Alte Spiele für Kinder mit allen Sinnen neu entdecken

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Tanzpädagogin Alexa Engelke
 
Beim spielen Neues entdecken...
Gera: bildungswerk verdi | GERA (Viererbe). Tanzpädagogin Alexa Engelke schüttet den Inhalt eines kleinen, schwarzen Täschchens auf den Tisch. Bunte Halsketten, ein Fingerhut, Glasmurmeln, Muscheln, Steine – alles, was sich so zu Hause anfindet… Und fordert die Teilnehmerinnen auf, die Gegenstände zu „begreifen“ und zu beschreiben. Mit den Augen, den Händen, mit Worten. Dann werden Muster gelegt, die Ketten formen sich zu Herzen, Blumen, Drei- und Vierecken. Ein Bild entsteht. Dann schließen die Frauen ihre Augen und zunächst ändert die Seminarleiterin einfach ein kleines Detail. Ob es den Frauen auffällt? Das tut es – und der Spaß beim Entdecken ist ansteckend. Augen zu – und diesmal kommen ein zwei neue Dinge hinzu. Und wieder finden die Teilnehmerinnen diese Änderungen. Eine Art „ Memory“ auf die einfachste Art, ohne ein Spiel dafür kaufen zu müssen.
So einfach können kreative Spiele sein. Und das ist nur eines von unglaublich vielen geselligen Spielideen, die ohne große Vorbereitungen spontan und überall von Kindern gespielt werden können. Klangspiele, Entdeckerspiele, Versteckspiele oder Bewegungsspiele, die in der Gemeinschaft unglaublich lustig sind. Mein rechter, rechter Platz ist leer, ich wünsche mir jemanden, der auch gern Spagetti isst, her… Kichern. Nein – es muss nicht immer der Name sein…
Erziehern, Pädagogen oder auch Eltern ganz viele Anregungen auf den Weg zu geben, ist Ziel von Alexa Engelke, die in ihren regelmäßigen Seminaren – in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk ver.di Thüringen e.V. – eben diese ursprünglichen, vergessenen Spiele wieder entdecken hilft. Ihre Erfahrungen beweisen: sie werden mit großer Freude wieder entdeckt und gern mit in die Kindertagesstätten oder nach Hause genommen.

„Die technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit sind groß und für Kinder ist es reizvoll, etwas bedienen, beherrschen zu können. Es ist ein oberflächliches Lernen. Dabei bleibt die elementare Kraft, etwas mit allen Sinnen zu erfahren, sich selbst auszuprobieren, leider auf der Strecke und die Entwicklung der Kinder unvollständig. Dem können alte und vor allem ganz simple Spiele, bei denen sehen, riechen, fühlen, die Sprache und die Bewegung aktiv eine Rolle spielen – entgegen wirken. Es braucht eben nur einen „Stups“ in diese Richtung. Die Erzieher sind dankbar über jede Anregung, die den Alltag für die Kinder abwechslungsreich macht, wo sie Neues, sich selbst ausprobieren können. Das fördert ihre Fähigkeiten wie die Wahrnehmung, das sprachliche Ausdrucksvermögen, Fantasie und den toleranten Umgang miteinander. Sich selbst auszuprobieren, macht den Kindern einen Höllenspaß – und den Großen mindestens genauso“, weiß Alexa Engelke. „Die tägliche Überfrachtung, sich in der Fülle entscheiden zu müssen, damit sind viele Kinder überfordert. Unsere Aufgabe als Eltern und Pädagogen ist es, die Kinder an ein Maß heranzuführen, was gut für sie ist und uns wieder der Einfachheit besinnen.“ Und nicht vergessen, auch wieder gemeinsam mit den Kindern zu spielen und die Glotze oder den Computer einfach mal auszulassen.

„In der Einfachheit liegt oft Wertvolles verborgen“
Alexa Engelke
Tanzpädagogin
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