Elterntelefon des Deutschen Kinderschutzbundes hilft bei Kummer mit dem Nachwuchs – 0800 11105 50

Anna-Maria Jakoby: „Wenn sich die Eltern mal 'ausheulen' wollen, finden sie bei uns einen Zuhörer.“

Den eigenen Weg finden

„Was ist mit meinem Kind denn los? Erst isst sie gar nichts. Dann wieder wann sie will und nicht mit uns. Manchmal hat sie keinen Hunger, dann schlingt sie wie eine Würgeschlange. An einem Tag will sie Kuscheln, dann schreit sie mich an. Mache ich was falsch?“

Gerade beim Übertritt in die Pubertät steigen die Konflikte zwischen Eltern und Kindern manchmal über Nacht an. Aber auch zu anderen Zeitpunkten der Kindererziehung tauchen Fragen auf, auf die Eltern manchmal alleine keine Antwort finden. Das Elterntelefon, das Pandon zur Nummer gegen Kummer für Jugendliche, hilft in solchen Situationen seit elf Jahren. „Wenn sich die Eltern mal 'ausheulen' wollen, finden sie bei uns einen Zuhörer“, erklärt Anna-Maria Jakoby. Sowohl Anrufer als auch Angerufener bleiben anonym. „Ist das noch normal, was mein Kind da macht?“, diese Frage treibe die Eltern oft um, weiß Jakoby aus Erfahrung.

Oder auch: Wann muss das Kleinkind trocken sein? Wann sollte man die Kindern heutzutage denn aufklären? Mache ich etwas falsch, mein Kind akzeptiert kein 'Nein'. Gerade wer alleinerziehend ist und sich nicht mit dem Partner austauschen kann, habe es besonders schwer.

Langfristig an Lösungen arbeiten


Die Beraterinnen und Berater am Elterntelefon können und wollen solche Probleme aber nicht für die Betroffenen lösen. Sie geben eben nicht das eine Rezept mit an die Hand. „Eine Lösung bekommt bei uns niemand am Telefon serviert“, erklärt Jakoby das Konzept. „So muss niemand befürchten, dass er am Telefon vorgeführt wird.“ Es helfe langfristiger und effektiver, wenn man gemeinsam an einer Lösung arbeite, sagt die Frau vom Kinderschutzbund. Zunächst sei das Zuhören wichtig, schon im Gespräch könnte sich die Sichtweise auf ein Problem ändern.

„Zu allen möglichen Themen können Eltern zwar ganz viel lesen; es ist etwas anderes, mit jemandem zu reden, nachfragen zu können und ermutigt zu werden, den eigenen Weg zu finden.“

Diese Art der Hilfe muss allerdings von jemandem angeboten werden: Der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Erfurt e.V. leistet das mit der Unterstützung der Stiftung FamilienSinn. Ehrenamtler werden dabei immer gesucht, aktuell noch bis zum 23. Januar: Menschen, die das Team der bereits Aktiven ergänzen. René Eichentopf, vom Vorstand des Ortsverbandes des DKSB, wünscht sich „als Qualifikation Erfahrung im Umgang mit Kindern, Offenheit für neue Impulse und die Bereitschaft, sich auf den Austausch in einer Gruppe einzulassen“.

In einer Weiterbildung werden die zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv auf diese ehrenamtliche Beratungstätigkeit vorbereitet. „Vorrangig geht es darum persönliche Einstellungen zu reflektieren. Und auch, wie man förderndes Beratungsverhalten erlernt“, werde vermittelt. Für die Schulung, die etwa ein halbes Jahr lang dauert, sollte man einmal in der Woche Zeit haben.

Bewerbungen für dieses Ehrenamt an den DKSB LV Thüringen e.V., Johannesstr. 2, 99084 Erfurt gesendet werden.
Telefon: 0800 111 05 50, wochentags von 9 bis 11 Uhr, dienstags und donnerstags von 17 bis 19 Uhr.
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