Der Kleine Prinz verbindet Generationen

Eva Fischer - hier vor ihrem momentanen Arbeitsplatz am Theater Gera - fand in Antoine de Saint-Exupérys Werk "Der Kleine Prinz" die Idee für ihr preisgekröntes Kulturprojekt.
 
Eva Fischer (Mitte), Barbara Altenkirch und Kulturstiftungsmitarbeiter Michael Grisko bei der Auszeichnung mit den Kulturstiftungspreis "Tatort Kultur" vor dem Geraer Theater.
Preisgekrönt: 19-Jährige Eva Fischer erhält „tatort kultur“-Auszeichnung für Kulturprojekt

Gera. „Adieu“, sagte der Fuchs. „Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
Diese Worte prägten sich nicht nur dem kleinen Prinzen in Antoine de Saint-Exupérys berühmten Werk „Der Kleine Prinz“ ein, an den diese Worte gerichtet waren, sondern auch Eva Fischer als Leserin der Geschichte während ihrer Abiturzeit.
Jetzt erinnerte sich die 19-Jährige aus dem bayerischen Eichstädt, die derzeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei Theater&Philharmonie in Gera beschäftigt ist, wieder daran. Auf der Suche nach einem Thema für ihr Kulturprojekt, das sie innerhalb dieser Zeit umsetzen möchte. „Zufällig las ich in der Zeitung über das 70-jährige Jubiläum der Geschichte und plötzlich war die Idee geboren, nach der ich gesucht hatte. Für mich war dabei wichtig, dass mein Projekt eine Botschaft beinhaltet, die Generationen verbindet. So, wie hier am Theater in Gera, das mit seinen Aufführungen und Konzerten gleichermaßen Jung und Alt anspricht“, erzählt sie.
Genau diese Botschaft fand Eva im Buch „Der Kleine Prinz“. Dabei spielen die Worte des Fuchses die Schlüsselszene im Projekt, die die junge Frau mit Senioren und Kindern künstlerisch umsetzen möchte. Die beiden Generationen – Kinder aus der Kindertagesstätte „Senfkorn“ und Senioren eines Geraer Seniorenheimes - sollen in Bildern oder mit Hilfe anderer gestalterischer Mittel ihre Sicht auf das Werk ausdrücken. „Alles kann dabei zum Einsatz kommen, Stifte, Papier, Malfarbe, Naturmaterial, Stoff... Jeder kann seine künstlerische Freiheit ausleben.“
Die entstandenen Werke gipfeln im Juni in eine öffentliche Ausstellung, bei deren Vernissage jedoch zunächst nicht zu erkennen sein wird, ob ein alter Mensch oder ein Kind der Künstler war. Das soll der Betrachter für sich herausfinden.
„Ich glaube fest daran, dass man dies vielen Arbeiten nicht ansehen kann“, so Eva Fischer verschmitzt. „Denn die Botschaft ist gleich, egal, von wem sie gelesen wird.“
Und ihre Idee ist sogar preisgekrönt. Die Sparkassen-Kulturstiftung vergibt gemeinsam mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung den Preis „tatort kultur“ für innovative Projektideen, der mit 500 Euro dotiert ist. Die Jury zeigte sich von der Eva Fischers beeindruckt und so gehört sie zu insgesamt acht Ausgezeichneten im Freistaat Thüringen.

Für Kulturstiftungs- und Jurymitglied Michael Grisko, der Eva Fischer den Preis übergab, ist die Verbindung der Generationen dabei mindestens genauso spannend, wie der Ausgang des Projektes. „Denn wie die fertigen Arbeiten aussehen und welche kreativen Mittel dabei umgesetzt werden, ist völlig offen“, beschreibt er es. Eva Fischer, die ihr Projekt als „Experiment“ sieht, gibt diese Auszeichnung zusätzliche Motivation für ihre Arbeit. Eine Arbeit, die sie vielleicht auch künftig begleiten wird. Nach dem Bundesfreiwilligendienst möchte sie zurück in ihre Heimat Bayern und dort ein Studium aufnehmen: Grundschullehramt mit Schwerpunkt Kunstpädagogik.
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