Magnetische Beziehung

Nicht vom Ball zu trennen, unter keinen Umständen: Kevi Spittel. Foto: Axel Heyder
Kevin Spittel ist nicht nur Fußballer, sondern auch Freestyler, ein Sport, den es in ganz Thüringen gibt

Ist da etwa Magnetismus im Spiel? So sieht es jedenfalls aus, wenn Kevin Spittel mit seinem Ball jongliert. Das runde Spielgerät fliegt in die Luft, dreht eine Runde, macht einen Bogen. Und landet doch wieder auf irgendeinem Körperteil von des jungen Mannes. Die Tricks heißen ebenso kompliziert, wie sie aussehen: Palle around the World,Toe Bounce, Patw Tsatsulow Heel Stal oder Toe Stal. „Ich versuche aber nicht nur die Tricks zu lernen, mit denen Profis wie Sean Garnier sogar ihr Geld verdienen. Ich will immer noch eine eigen Note mit einbringen“, erklärt Spittel. Freestyle ist zwar ein Einzelsport, treffen aber mehrere der Ballzauberer aufeinander, kommt es zum Battle. Jeder versucht den anderen zu überbieten, noch einen drauf zu setzen. Notfalls geht sogar über das Internet, auf Videokanälen finden sich nicht nur die Eisenacher, sondern auch Jungs aus Erfurt und Jena, die ihre Tricks einstellen und zeigen, was sie können. Mit Fußball hat Freestyle wohl nur noch das Spielgerät gemeinsam. Es ist ein eigener Sport, den es schon lange gibt. Populär wurde er aber erst durch die Werbekampagnen der Sportartzikelhersteller in den vergangenen zehn Jahren. Freestyle ist weit mehr, als den Ball ein bisschen auf dem Fuß tanzen zu lassen, so wie man es vom Warmmachen der Profifußballer kennt. „Wenn du richtig gut werden willst, muss immer einen Ball dabei haben. Selbst, wenn ich durch die belebten Einkaufsstraßen gehe, habe ich einen dabei.“ Jeder, der ihm entgegen kommt, könnte ein Gegenspieler sein, den man umdribbeln kann. Dabei lernt er, wie das runde Leder immer am Fuß bleibt.
„Freestyle braucht viel Ballgefühl, wer das erlernen will, sollte möglichst früh damit anfangen“, empfiehlt der junge Mann, der sonst als Altenpfleger im Schichtdienst arbeitet.

Immer mit Ball am Fuß


Trotzdem hat er an sechs Tagen in der Woche hat der Thüringer mit dem Ball zu tun. Und das seit 1999. Da war er gerade sechs Jahre alt. Derzeit stürmt für den Mosbacher SV 1911 und ist dort ein gefragter offensiv Allrounder. Oder er kickt mit den Kumpels von Ruhla United beim Straßenfußball, schlägt sich die Wochenenden in Turnierhallen um die Ohren. Und wenn er immer noch nicht genug hat, sehen ihn die Eisenacher auf ihrem Marktplatz. Dort ist viel Raum und neue Tricks lassen sich dort wunderbar erlernen. Zuschauer stören dabei nicht. Im Gegenteil, die sind eine Motivation, immer noch besser zu werden.
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