Barmherzigkeit im Überfluss - Predigt vom Valentinstag

Gera: St. Elisabeth | "Hebt euch eure Prinzipien für die wenigen Augenblicke im Leben auf, in denen es auf Prinzipien ankommt. Für das meiste genügt ein wenig Barmherzigkeit." - Albert Camus

Barmherzigkeit kann es nie zu wenig geben. Sie entspringt einer Quelle. Sie fließt unaufhörlich aus dem Herzen Gottes hinein in unsere Welt. Barmherzigkeit im Überfluss!
Was Barmherzigkeit bewirkt, haben wir gerade gesehen und gehört, am Beispiel des blinden Menschen aus Jericho: sie schenkt Heilung.
Diese Geschichte macht uns Mut, dass auch wir uns in diese überfließende Barmherzigkeit hineinstellen, um unser Leben und unsere Herzen mit dieser heilsamen Kraft füllen zu lassen. Es ist genug für alle Menschen da. Barmherzigkeit im Überfluss!

Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer - lässt uns Gott sagen.
Das, was wir empfangen, können wir weitergeben. Auch aus unseren Herzen fließt diese belebende, heilende Gabe. Wir brauchen an dieser Stelle keine Angst vor Verschwendung haben, denn auch in uns wohnt Barmherzigkeit im Überfluss. Wir können bei Jesus erkennen, wie Barmherzigkeit überfließt, hin zu den Anderen. Das ist nicht schwer, das können auch wir in unserem Alltag leben. Auch wir können dieses heilende Wunder in unsere Beziehungen hineintragen. Wir können einander mit Barmherzigkeit beschenken. Wie das geht? Jesus hat es uns gezeigt.

Ein blinder Bettler, so das Evangelium, sitzt am Wegrand. Blindheit bedeutet, die Schönheit der Welt nicht mehr zu sein. Vor den Augen befindet sich ein Schleier, gewoben aus Sorgen, Ängsten, düsteren Gedanken. Doch manchmal sind wir selbst blind – dafür, wie es einen Menschen geht. Manchmal macht uns der Alltag, die Routine für Andere blind. Manchmal bemerken wir nicht einmal, wie es dem Menschen in unserer unmittelbaren Nähe geht. Wir sind blind für die Blindheit eines Freundes, einer Freundin. Wir übersehen, dass unser Partner, unsere Partnerin verborgenen Kummer in sich trägt. Auch unsere Beziehungen brauchen heilende Barmherzigkeit. Wie das geht? Jesus hat es uns gezeigt.

Jesus bleibt stehen.
Halten wir an, in der Unruhe von Aufgaben, Terminen, Verpflichtungen. Das Herz wird von so vielem abgelenkt. Richten wir es bewusst auf einen Menschen, den wir lieben. Lassen wir dabei volle Aufmerksamkeit walten. Nehmen wir uns für diesen Menschen Zeit. Nehmen wir ihn mit allen Sinnen wahr. Versuchen wir zu spüren, wie es ihm geht, was ihn belastet. Dieser Mensch ist kostbar, er verdient, dass wir jetzt ganz für ihn da sind.

Jesus ruft den Blinden.
Unterbrechen wir bewusst die Routine. Barmherzigkeit braucht seinen eigenen Platz im Alltag. Sprechen wir den geliebten Menschen an. Zeigen wir ihm, dass wir ihn wahrnehmen. Lassen wir ihn spüren, dass er nicht übersehen, nicht überhört wird. Jetzt ist er, jetzt ist sie wichtig!

Jesus tröstet.
Nehmen wir den Menschen, der uns wichtig ist, in den Arm. Er soll unsere Gegenwart, unsere Nähe fühlen. Es ist so einfach und gleichzeitig so unendlich wichtig, dem Anderen zu zeigen: ich bin da. Ich will mit dir teilen, was dich traurig oder ängstlich macht. Dazu braucht es keine großen Worte, nur ein offenes Herz.

Jesus fragt nach.
Wer Fragen stellt, der hat an dem Anderen Interesse. Ich will wissen, wie es dir geht, was dich beschäftigt, was dich quält. Rede mit mir. Erzähl mir von deinen Sorgen. Liebe klopft an die Tür und wartet, bis sie von innen geöffnet wird. Barmherzigkeit nimmt sein gegenüber ernst und weiß nicht alles schon besser. Fragen sind entscheidende Türen zueinander – in der Freundschaft, in der Familie, in der Partnerschaft.

Jesus hilft.
Barmherzigkeit nimmt dem Anderen die Verantwortung für sich selbst nicht ab, aber sie hilft dem Anderen dabei, diese wieder wahrzunehmen. Manchmal bin ich auch selbst ein Teil des Problems und kann nun mich verändern und damit die Situation. Gemeinsam ist es leichter, Schweres zu tragen und nach Lösungen zu suchen. Den Schleier, gewoben aus Sorgen, Ängsten, düsteren Gedanken können wir zusammen zur Seite ziehen. Das Problem wird dadurch nicht einfach verschwinden, aber um das Problem wird wieder Licht und Leben erkennbar.

Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer - lässt uns Gott sagen.

Es gibt nur die eine Liebe. Sie entspringt dem Herzen Gottes und durchströmt die Welt. Erkenntnis Gottes geschieht in der Liebe. Die heilende Kraft dieser Macht ist die Barmherzigkeit, bei Gott und bei den Menschen. Barmherzigkeit im Überfluss!
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