Abschied auf der Bühne

Am Ende der Spielzeit nach der letzten frenetisch gefeierten Vorstellung DER HAUPTMANN VON KÖPENICK am 16. Juni verabschiedete Schauspieldirektor Bernhard Stengele die Schauspieler Ulrich Milde und Ouelgo Téné auf der Bühne in Gera (Foto: Toni Rack)
 
Ulrich Milde und Ouelgo Téné beim Abschied auf der Bühne in Gera (Foto: Toni Rack)
Altenburg: Landestheater | Am Ende der Spielzeit nach der letzten ausverkauften und mit standing ovation aller Zuschauer frenetisch gefeierten Vorstellung DER HAUPTMANN VON KÖPENICK am 16. Juni verabschiedete Schauspieldirektor Bernhard Stengele die Schauspieler Ulrich Milde und Ouelgo Téné auf der Bühne in Gera. Er dankte dem erfahrenen Schauspieler für die gute Zusammenarbeit, von der er auch profitiert habe, und dem jungen Kollegen für die Innovation auf dem gemeinsamen Weg zum internationalen Theater in Altenburg und Gera.

Zur letzten Vorstellung der Rockerette „Barbarossa ausgeKYFFt" am 13. Juni 2017 folgt die Verabschiedung in Altenburg. Neben Ouelgo Téné und Ulrich Milde verlassen auch Anne Diemer, Christiane Nothofer, Öykü Oktay und Katerina Papandreou das Ensemble, werden in der kommenden Spielzeit aber als Gäste weiterhin auf den Bühnen in Altenburg und Gera zu sehen sein. Ebenfalls verabschiedet sich der Schauspieldirektor Bernhard Stengele und übergibt die Geschäfte an seinen Nachfolger Manuel Kressin.

Ouelgo Téné, 1984 in Burkina Faso geboren, kam 2012 zu Theater&Philharmonie Thüringen. Er folgte Schauspieldirektor Bernhard Stengele, der seine in Würzburg begonnene Zusammenarbeit mit dem Theater in Ouagadougou hier fortsetzen wollte. In den afrikanischen Märchen „Ayana Rabenschwester“ und „Die Zaubertrommel“ zur Weihnachtszeit eroberte Ouelgo die Herzen nicht nur Tausender Kinder. Das jugendliche Publikum lernte ihn im Klassenzimmerstück „Freitag & Robinson“, das über 150 Mal gespielt werden konnte, kennen und lieben. Seine anspruchsvollsten Rollen waren sicher der Puck in Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“, Eilif in Brechts „Mutter Courage“, Talbot / La Hire in Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ und jetzt zuletzt Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“.
Ouelgo Téné lernte Tanz und Schauspiel in Ouagadougou u. a. bei Jo Stromgren und machte 2006 eine Fortbildung zum Clown in Belgien. In der Schweiz sammelte er Erfahrungen in der Musiktherapie. Nach mehreren Produktionen im Bereich des Kindertheaters mit der Kompanie „Les merveilles du Burkina“ folgten Engagements in Burkina Faso und Belgien sowie Tournee-, Fernseh- und Filmauftritte. Ouelgo Téné spricht Mooré, Französisch, Dioula und Deutsch.
2009 hat er mit Künstlerkollegen in Ouagadougou den Verein AADO gegründet, der Kindern eine vielseitige künstlerische Ausbildung ermöglicht.
Am Ende der Spielzeit verlässt Ouelgo Téné das Theater in Ostthüringen auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Eigentlich sollte der Willy Loman in Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ 2014 so etwas wie eine Abschiedsrolle sein, aber erst jetzt ist es wirklich soweit. Über 40 Jahre hat Ulrich Milde auf der Bühne gestanden, 1976 trat er sein Engagement in Gera an und hat in dieser Zeit natürlich unzählige Rolle gestaltet und sich als Regisseur besonders im Kinder- und Jugendtheater profiliert. 14 Inszenierungen zeigen seine Regiehandschrift, darunter das ganz besondere Projekt free@heart, in dem Darsteller mit einer Behinderung gemeinsam mit nichtbehinderten Musicaldarstellern, Schauspielern und Schülern auf der Bühne agierten. In letzter Zeit konnte man ihn u.a. in der französischen Komödie als einen der „Zwei Männer ganz nackt“ sehen und im Sommertheater „So machen’s alle“, das vom 4. Juni bis 2. Juli vor der Bühne am Park aufgeschlagen wird, zieht er die Fäden als Don Alfonso.
Der gebürtige Dresdner war nach dem Abitur zunächst Studiomitarbeiter beim Rundfunk in Dresden, nutzte dann die Chance, ein Regievolontariat am Staatsschauspiel Dresden zu absolvieren, bevor er Schauspiel an der Theaterhochschule Leipzig studierte. Als Schauspieler arbeitete Ulrich Milde nicht nur in Ostthüringen. Man konnte ihm auch in Weimar, Stendal, Nordhausen, Plauen und Münster auf der Bühne begegnen, einmal sogar beim Operettenfestival in Mörbisch.
Neben der Weiterbildung am Regieinstitut Berlin absolvierte er ein sechsjähriges Studium der Theaterwissenschaft an der Theaterhochschule/Universität Leipzig. Die Arbeit als Regisseur führte ihn über Deutschland hinaus bis nach Arnhem (Niederlande) und St. Gallen (Schweiz). Inszenierungen von ihm wurden mit Preisen bedacht. Ulrich Milde ist Mitglied der Assitej, der Internationalen Vereinigung der Kinder- und Jugendtheater.
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