Fetsum bei den Geraer Songtagen in der Bühne am Park

Fetsum
  Es war wieder eines der berührenden Songtagekonzerte, diesmal in der Bühne am Park. Das mag schon allein an der Herkunft des Künstlers liegen. Er stammt aus einem Land, das 40 Jahre Krieg erleben musste. Da sei man, wenn auch selbst nicht kämpfend, automatisch politisch.

Wenn man FETSUMs langerwartetes Debut-Album mit einem Wort beschreiben müsste, wäre „global“ das wohl treffendste. Es umschreibt nicht nur den eigenen Stil, den FETSUM im Laufe der Jahre entwickelt hat, sondern auch seine persönliche Lebensgeschichte. Als Sohn eritreischer Freiheitskämpfer, kam er in Kairo zur Welt, nachdem seine Mutter im Krieg verwundet wurde und fliehen musste. Nach 18 Monaten ging die Reise weiter nach Rom, wo sie einige Jahre lebten, um dann nach Stuttgart zu ziehen.

Es waren diese prägenden Jahre, in denen FETSUM intuitiv seine Liebe zur Musik entdeckte. Inspiriert von Bob Marley über Donny Hathaway bis hin zu Bob Dylan begann FETSUM später seine eigenen Songs zu schreiben. Anfangs noch auf Deutsch, dann aber auf Englisch.

Sein selbstbenannter "Urban Folk" fand schnell Anklang, sodass schon bald kein Geringerer als die Reggae-Größe Patrice begann, ihn zu unterstützen. Zunächst als Opening Act auf mehreren Tourneen, dann als Gast in seinem eigenen Supow Studio in Köln, wo FETSUM schließlich sein Album „The Colors Of Hope“ aufnahm. Ein Album reich an Erfahrung und von erstaunlicher Reife.

In den letzten drei Jahren teilte sich der Musiker die Bühne mit internationalen und nationalen Acts wie Estelle, K'NAAN, Peter Fox, den Söhnen Mannheims, Cassandra Steen und Patrice. Es ist dieser Schatz an Bühnenerfahrung aber auch die bewegte Geschichte seines eigenen Lebens und dasjenige seiner Familie, die auf diesem Erstlingswerk voll zur Geltung kommen.

"The Colors Of Hope" ist eines dieser Alben, die man am Stück durchhören sollte. Im Opener "Say Who You Are" stellt sich FETSUM die Frage über die eigene Identität in einer Welt, die für ihn nicht durch Landesgrenzen oder Statussymbole definiert wird, aber stets voller Hoffnung und den Glauben an das Gute im Menschen ist. Selbst wenn er in Songs wie "Emotional Android" oder "Divided By Thoughts" das System und dessen Ungerechtigkeit ins Gebet nimmt, schwingt immer das Positive oben auf. Mit "Egypt", "Homeless & Free" und "Letters From Damascus" steuert er dieser bravourösen Meisterarbeit ganz persönliche Geschichten bei.

Selten genug erscheint derart intime und gleichzeitig lebensbejahende Musik. Umso mehr sei es ans Herz gelegt, in die Welt von FETSUM einzutauchen und aus seinen berührenden Songs Hoffnung zu schöpfen. Darüber, dass diese Stimme Gehör finden wird, besteht jedoch keine Hoffnung, sondern Gewissheit.


Weiter geht es im Programm der Geraer Songtage mit dem Label-Konzert am 4. Mai, 20.30 Uhr, im Puppentheater Gera. Bei diesem Special stehen Rik van den Bosch, Wax Mannequin und T.Basco auf der Bühne.

Alles über die Songtage ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/songtage.ht...
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