Ausstellung: "Otto-Dix-Preis 2012. Junge deutsche Gegenwartskunst" in Gera

Wann? 23.09.2012 bis 27.11.2012

Wo? Kunstsammlung Gera, Orangerieplatz 1, 07548 Gera DE
Orangerie Gera - Ausstellungsort der Kunstsammlung für die Sonderschau zum Otto-Dix-Preis 2012
Gera: Kunstsammlung Gera | Den 9. Otto-Dix-Preis der Stadt Gera erhält Jan Brokof aus Berlin / Werke weiterer vier Künstler in der Ausstellung zu sehen /

Die Kunstsammlung Gera präsentiert vom 20. Juli bis zum 23. September in der Orangerie die Sonderausstellung zum "Otto-Dix-Preis 2012. Junge deutsche Gegenwartskunst".
Gezeigt werden 116 Arbeiten des diesjährigen Preisträgers Jan Brokof und von weiteren 4 nominierten Künstlern. Darunter sind 5 Installationen, 3 Objekte, 8 Gemälde, 38 Zeichnungen, 9 Collagen, 3 Holzschnitte und 50 Überzeichnungen.

Der Otto-Dix-Preis gilt mit 20.000 Euro (je zur Hälfte Preisgeld und zum Ankauf von Werken) als einer der am höchsten dotierten Preise für junge Gegenwartskunst in Deutschland. Er soll junge KünstlerInnen im deutschsprachigen Raum fördern, „die engagierte Zeitnähe mit reflektiertem Selbstbewusstsein verbinden, beidem künstlerischen Ausdruck verleihen und sich gängigen Rezeptionsmustern entziehen", deutete Sozialdezernentin Sandra Schöneich zur Vernissage an. Der Dix-Preis wurde 1992 erstmals ausgelobt und verdankt seine Weiterführung vor allem der Zusammenarbeit mit der der privaten Wirtschaft. Partner der Stadt wurde nach einer Pause seit 2008 die GDF SUEZ Energie Deutschland AG. Das Unternehmen unterstützt bereits seit 2002 bedeutende Ausstellungs- und Kunstprojekte in Gera.

Jan Brokof (geb. in Schwedt) studierte von 1999 bis 2006 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Ralf Kerbach und lebt jetzt in Berlin. Zu seinem Werk informierte die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung: "Jan Brokof hat sich insbesondere den grafischen Künsten verschrieben, erweitert die traditionelle Dimension des Holzschnittes und fügt seine Arbeiten zu dreidimensionalen Installationen zusammen. Seine bildkünstlerischen Ziele verbindet er mit gesellschaftlichen Fragestellungen. Die Jury schätzte deshalb besonders die Thematisierung von Aspekten der deutsch-deutschen Geschichte in seinem Werk, das einen zeitgemäßen Bezug zur Gegenwart hat und zur Auseinandersetzung anregt."

Die Ausstellung zeigt nun außerdem Arbeiten Werke weiterer Bewerber wie von Robert Barta, Peggy Buth, Wolfgang Lugmair und Monika Stricker. Dazu konnten sie sich im Vorfeld der zusammenfassenden Schau mit der räumlichen Situation in der Orangerie vertraut machen und sich auf ihre Präsentationen eigens einrichten.
So heißt es in der Pressemitteilung erklärend weiter:
"Die Besucher könnten Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, skulpturale Arbeiten, Objekte und raumgreifende Installationen in Augenschein nehmen. Auf diese Weise gelingt ein differenzierter Einblick in die jüngere zeitgenössische Kunstentwicklung.“

Zu den Juroren des Otto-Dix-Preises 2012 gehörten: Matthias Bitzer (Künstler und Otto-Dix-Preisträger 2010), Melanie Bono (stellv. Direktorin des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster), Dr. Marc Wellmann (Ausstellungsleiter des Georg-Kolbe-Museums Berlin), Kathleen Rahn (Direktorin des Kunstvereins Nürnberg /Albrecht Dürer Gesellschaft), Holger Peter Saupe (Leiter der Geraer Kunstsammlung) und Irina Thiele (Vertreterin des Sponsors GDF SUEZ Energie Deutschland AG.)

Öffentliche Führungen sind dazu an den Sonntag (12.8.,19.8., 26.8.) jeweils um 14 Uhr vorgesehen. Außerdem soll es Familienführungen am Mittwoch, de 8. und 22. Jugend um 14 Uhr geben.

Öffnungszeiten:
Montag geschlossen, Dienstag bis Sonntag und Feiertag 11- 18 Uhr
(Die gleichen Angaben gelten für die Ausstellungen im Otto-Dix-Haus am Mohrenplatz 4.)

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weitere Hintergrundinformationen der Stadtverwaltung Gera zum Dix-Preis:
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bisherige Otto-Dix-Preisträger:
Dix-Preis 1992: Michael Scheffer (geb. 1953 /Fotografie)
Dix-Preis 1994: Asta Gröting (geb. 1961 /Skulptur, Installation)
Dix-Preis 1996: Rolf Bier (geb. 1960 /Malerei, Installation)
Dix-Preis 1998: Daniel Richter (geb. 1962 /Malerei)
Dix-Preis 2001: Tobias Rehberger (geb. 1966 /Concept art, Installation)
Dix-Preis 2003: Markus Wirthmann (geb. 1960 /Installation, Skulptur)
Dix-Preis 2008: Jorinde Voigt (geb. 1977 /Zeichnung)
Dix-Preis 2010: Matthias Bitzer (geb.1975 /Zeichnung und Skulpturen)

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Kurzcharakteristiken der Veranstalter zu den ausstellenden Künstlern:
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"Der Preisträger Jan Brokof gehört zu den gesellschaftskritischen und bisweilen radikal provozierenden Künstlern, denen es darauf ankommt, mit den Mitteln der Kunst das Bewusstsein für die gesellschaftspolitischen, sozialen, ökonomischen, aber auch nationalistischen Konflikte und Widersprüche zu schärfen. Brokof ist vor allem durch großformatige Holzschnitte vom Lebensalltag und dem Wohnumfeld der stereotypen Plattenbausiedlungen seiner ostdeutschen Heimatstadt Schwedt bekannt geworden. Seit einigen Jahren fließen in die Kunst von Brokof schärfere zeitgeschichtliche Aspekte und politische Inhalte ein. Das Thema seines Ausstellungsbeitrages ist die künstlerische Auseinandersetzung mit der deutschen Nationalismusproblematik und den in unterschiedlichen Ausprägungen weiter bestehenden sozialen Konfliktsituationen zwischen Ost- und Westdeutschland."

"Der 1975 in Prag geborene und heute in Berlin lebende Künstler Robert Barta absolvierte von 1998 bis 2005 sein künstlerisches Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München und von 2002 bis 2003 am San Francisco Art Institute in den USA. Der Künstler arbeitet in seinen raumgreifenden Objekten und Installationen mit sparsamen Mitteln, in denen meist auch physikalische und technische Prozesse Berücksichtigung finden. Dabei unterwandert er sehr präzise unser Denken und unsere Wahrnehmung und spielt ironisch mit Irritationen und der Um- und Verkehrung der Dinge. Barta hat einen interaktiven Kunstbegriff und bezieht den Betrachter in seine Werke ein. Ein Beispiel dafür ist die im Nordflügel der Orangerie realisierte Installation 'Limits of Control' (2012). Dabei handelt es sich um einen mit beweglichen Stahlkugeln ausgelegten Raum, in dem die Besucher einen 'motorischen Kontrollverlust' erleben und ihre Fortbewegung nur durch gegenseitige Hilfe fortsetzen können."

"Die 1971 in Berlin geborene und derzeit in Paris lebende Künstlerin Peggy Buth studierte von 1994 bis 2002 an der Hochschule für Bildende Künste Leipzig. Für Peggy Buth spielen „Kommunikations- und Sprachprozesse“ eine wichtige Rolle. Ihr Interesse gilt hierbei dem Zeichensystem von Sprache und Schrift, dass sie hinsichtlich ihrer Konstitution, Bedeutungsaufladung und –verschiebung befragt. 'In der Arbeit Nominativ (2010) dekliniert Peggy Buth alle möglichen Kombinationen der acht deutschen Personalpronomen durch, ohne jedoch diese im Sinne einer grammatikalischen Übung zu systematisieren. Jedem Pronomen hat sie ein in das Glas des Rahmens gekratztes Gegenüber zugewiesen, welches in Größe und Schriftbild variiert. Ein monologisches Sprechen existiert nicht, der Bezug zu den anderen, zum Anderen ist immer mit eingeschrieben.' (Susanne Holschbach)"

"Von dem 1976 in Dachau geborenen und heute in Berlin lebenden Künstler Wolfgang Lugmair, der von 1998 bis 2005 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studierte, wird Malerei präsentiert. Die figürliche und gegenständliche Bildwelt des Malers erscheint auf den ersten Blick still und vertraut. Beim näheren Betrachten wirken seine Figuren, Szenerien, Dinge und Landschaften jedoch seltsam entrückt und verharren in einem eigenwilligen Schwebezustand. Lugmair versteht es der sichtbaren Welt das Unwirkliche abzuringen und in atmosphärisch aufgeladenen Bildern zu vergegenständlichen, die sich nicht nur auf die äußere Wahrnehmung beziehen, sondern Vorstellungen aus dem Unbewussten heranziehen und mitunter zwischen Traum- und Erinnerungsbildern anzusiedeln sind."

"Die 1978 in Düsseldorf geborene und der konzeptuellen Kunst verpflichtete Künstlerin Monika Stricker absolvierte ihr Studium an der dortigen Kunstakademie. Für die Ausstellung in Gera hat sie eine raumgreifende Arbeit entwickelt. Inspirationsquelle für ihre minimalistische Installation waren Filme der 1980er Jahre. Die Künstlerin präpariert für ihre Arbeit verschiedenfarbige Jerseystoff-Bahnen mit synthetischem Schweiß. Der von der Industrie zu Farb- und Beständigkeitsprüfung eingesetzte Schweiß ist vollkommen geruchlos und dadurch ohne Körperfunktion. Das zur Temperaturregulierung einsetzende menschliche Schwitzen wird hier entkörperlicht und es entsteht ein anderes 'Bild des Schwitzens', das vielfältige Deutungsmuster evozieren kann."
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1 Kommentar
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Dagmar Bachmann aus Gera | 16.08.2012 | 22:25  
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