Spiel des Chaos': Rot-Weiß Erfurt verliert in einem irren Spiel 2:3 gegen Regensburg im Erfurter Steigerwaldstadion

Hitzig wurde die Partie mit forlaufender Dauer. Kein Wunder bei dem Kartenregen. Luka Odak verliert in dieser Szene seine Spielberechtigung für die Partie in Chemnitz. Das war unnötig, trotz des Rüden Fouls des Regensburgers. Der kassiert indes auch nur Gelb. Fotos: Axel Heyder
  Erfurt: Stadion |

Was war denn da los? Aus einer zunächst harmlosen bis langweiligen Partie zwischen Rot-Weiß Erfurt und Jahn Regensburg, machte Schiedrichter Frank Willenburg einen echten Aufreger

Fünf Tore, drei Gelb-Rote Karten, neun Gelbe Karten und zwei Elfmeter. Man kann nicht behaupten, es wäre nichts los gewesen im Steigerwald. Eine völlig verrückte Partie ging um 10 Minuten vor 16 Uhr zu Ende, die Pfiffe für den Schiedsrichter schienen aus Sicht der Erfurter verständlich. Auch wenn sich später anhand der Fernsehbilder zeigen sollte, dass Willenburg nicht mit allen strittigen Entscheidungen falsch lag.

Die Rote Karte gegen Czichos beispielsweise: Wer schon Gelb hat, der muss nicht derart in den Gegner rutschen, gerade wenn man bereits einen Mann verloren hat, gilt es, etwas Übersicht zu bewahren.

Eigentlich merken Spieler doch, ob da ein Schiri ist, der alles pfeift oder lieber laufen lässt. Bei Frank Willenburg musste man, zugegeben, eine klare Linie vermissen. Mal pfiff er derbe Fouls und gab Gelb, mal zuckte er gar nicht, dann wieder den Gelb-Roten Karton, wobei die Entscheidung bei Czichos durchaus in Ordnung ist.

Hand oder nicht Handspiel?


Mindestes drei Handspiele der Regensburger Spieler waren zu sehen, die er nicht geahndet hat. Zwei davon waren harmloser Natur ium Mittelfeld. Eines war dagegen spielentscheidend. Den Ellenbogen so hoch zu nehmen, wie Muhovic (59.) es tat, das darf ein Spieler wohl doch nicht. Erst recht nicht im Strafraum, wenn er die Richtung des Balles damit verändert und eben dann ein Tor erzielt. Dass Möhwald wegen des gleichen Vergehens in Halbzeit eins vom Platz musste und die G-R-Karte sah, ließ die Emotionen hochkochen.

Klar, irgendwo muss auch so ein Arm hin. Wer aber die Oberfläche des Körpers vergrößert, muss normalerweise mit einem Pfiff rechnen. Allerdings nicht, wenn der Schiedsrichter im Spiel das anders sieht. Dann gibt es eben Tor trotz eines Handspiels zuvor. Mit etwas mehr Übersicht und Kaltblütigkeit hätte Willenburg eine nach dem 1:1 bis zur Pause gerade zu langweilige Partie schnell wieder in den Griff bekommen.

Denn die Teams für sich genommen waren anfangs nicht auf Krawall gebürstet. Bei der Kartenflut allerdings ist klar, dass das die Emotionen schürt und auch die Spieler anders zu Werke gehen. Die Stimmung heizte sich mehr und mehr auf.

Allerdings fehlt da der Erfurter Truppe einer, der die Emotionen der eigenen Leute wieder nach unten fahren kann. Denn zuviel Wut ist ein schlechter Ratgeber beim Spielen und mit drei gesperrten Spielern fährt Erfurt arg geschwächt nach Chemnitz, wenn man bedenkt, dass auch noch einige krank sind. Nachdem es zu Saisonbeginn so aussah, als habe Erfurt ein Luxusproblem in der Abwehr, so sieht es gegen Ende der Saison so aus, als genügten drei Innenverteidiger nicht.

Möckel hatte sich mit Schienbeinbruch zu früh in der Saison aus dem Rennen genommen. Kleineheismann und Laurito fehlten abwechselnd mit Gelb-Sperren oder verletzt, so dass Marco Engelhardt in die Mitte musste. Das kann er von den Fähigkeiten locker spielen, allerdings fehlt immer wieder die Abstimmung, wie man schon in den vergangenen Spielen gesehen hat.

Das Unentschieden wäre verdient gewesen, wegen der enormen Moral, die die RWE-Kicker mit neun Spielern auf den Platz gebracht haben. Aber: Der Fußballgott und der Mann in Gelb hatten da etwas dagegen an diesem Spieltag.
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