Herbstumfrage: Ostthüringer Handwerk bleibt weiter optimistisch

Die Stimmungslage im Ostthüringer Handwerk bleibt weiter stabil. Merkliche Eintrübungen sind nicht festzustellen. Das geht aus der aktuellen Herbstumfrage der Handwerkskammer für Ostthüringen unter ihren Mitgliedsbetrieben hervor. Für die kommenden Monate sind die Handwerksunternehmerinnen und –unternehmer optimistisch, auch wenn die Erwartungen leicht gedämpft sind.

90 Prozent der befragten Betriebe schätzen ihre derzeitige Geschäftslage als gut oder befriedigend ein – das sind zwar vier Prozent weniger gegenüber dem Rekordergebnis des vergangenen Jahres, aber immer noch der dritthöchste Wert der vergangenen 20 Jahre. Getragen wird diese gute Einschätzung vor allem vom Bau- und Ausbaugewerbe sowie dem Nahrungsmittelgewerbe. Lediglich das Kfz-Handwerk fällt bei der eigenen Einschätzung etwas ab.
Die insgesamt positive Grundstimmung in den Betrieben spiegelt sich auch im Auftragsbestand wider.
Immerhin 59 Prozent der Handwerksunternehmen weisen einen Auftragsbestand von acht Wochen und mehr aus. Jeder 3. Betrieb im Ausbaugewerbe hat beispielsweise derzeit einen Auftragsbestand für 12 Wochen und mehr. „Das lässt auch für die bevorstehenden Wintermonate hoffen, dass unsere Handwerksbetriebe immer noch gut gefüllte Auftragsbücher vorweisen können“, erläutert Kammerpräsident Klaus Nützel.

Das Investitionsklima bleibt im Ostthüringer Handwerk ebenfalls auf einem sehr guten Niveau. Die Zahl der investierenden Betriebe steigt gegenüber dem Vorjahr um zirka sechs Prozentpunkte auf aktuell 42 Prozent. Jedoch ist die durchschnittliche Investitionssumme mit 22.700 Euro pro Unternehmen leicht rückläufig, aber immer noch auf dem zweithöchsten je festgestellten Wert. „Unsere Betriebe beobachten die wirtschaftliche Entwicklung sehr genau und wollen durch geringere Investitionen auch künftig flexibel bleiben, um auf Marktschwankungen reagieren zu können“, sieht Klaus Nützel die Ursachen.

Die insgesamt weiterhin positive Entwicklung wirkt sich auch auf die Beschäftigung im Ostthüringer Handwerk aus. „Handwerk heißt hohe Beschäftigungssicherheit, die auch konjunkturellen Schwankungen trotzt“, ist sich der Kammerpräsident sicher. Durchschnittlich zwölf Prozent der Unternehmen haben zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.

Damit beweist das Handwerk erneut seine bedeutende Rolle als regionaler Jobmotor.
Das Ostthüringer Handwerk bleibt verhalten optimistisch. 90 Prozent erwarten, dass die Geschäftslage konstant bleibt oder sich weiter verbessert. Dennoch werden stärker nachlassende Auftragseingänge erwartet. Dieser Trend hat seine Ursache in der schwächelnden Industrie durch die wirtschaftliche Gesamtsituation. „Das Handwerk ist in vielen Bereichen Zulieferer und Dienstleister der Industrie, egal ob im Bau-und Ausbaugewerbe oder im Kfz-Gewerbe. Deshalb können wir uns nicht losgelöst von der Industrie betrachten. Unsere Handwerker haben starke Bedenken hinsichtlich der industriellen Entwicklung“, erläutert Klaus Nützel.

Die dann fehlenden Synergieeffekte könnten unter Umständen auch das Handwerk treffen.
In punkto zukünftiger Beschäftigtenzahlen zeigt sich das Handwerk positiv gestimmt. So erwarten 88,5 Prozent der befragten Betriebe steigende bzw. konstante Beschäftigtenzahlen. „Diese Zahlen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Fachkräftemangel im Handwerk zu einem zunehmenden Problem wird“, so Klaus Nützel. „Die Ostthüringer Handwerksunternehmer suchen in nahezu allen Branchen dringend geeigneten Fachkräftenachwuchs.“

Diesen künftig zu decken wird eine der großen Herausforderungen in den kommenden Monaten und Jahren sein.
Die Herbstumfrage finden Interessierte auf der Internetseite der Handwerkskammer unter www.hwk-gera.de im Menüpunkt „Konjunktur“.
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