Lothar Walters Herz schlägt für Traktoren - beim Aspacher Traktortreffen kann er diese Leidenschaft ausleben

 

Gotha. Wenn in Aspach bei Gotha vom 25. bis 27. Juli das nächste Traktortreffen stattfindet, dann ist Lothar Walter ganz in seinem Element.

So klingt nur einer



Unter Hunderten würde er ihn erkennen. Ach was, unter Tausenden. „So klingt nur ein Lanz!“ Lothar Walter ist selig, sein Herz klopft ein paar Takte schneller. Wie ist es erst, wenn ein paar seiner geliebten Traktoren gleichzeitig angeworfen werden? „Wie ein kleines Erdbeben“, schwört er und erschreckt wie zum Beweis die Küchengeräte mit donnerndem Motorengedröhn. Das kommt zum Glück nur von der CD. Ein echter Traktorfan ist eben perfekt ausgerüstet.

So viele Traktoren auf einmal



Wenn seine heimliche Liebe auch dem „Lanz“ gehört - viele nennen ihn seiner geballten Kraft und der Optik wegen auch Bulldog - mag der Aspacher alles, was Traktor ist. „Wenn du so ein Fahrzeug siehst, musst du dich einfach reinverlieben“, formuliert er die Waltersche Logik. Schon als junger Mann erging es ihm so. Durfte er, endlich, eine Runde mit dem einzigen Traktor im Dorf drehen, war das einfach das Größte. Später dann, in seinem Beruf als Kfz-Meister, hatte er nie mit Traktoren zu tun. „Aber wenn das einmal drinsteckt, ist das wie ein Virus“, sagt er über eine nach Jahrzehnten wieder zum Vorschein gekommene Leidenschaft.

1998, im Krankenhaus, hatte Lothar Walter plötzlich viel Zeit. Zeit zum Träumen. Ganz viele Traktoren auf einmal - wie wäre es mit einem Traktortreffen in seinem Heimatdorf? Kurz darauf wird der Traum Wirklichkeit, der damalige Vorsitzende des Feuerwehrvereins hat schnell alle ringsherum begeistert. Seinen Verein sowieso, dazu den Sportverein, die Leute aus dem Dorf. Das erste Treffen schlägt ein wie ein Blitz, inzwischen wird es alle zwei Jahre veranstaltet.

Geliebte Oldies



Es sind vor allem die Oldtimer unter den Kraftmaschinen, die alle Blicke auf sich ziehen. Auch Lothar Walter mag besonders die Traktoren, die zwischen 1920 und 1970 gebaut wurden. „Es gab Zeiten, da hatten wir 70 Traktorhersteller in Deutschland“, weiß der Treckerexperte und schätzt jeden einzelnen für seine Ideen. Schließlich gab es anfangs keinerlei Zeichnungen oder Vorgaben, wie so ein Traktor gebaut werden muss, jeder hat seine Vorstellungen individuell umgesetzt. „Dieses Können unserer Vorfahren, wie sie einfach aus dem Nichts Traktoren gebaut haben, ist faszinierend“, gerät Lothar Walter ins Schwärmen. Und dann die Maschinen selbst, so einfach und robust, eben die geballte Ladung Kraft.

Gemütlich unterwegs



Schnell fahren können sie freilich nicht. Lothar Walter lacht und streicht seinem kleinen „Hanomag“ liebevoll über die Motorhaube. Für einen echten Lanz hat er keinen Platz, leider. Aber der Hanomag tut es auch. Mit ihm ist er öfter mal auf den Straßen unterwegs, Traktorfreunde besuchen sich gern gegenseitig, fachsimpeln stundenlang, reparieren alles selbst, wenn einmal eins der Teile streikt. „Manche fahren mit ihrem Traktor bis Mallorca“, weiß Lothar Walter. Gerade erst ist er von einer fünftägigen Hessentour zurück. Dass er dabei nur gemächlich vorankommt, stört ihn nicht im geringsten. „Die Schönheiten der Natur kannst du nur so genießen“, sagt er. Allerdings sehe man manchmal auch Unschönes, das, was andere einfach in den Straßnegraben werfen. Doch das Gute überwiegt, bei weitem.

Die Leidenschaft lebt



Oft sind auch Lothar Walters Frau und sein Enkel mit von der Partie. So ein aufwendiges Hobby kann nur betreiben, der familiäre Unterstützung bekommt. Bei den Walters gehören Traktoren längst zum Familienleben. Und der 12-jährige Enkelsohn kann es kaum erwarten, sich eines Tages selbst hinter das Lenkrad setzen zu dürfen. Bislang muss er sich mit dem kleinen Rasentraktor begnügen.

Termin:



10. Traktortreffen in Aspach bei Gotha: 25. bis 27. Juli. Lothar Walter rechnet mit rund 500 Fahrzeugen, die zu besichtigen sind. Weitere Informationen unter www.traktortreffen-aspach.de.
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