„Und plötzlich wurden wir ernst genommen“ – Förderpreisträger feiert 15-jährige Erfolgsgeschichte

Tanzgruppe Diamonds aus Ballstädt feiert 15-jähriges Jubiläum
 
Showtanz aus Leidenschaft - seit 15 Jahren stehen die Ballstädter zusammen auf der Bühne
Es war einmal...so beginnt wohl jede Erfolgsstory. 1998 waren es ein paar Teenager, die begeistert zu ihren Lieblingsliedern tanzten und das Erlernte vor Publikum zeigen wollten. Vielmals belächelt ließ man den damals 15-jährigen Mädchen ihre "Flausen". Doch die meinten es tatsächlich ernst, bewiesen Durchhaltevermögen und legten damit den Grundstein für eine schwungvolle Erfolgsgeschichte. So treffen sich bis heute in Ballstädt im nördlichen Landkreis tanzbegeisterte Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur rhythmischen Freizeitbeschäftigung. Regelmäßig zeigen sie ihr Können bei Auftritten in Thüringen und weit darüber hinaus. Mit ihrem Engagement haben sich die Ballstädter Tänzer mittlerweile einen festen Platz in der Thüringer Showtanzszene erarbeitet.

Bedenkt man, wie alles begann, hielten diese Entwicklung nur wenige für möglich. Nur die Jugendlichen selbst glaubten fest an ihr Ziel – und eine Jury aus ehrenamtlichen Stiftungsmitgliedern, die den jungen Damen 2004 den Nachwuchsförderpreis Kultur der Kreissparkasse Gotha verlieh. "Wir wollen tanzen auf den kleinen und großen Bühnen der Region" hieß es damals in der Dankesrede im festlichen Rahmen der Preisverleihung. Fast zehn Jahre später sind die jungen Damen von damals alte Hasen im Geschäft, haben viele Bühnen gesehen, Preise erhalten und lernen schon wieder den Nachwuchs an.
Bis dahin war es ein steiniger Weg: es gab keinen festen Trainingsraum. "Das Training fand auf der Wiese, im Garten, auf dem Saal, zu Hause oder in Garagen statt - oft half der Sportverein aus und stellte sein Vereinsheim zur Verfügung", erinnern sich Ninette Pett und Svea Zinke, die Gründerinnen der ersten Ballstädter Tanzgruppe, an die anfänglichen Schwierigkeiten. Erst mit der offiziellen Anerkennung durch den Nachwuchsförderpreis erhielten die Tänzerinnen den lang ersehnten Schlüssel von Bürgermeisterin Erika Reisser sowie feste Trainingszeiten. "Ich war damals ganz frisch im Amt, da standen die jungen Mädchen stolz mit ihrer Urkunde vor meiner Tür und haben nicht locker gelassen", lacht Erika Reisser heute. Auch sie ist stolz, auf das Engagement der jungen Leute und fördert ihre Arbeit bis heute. Unterstützung erfuhren und erfahren die Tänzerinnen und Trainerinnen auch von ihren Familien, von Freunden, von der Gemeinde, von Sponsoren und vom Landkreis. Dennoch gab und gibt es bis heute viele Hürden zu meistern: Kosten für Kostüme, Trainingslager, Turnierfahrten, Schulabschlüsse, interne Streitigkeiten, Trennungen, Pendeln in andere Bundesländer zu Arbeit und Studium, die ersten eigenen Kinder. Aber die Tänzerinnen in Ballstädt sind ihrem gemeinsamen Hobby stets treu geblieben und machen bis heute von sich Reden.

Mittlerweile tanzt die vierte Generation der ersten Jazz-und Showtanzgruppe. Der Nachwuchs steht bereits in den Startlöchern und trainiert eifrig, um in den nächsten Jahren das Zepter zu übernehmen. Selbst die "alten Hasen" der ersten Jahre begeistern selbst noch auf der Bühne das Publikum oder geben ihre Erfahrungen an den Nachwuchs in den Kinder- und Jugendgruppen weiter. Tanzen kann in der 750-Seelen-Gemeinde jeder: vom Kindergartenkind bis zum Senior. Das Kulturzentrum ist der Dreh- und Angelpunkt der Tanzvereine. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Vorstände und Helfer aus dem Ort gibt es hier seit fünf Jahren auch einen Trainingsraum mit bodentiefen Spiegeln.
Dort und auf den Sälen des Kulturzentrums wird Jazz-und Showtanz sowie Zumba angeboten. Die Reihe der Pokale, Trophäen, Urkunden und Auszeichnungen für die tänzerischen Leistungen und das ehrenamtliche Engagement ist lang. Titel wie der Nachwuchsförderpreis Kultur, Landesmeister, Vizelandesmeister, Sieger des Gesamtdeutschen Dance Cups sowie ein stolzer zweiter Platz zum Internationalen Dance Cup schmücken die persönliche Leistungsbilanz der Ballstädter.

"Über die Zeit, die Nerven und die eigenen finanziellen Mittel, die in den ganzen Jahren in das Hobby Showtanz geflossen sind, darf man gar nicht nachdenken", gibt Ninette Pett zu. Sie ist dankbar, dass sie und ihre Mitstreiterinnen in den vielen Jahren immer wieder tat- und zahlungskräftige Unterstützung von den Institutionen und Firmen der Region erfahren haben. Selbst ist die 30-jährige nach wie vor ehrenamtlich im Vorstand, als Tänzerin, Trainerin und Choreografin tätig. Wie der Name schon sagt: ein Ehrenamt: "Blickt man heute auf die vielen Jahre zurück und sieht, was hier entstanden ist, hat sich doch jeder Cent und jede Minute gelohnt. Zu beobachten, wie unsere Kinder heute genauso begeistert tanzen, wie wir damals, ist Freude, Dank und Ehre genug."
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