Artist in Residence: Japanische Künstlerin Akane Kimbara präsentiert ihre Arbeiten in der Kunstsammlung Gera

Japanischer Minimalismus: Artist-in-Residence-Künstlerin Akane Kimbara präsentiert ihre Arbeiten in der Kunstsammlung Gera.
 
Zeichnungen und Videoinstallationen der japanischen Artist-in-Residence-Künstlerin Akane Kimbara präsentiert die Kunstsammlung Gera bis 20. Mai in der neuen Sonderausstellung im Mittelpavillon der Geraer Orangerie.
Gera: Kunstsammlung Gera | Zeichnungen und Videoinstallationen der japanischen Artist-in-Residence-Künstlerin Akane Kimbara präsentiert die Kunstsammlung Gera bis 20. Mai in der neuen Sonderausstellung im Mittelpavillon der Geraer Orangerie. Die Ausstellung bildet den Abschluss ihres viermonatigen Künstleraufenthaltes seit Juli 2012 in Gera und gibt Einblick in ihr aktuelles Schaffen. Akane Kimbara, die in Berlin lebt, war durch eine Jury als Artist-in-Residence-Künstlerin 2012 der Stadt Gera ausgewählt worden. Anliegen des Künstlerförderprogramms „Artist-in-Residence“, das dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Geraer Bank eG ermöglicht wird, ist es, jungen Künstlern für ihre Arbeit einen Studien- und Arbeitsaufenthalt in der Geburtsstadt des bedeutenden kritischen Realisten Otto Dix zu ermöglichen und damit zugleich den Austausch künstlerischer Erfahrungen mit der hiesigen Kunst- und Kulturszene zu fördern.

Akane Kimbara absolvierte ein Kunststudium an der Tama Art University in Tokio. 1998 siedelte sie nach Deutschland über. Danach studierte sie „Freie Kunst“ an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und hat mittlerweile eine eigenwillige Zeichensprache entwickelt. In ihrer Zeichenkunst thematisiert Akane Kimbara meist unspektakuläre, bisweilen surreal anmutende Situationen des Unterwegsseins, der Begegnung und Kommunikation, des Auffindens und Entdeckens, der Überraschung und Verunsicherung. Daraus lassen sich Bezüge zu unserem alltäglichen Erleben herleiten. Die Zeichengebilde sind aber keine skizzenhaften Aufzeichnungen von Beobachtungen und auch keine Abbilder wirklicher Situationen. Akane Kimbara verdichtet. Das bedeutet vor allem Weglassen, Aussparen, Zuspitzen und Reduktion auf einfache bildhafte Formulierungen. In den Bildern Kimbaras entfaltet sich ein poetischer Raum, der die Gestalten, Gegenstände und Szenerien behutsam umfängt und das Rätselhafte der Erscheinung bis zu einem gewissen Grade bewahrt. Dadurch kann die Wahrnehmung in unterschiedliche Richtungen gelenkt werden. Der Besucher soll zu eigenen Emotionen und Deutungen veranlasst werden.

In der Ausstellung präsentiert Akane Kimbara mit „Klettern“ (2012) und „Kreislauf“ (2012) zwei neue Filme, die beide während ihrer Residenzzeit in Gera entstanden sind. Die Künstlerin hat ihre Filme selbst einmal als „bewegliche Zeichnungen“ bezeichnet. Deren Absicht werde schon durch die Wahl der filmischen Mittel bestimmt. Die Kamera selbst erfährt in ihren Filmen keine Bewegung und der gewählte Bildausschnitt bleibt stets unveränderlich. So schafft die Künstlerin, analog zur weißen Fläche des Zeichenpapiers, einen konstanten Hintergrund für die Szenerie. Die Bewegungen erfolgen durch die Handlungen ihrer Protagonisten, die mitunter den Eindruck erwecken, dass sie ihren Zeichnungen entsprungen sein könnten.

Dem Engagement der Künstlerin sowie durch die Unterstützung der Geraer Bank e.G. und der Nomura Foundation in Japan, einer gemeinnützigen Stiftung zur Förderung u.a. von akademischer Forschung in Japan, der Weltwirtschaft sowie der Kunst und Kultur, ist es zu verdanken, dass es zur Ausstellung eine Publikation gibt. Diese dokumentiert den Aufenthalt der japanischen Künstlerin im Rahmen des Artist-in-Residence-Programmes und ihre Ausstellung in der Kunstsammlung Gera.

Die Ausstellung in der Kunstsammlung Gera ist dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.


Des Weiteren ist im Nordflügel der Orangerie bis 20. Mai die Ausstellung „Veduten und Bauwerke“ zu sehen:

http://www.meinanzeiger.de/gera/kultur/bveduten-un...

Im Südflügel der Orangerie, ebenfalls bis 20. Mai zu sehen, würdigt die Kunstsammlung das Schaffen des Geraer Malers Rudolf Schäfer:

http://www.meinanzeiger.de/gera/kultur/kunstsammlu...
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3 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 11.04.2013 | 18:49  
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Hannelore Grünler aus Artern | 11.04.2013 | 22:20  
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Steffen Weiß aus Gera | 17.04.2013 | 08:29  
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