Das Geraer „Duo Rocca“ gastierte in Kuopio

Peter Wiegand (Violine) und Cornelius Herrmann (Cello) bereiteten sich akribisch auf ihre Konzerte in der Schwesternstadt Kuopio vor.
 
Das erlebte ihr Publikum schon bei der Erstaufführung ihres speziellen Programms auf historischen Instrumenten am 27. Januar 2012 in der Musikschule Heinrich Schütz Gera.
Konzert zum Auftakt für das Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaft mit Kuopio


Frostige minus 26 Grad Celsius bei der Flugzeuglandung im finnischen Kuopio - wie gut muss man da wertvolle Instrumente für eine Reise in den hohen Norden verpacken? Noch dazu, wenn ihnen Violine und Cello aus Turiner Meisterhand eines Joseph Antonio Rocca den Ensemble-Namen prägen... Das „Duo Rocca“ nahm gegen alle Wetterkälte gern die Einladung des befreundeten „Kuopion Salon Kiorkesteri“ zum Gastspiel in der Partnerstadt an. Für Wiegandilla und Herrmannilla aus Gera in Saksa (Deutschland) war die Tour freilich mehr als ein Spaß an Land, Leuten und Sprache. Sie reisten praktisch in offizieller Mission. Am 10. Februar ’12 sollte bei einem Festkonzert des Salonorchesters im Kuopioter Rathaus zugleich das 40-jährige Bestehen von Städtepartnerschaftsverträgen gewürdigt werden.

Die Winterferien gaben Peter Wiegand, dem Geigenlehrer an der Musikschule „Heinrich Schütz“, und Cornelius Herrmann, eigentlich als Cellist im (Un-)Ruhestand, die Gelegenheit für einen längeren Aufenthalt in der Schwesternstadt. Sie genossen die Gastfreundschaft und spielten zweimal als Duo in Suonenjoki und im Kammermusiksaal des Konservatoriums Kuopio vor vielen Kollegen im interessierten Publikum. Außerdem wollten die musikalischen Botschafter schon jetzt eine Einladung der Geraer Bezirksgruppe in der Deutsch-Finnischen Gesellschaft für die am Himmelfahrtswochenende 2014 stattfindende DFG-Bundesversammlung in Gera überbringen. Bei der Begeisterung, die gemeinsame Gemeinschaftsprojekte wie etwas das Neujahrskonzert 2011 auf beiden Seiten weckte, war die Zustimmung der Männer um Antti Meurman ziemlich gewiss. Aber organisatorischen und finanziellen Aufwand macht es doch!

So war weiblicher Beistand sicher mehr als nur hilfreich. Die neue Geraer Sozialdezernentin Sandra Schöneich übernahm gern die rathaus-diplomatische Mission für die verschiedenen Vorhaben mit der Schwesternstadt. Sie reiste am Donnerstag nach und hatte für den Freitag ein volles Programm. Um das finnische Sozialsystem näher kennenzulernen, sah das für sie u.a. eine Visite mit Amtsbruder Jarmo Rautjärvi im Krankenhaus Harjula, sowie Besuche in der Regenbogenhaus-Werkstatt für bildende Künste und im Seniorenheim Levänen vor. Sie wollte außerdem gern beispielhaft frühkindliche Erziehung erfahren und weilte dazu noch in der Kindertagesstätte Lehtoniemi.

Den zünftigen Ausflug in die traumhafte Winterlandschaft um den Puijo-Aussichtsturm mit Skisportzentrum, Schanzen und dem zugefrorenem See, auf dem bald wieder der 200-km-Ice-Marathon geschlittert wird, hatten allerdings nur Wiegand und Herrmann unter der Woche für sich.

Die Geraer trafen sich schließlich am Freitag zum Festkonzert im Rathaus. Das war eine Veranstaltung nach dem Strickmuster der hiesigen Neujahrskonzerte mit Wiener Musik von Schrammel bis Strauß oder Stolz und Grußworten in der Orchesterpause. Dezernentin Schöneich sprach Einladungen zu Feierlichkeiten um die Städtepartnerjubiläen mit Kuopio, Arnheim, Fort Wayne und Gorazde am Geraer Höhlerfest-Wochenende aus. Für finnische Verhältnisse offenbar ungewohnte Standing Ovations nach dem gemeinsamen Konzert des Salonorchester mit dem Duo Rocca darf man dann wohl als herzliche Zustimmung zu all den Vorhaben nehmen, resümierte Peter Wiegand. Für ihn war die Reise außerdem Zeichen eines privaten Städtefreundschaftsjubiläums: Vor zehn Jahren hatte er Jugendliche aus Kuopio, Skierniewice und Gera erstmals in einem Orchester einen können und dabei seinen Freund Antti Meurmann schätzen gelernt. Beide gelten nun schon als Garanten für weitere Pläne zwischen den städtischen Musikschulen.
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