DIE WALPURGISNACHT

Bald steigt sie wieder auf aus dem steten Rhythmus des Zeitenwandels und legt sich auf unser Land, die Nacht vom 30. April zum 1. Mai, genannt die WALPURGISNACHT! Geheimnisvolle Bräuche und Geschichten ranken sich um diese besondere Zeit. Doch wo liegt der mythische Ursprung der Walpurgisnacht?

Zum einen gibt es die keltische Tradition.
BELTANE war in keltischer Zeit eines der beiden wichtigsten Feste im Jahr.
Beltana war die spirituelle Brücke in die Sommerzeit. Nun wurden die Herden auf Sommerweiden gebracht, natürlich und kulturell entfaltete sich das Leben neu.

Die Druiden, keltische Weise, Heiler und Priester, feierten in dieser Nacht Reinigungsrituale und entzündeten heilige Feuer. Es gab viele Bräuche, um Elfen, Feen, Kobolde u.a. Geistwesen von Haus, Mensch und Vieh fernzuhalten. Diese Wesen waren dabei keineswegs bösartig, jedoch in ihrem Übermut immer zu allerlei Schabernack und Unfug bereit – und davor wollte man sich schützen.
Zu Beltane war - ähnlich wie zum Totenfest Samhain in November – die Wand zur Anderswelt besonders dünn.

Zum anderen bestand auch eine germanische Tradition.
In dieser Nacht wurde eine heilige Hochzeit zwischen Wodan und Maya, der Maikönigin gefeiert. Dies geschah durch ein orgiastisches Frühlingsfest, dass in Wäldern und heiligen Hainen mit Gesang, Tanz, Festmahl und sexuellen Vergnügungen ausgiebig begangen wurde. Vor allem Fruchtbarkeitsrituale spielten eine wichtige Rolle.

Diese beiden Herkunftsweisen spiegeln sich in Sagen und im Volksglauben auch in späteren Zeiten wider. Die Hexen, die zum Brocken oder zum Blocksberg fliegen, sind ein Widerschein aus der heidnisch – schamanischen Welt.

Doch was hat eine Walpurga damit zu schaffen?
Nun, eigentlich war besagte Walburga eine englische Fürstentochter und Benediktinernonne aus dem 8. Jhd. Diese war nach Deutschland gekommen und hier allseits geachtete Äbtissin im Kloster „Heidenheim“! Als ihr Tag galt einst der 25. Februar, aber an einem 1. Mai wurden ihre Reliquien von dem Kloster nach Eichstätt überführt. Walburga wurde zur Patronin der Wöchnerinnen, Bauern und Haustiere erklärt, sie gilt aber auch als Meisterin der Geister und Hexen und Schützerin vor Zauberei. Die Umbenennung in WALPURGISNACHT belegt den kirchlichen Versuch, uralte verwurzelte, heidnische Bräuche katholisch umzuwandeln. Heute dürfen wir in dieser Nacht den Reichtum einer Vielfältigen spirituellen Tradition unseres Landes erkennen.
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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 22.04.2013 | 23:32  
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Hannelore Grünler aus Artern | 23.04.2013 | 07:37  
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Annett Deistung (HarzWusel) aus Nordhausen | 24.04.2013 | 21:58  
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