuvollziehen. Nicht zu vergessen das Rudern, das ist sowieso die Hauptsache. „Ach, das Laufen durchs Gelände macht genauso Spaß“, beteuert Justus.

Doch erst einmal zeigen er und seine Sportkameraden am Ufer des Alperstedter Sees, wie flink sie Seemannsknoten binden können. Blitzschnell winden sie das Seil zu kunstvollen Gebilden. Mal muss es gleich halten, mal sich erst auf Zug zuziehen. Das können sie sogar blind, sagen die Jungs und treten sogleich mit geschlossenen Augen den Beweis an. Keine fünf Minuten später schleudert jeder von ihnen ein 500 Gramm schweres Gewicht an der 40 Meter langen Wurfleine nach vorn. Wer wirft wohl heute am weitesten?


Justus Niemeyer, Julian Richter, Tom Stiebritz, Sören Westhaus, David Junker und Erik Link haben keine Zeit mehr zum Reden, sie wollen lieber trainieren. Die Deutschen Meisterschaften rücken immer näher. Die sechs Jungen gehen beim Seesport-Mehrkampf für ihren Heimatverein, den Club maritim Erfurt e.V., an den Start. In der Altersklasse U 12 bilden sie zwei Mannschaften, wahrscheinlich geht sogar noch eine dritte aus ihrem Verein in dieser Altersklasse an den Start. Wer mit wem am letzten Juniwochenende auf der alten Olympiabahn in Berlin in einer Mannschaft kämpft, entscheidet sich erst kurz zuvor. Es ist egal, wer mit wem antritt. Als Mannschaft sind sie eins, sie sitzen dann nicht nur wörtlich in einem Boot.

Königsdisziplin Rudern



Die Königsdisziplin ist natürlich das Rudern. 250 Meter müssen die Jungs so schnell es geht absolvieren. Zwei parallel am Riemen, der dritte gibt als Steuermann den Ton an. Außerdem müssen sie nach Zeit zehn verschiedene Knoten binden, 600 Meter Geländelauf absolvieren, 100 Meter schwimmen und sich an der Wurfleine beweisen. Für die Einzelwertung kommt das Tauklettern hinzu. „Unsere Jungs haben es drauf, in der Mannschaftswertung und auch als Einzelkämpfer werden sie bestimmt um die Medaillen mitkämpfen“, setzt Vereinsvorsitzender Michael Stolze große Hoffnungen in seine jungen Seesportler. Bis zum großen Wettkampf dürfen sie sich beim normalen Training und ein paar zusätzlichen Ruder-Einheiten austoben. „Manchmal muss ich sie dabei sogar bremsen“, freut sich Michael Stolze über den Ehrgeiz der beiden Dreier-Teams.


Beim Club maritim am Alperstedter See trainieren rund 150 Kinder und Jugendliche, außerdem etliche Erwachsene. Trainiert wird an jedem Tag, 32 Trainer stehen den Sportlern dabei zur Seite. Der Verein hat mehr als 300 Mitglieder, sie kommen aus der ganzen Umgebung her, um immer besser zu werden im Rudern und im Segeln, beim Drachenbootfahren oder im Kanu-Rennsport, den der Verein erst seit kurzem anbietet. Der 70 Hektar große See, der 1,4 Kilometer lang und zwischen 600 und 800 Metern breit ist, bietet ideale Voraussetzungen für die Breiten- und die Wettkampfsportler. „Bloß bei der 24-Stunden-Regatta Anfang August ist es ein bisschen wie Karussellfahren“, gibt der Clubchef lächelnd zu, dass der See für diesen einen Ausnahmefall ein wenig zu klein geraten ist. Aber die Profis und Freizeitsportler nehmen es gelassen, schließlich ist diese Veranstaltung ja eher eine Spaß-Regatta. Um alles Wichtige zu erlernen und zu trainieren, genügt der See. Und wer im Segeln weiterkommen möchte, steigt sowieso auf größere Gewässer um.


“Nachwuchssorgen haben wir eigentlich nicht“, kann Michael Stolze nicht über mangelnden Zulauf klagen. Bloß für den Kanu-Rennsport sucht der Verein noch händeringend Nachwuchs. So etwa acht, neun Jahre alt sollten die Anfänger sein, gern auch etwas älter, und sie sollten schwimmen können. Ohne das bronzefarbene Schwimmabzeichen kommt im Verein keiner aufs Boot.


Über diese Einstiegs-Qualifikation sind Justus, Julian, Tom, Sören, David und Erik längst hinaus. Jetzt träumen die Jungs von den nächsten Medaillen.



Weitere Infos:


www.seesport-erfurt.de


Termine am Alperstedter See:


6. Juni Thüringer Landesmeisterschaften im Seesport


7. Juni Seathlon Seesport


5. Juli Nödaer Seefest mit Drachenbootregatta


4. und 5. Juli Deutsche Meisterschaften im Kutterrudern
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