Einstieg in die Welt des Islam! - Theater und Diskussion vermitteln Einblick in die Geschichte des Islam bis zur Gegenwart.

Bernhard Stengele zeigt im Stück "Das zweischneidige Schwert, den Drehtanz als spirituelle Handlung des Sufismus zur Selbstfindung.
Gera: Bühne am Park | Das TMBZ (ehemals OK Gera) hatte zu einer Diskussion unter dem Titel "Gesichter des Islam – Pluralität und Moderne" im Rahmen des Sendeprojektes "Töten im Namen Gottes" in die BAP (Bühne am Park) eingeladen. Im Mittelpunkt stand die neueste Schauspielproduktion des Theaters Gera-Altenburg, das Stück "Das zweischneidige Schwert". Schauspieldirektor Bernhard Stengele hat gemeinsam mit Petra Paschinger diesen polit-poetischen Gesang geschaffen. Zum Thema fand eine Podiumsdiskussion statt. Während der Ausführungen von Ali Özgür Özdil (Islamwissenschaftler) und Sanay Duzcu (Comedian) wurde klar, das die spirituelle Richtung des Islam, der Sufismus, ähnlich der christlichen Mystiker, tief religiöse Gedanken beinhaltet, die sich positiv auf die eigene Person und den Umgang mit anderen Menschen und Religionen auswirken können. "Wenn die Worte des Koran wortwörtlich befolgt werden würden, dürfte es keine Gewalt und Kriege in der moslemischen Welt geben.", meint Özgür Özdil. "Jedoch", so der Islamwissenschaftler weiter, "wird der Glaube und die Religion von Politkern und Industriellen missbraucht, um Zwiespalt zwischen den Kulturen zu schaffen. Dazu gehören nicht zuletzt die enormen Waffenlieferungen an die Kriegsparteien."
Bernhard Stengele beschäftigt sich im Stück mit den poetischen und traditionellen Inhalten des Islam, beleuchtet die Strömungen, nennt Ursachen und stellt sie ins Verhältnis zu allen anderen Weltreligionen. Tänze und Gedichte zum Thema werden mit aktuellen Aussagen verbunden. Das gesamte Produktionsteam verbrachte vier Tage während eines Workshops am Bodensee in einem Sufi-Zentrum, um sich diesem Thema zu nähern. Obwohl vorwiegend die Geschichte des Islam von den Theaterschaffenden beleuchtet werden soll, werden Pegida, IS und Terrorismus nicht ausgeklammert. Insbesondere Parallelen zu anderen Religionen, wie Judentum, Christentum, Hinduismus und Buddhismus möchte das Stück aufzeigen.
Allen Anwesenden wurde klar, dass der Koran richtig betrachtet, das Gute im und für den Menschen und den Einklang des Menschen mit Gott anstrebt. "Radikale und fundamentalistische Strömungen, wie auch die politische Vereinahmung des Islam, basieren auf Sätzen des Koran, die aus dem Zusammenhang gerissenen sind.", so Ali Özgür Özdil, "betrachtet man die Sätze im Zusammenhang, so ergibt sich ein anderes, ein relativiertes Bild.

Die nächste Diskussion dieser Fernsehreihe findet unter dem Thema "Islamisierung des Abendlandes?" am 19. April 2016 um 19 Uhr im TMBZ (Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Gera), Webergasse 6/8 statt.

Termine zu "Das zweischneidige Schwert" im TPT Thüringen – Bühne am Park Gera
11. 3. 2016 – Premiere
Weitere Aufführungen:
12.+ 22. +24. März 2016 , 2.+ 5. April 2016
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2 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 24.02.2016 | 14:37  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.02.2016 | 23:05  
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