Ganz großes Kino…! Konfirmation 2016

Gera: St. Salvatorkirche | Filmklappe zum ersten:
Ganz großes Kino…!
Wir Menschen brauchen Geschichten

Die Oscarverleihung in den USA, das Filmfestival in Cannes oder die Uraufführung eines angekündigten Blockbusters. Es sind Medienereignisse, die besondere Aufmerksamkeit auslösen.
Prominente Schauspieler und Schauspielerinnen bewegen sich auf dem Laufsteg der Eitelkeiten, und die ganze Welt schaut zu.
Filme haben einen wichtigen Platz in unserem Alltag eingenommen. Und für jeden Geschmack ist etwas dabei: Komödie, Liebesfilm, Drama, Krimi, Action, Horror, Phantasie, Serie, Thriller, Naturdokumentation oder Animationsfilm. Hollywood wird manchmal abschätzend als „Traumfabrik“ bezeichnet; doch was ist so schlecht am Träumen? Wir Menschen brauchen Geschichten. Sie begleiten uns von der Wiege bis zur Bahre. Wir verknüpfen die Abenteuer unserer Helden mit unserem eigenen Dasein. In den spannenden, lustigen, traurigen, langweiligen, phantasievollen Stories können wir uns selbst entdecken.
Geschichten werden einander erzählt und man kann sie in Büchern lesen. Seit die Bilder laufen lernten, so in der Stummfilmzeit eines Charly Chaplins, tragen auch Filme solche Geschichten in unser Herz hinein. Fernsehen, Internet und DVDs sind zu prägenden Medien geworden. Doch auch das gute alte Kino erfreut sich weiterhin allgemeiner Beliebtheit. Neben dem UCI bieten in Gera das Metropol und der Comma-Filmclub cineastische Unterhaltung an. Während unsere Sehnsüchte, Ängste oder Lebensfragen auf die Leinwand gezaubert werden, kann unser Herz auf Reisen gehen. Neben dem Vergnügen, eine Geschichte filmisch erzählt zu bekommen, können wir im besten Fall auch zum Nachdenken angeregt werden und an Erkenntnis, Verständnis und Mitgefühl wachsen.

Filmklappe zum zweiten:
Ganz großes Kino…!
Jesus Christus

Auch Jesus hat Geschichten erzählt, um Menschen in das Reich Gottes hineinzunehmen. In den Gleichnissen vom verlorenen Sohn, vom barmherzigen Samariter oder von den Arbeitern im Weinberg haben die Menschen sich wiedergefunden. Es war eine Lust, Jesus zuzuhören und es hat die Seele geheilt.
Doch Jesus selbst war ganz großes Kino! Gottes Liebe nimmt eine menschliche Gestalt an. Das Evangelium erzählt eine Geschichte, in der alles vorkommt, was einen guten Film ausmacht: Leidenschaft und Spannung, Liebe und Verrat, menschliche Konflikte und Ausblicke der Hoffnung, Geburt und Sterben, Intrigen und Mut. Immer wieder treten überraschende Wendungen auf. Die Hauptrollen sind mit Maria und Josef, Johannes dem Täufer, Maria Magdalena und den 12 Jüngern ideal besetzt. Und diese Helden sind ganz aus Fleisch und Blut – sie haben Stärken und Schwächen, sie versagen an entscheidenden Stellen und können dann doch wieder über sich hinauswachsen. Im Evangelium gibt es phantastische Dialoge, sinnliche Momente, düstere Stimmung und berührende Szenen. Der Show down endet scheinbar katastrophal: mit dem Scheitern des Haupthelden am Kreuz. Der Abspann läuft…doch da wird plötzlich das leere Grab eingeblendet. Noch einmal bekommt die Geschichte eine gründliche Wendung. Die Auferstehung lässt uns alles in einem neuen Licht sehen. Die Liebe Gottes überwindet Hass und Tod. Das Kreuz wird zum Schlüssel für das Leben. Die Geschichte Gottes mit seiner Welt geht weiter. Es ist letztlich eine „never ending story“. Ganz großes Kino eben.
Kein Wunder, dass die Jesusgeschichte immer wieder neu verfilmt und auf die Leinwand gebracht wurde: von Mel Gibson über Pier Paolo Pasolini und Martin Scorsese bis hin zu Monty Python. Die Geschichte Gottes wird weitererzählt, auch im Kino.
Jesus ist ein Akteur, der sich seiner Geschichte bewusst ist. Er hat eine tiefe, innige Beziehung zu Gott und trägt in sich das Vertrauen, dass die Rolle, die er spielt, richtig ist.

Filmklappe zum dritten:
Ganz großes Kino…!
Mein Leben, der Film, den ich selbst mitgestalte

Nach Gottes Ansicht wäre jedes einzelne Menschenleben wert, verfilmt zu werden. Und im Grunde ist unser eigenes Leben wie ein Film, den wir selbst mitgestalten. Ihr, liebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, geht Schritt für Schritt Euren eigenen Weg. Ihr entscheidet mit, was in eurem Lebensfilm wichtig wird und was darin vorkommen soll.
Zu Beginn steht das Drehbuch. Das ist der Rahmen, der uns vorgegeben wird. Wann und wo komme ich zur Welt, wer sind meine Eltern, welche Gaben und Talente werden mir mitgegeben? Das alles wird uns vorbestimmt, aber wir können damit arbeiten und etwas daraus machen. Dann kümmern wir uns um den Soundtrack. Was gibt unserem Dasein Rhythmus? Welche Lebensmelodien sollen uns begleiten?
Entscheidend wird für euch werden, dass ihr eure Rolle findet, die ihr spielen wollt. Was ist mir wichtig? Welchen Platz will ich einnehmen? In welche Richtung will ich mich bewegen? Ihr seid in eurem Film die Hauptrolle, nehmt diese Herausforderung mit Mut, Kreativität und Freude an. Und natürlich solltet ihr ein gutes Zusammenspiel mit den anderen Akteuren eures Lebens finden. Familie, Freunde, Mitschüler, auch eure Gegenspieler könnt ihr gut in euer Drehbuch einbinden. Auf jeden Fall sollte Euer Film Geschichten von Liebe und Freundschaft erzählen, und auch Konflikte, Probleme und Niederlagen gehören dazu. Das alles gibt euerem Film die notwendige Spannung. Mit diesen Erfahrungen findet euer Leben Tiefe und es wird interessant, einzigartig, wertvoll.
Ihr füllt eure Rolle aus mit dem, was ihr seid. Doch manchmal werdet ihr Hilfe brauchen und einen Hinweis, wie es weitergehen soll. Dann sind Regieassistenten an eurer Seite, die für euch und mit euch Regieanweisungen geben, als Unterstützung für eure Rolle. Solche Regieassistenten findet ihr in euren Eltern, euren Geschwistern, euren Freunden, später auch in eurer Partnerin, euren Partner. Ihr könnt sie in der Kirchgemeinde entdecken. Auch die Seelsorge ist ein Angebot, das euch in eurem Leben unterstützen kann.
Doch wer führt in eurem Leben die Regie? Vom Glauben aus betrachtet, werden wir Gott als unseren Regisseur verstehen. Seine Anweisungen geben uns Freiheit und Orientierung. Zu Gott können wir kommen, nicht nur, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Auch im Alltag finden wir bei ihm Ermutigung und Halt.
Mit der Taufe hat Gott mit euch einen Vertrag gemacht, dass er für euch da ist und als Regisseur euren Lebensfilm begleitet. Heute wird mit der Konfirmation diese Zusage bekräftigt. Außerdem bekommt jeder und jede von euch eine ganz individuelle Regieanweisung mit auf den Weg. Ich meine euren Konfirmationsspruch, den ihr nun mit Leben erfüllen könnt. Dieser Konfirmationsspruch will euch immer wieder daran erinnern, was für euch wichtig ist. Er will euch helfen, dass ihr eure Rolle im Leben bewusst gestaltet.
Eine weitere Regieanweisung haben wir heute von Jesus gehört:
„Darum gehet hin. Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Lasst euch ohne Angst auf euer Leben ein. Sucht nach einer tiefen, innigen Beziehung zu Gott und tragt in euch das Vertrauen, dass die Rolle, die ihr spielt, richtig ist. Möge Gottes Segen euren Lebensfilm zu einer spannenden, leidenschaftlichen und kostbaren Geschichte machen.

Fürbitten Konfirmation 2016 „Ganz großes Kino“


Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

1. Herr, gib uns Mut, im Drehbuch unseres Lebens auch mal etwas zu ändern oder ganz neu zu schreiben.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

2. Herr, sei du unser Spotlight, das unser Leben ausleuchtet und die Schatten vertreibt.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

3. Herr, gib uns Mut, auch einmal die Kameraeinstellungen zu ändern, um die Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen zu können.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

4. Herr, bereichere unser Leben mit special effects, so dass wir immer wieder spannende Momente erleben können.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

5. Herr, verzeih uns unsere ständigen Outtakes und hab Dank, dass wir deine Entertainer sein dürfen.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

6. Herr, lass uns dankbar sein und nie vergessen, wer unsere Produzenten sind und wie selbstlos sie uns immer unterstützt haben.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

7. Herr, schenke uns das Vertrauen, die Maske, die wir so oft tragen, auch mal ablegen zu können und in eine andere Rolle zu schlüpfen.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

8. Herr, gib uns Kraft, das große Gefühl in unserem Leben zu entdecken und auch zuzulassen.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens.

9. Herr, stelle uns liebende und kraftspendende Mitakteure zur Seite, die uns auf dem Weg zum Happy End begleiten.

Herr, wir bitten dich: sei der Regisseur unseres Lebens. Amen
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3 Kommentare
13.091
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 19.05.2016 | 16:10  
1.585
Michael Kleim aus Gera | 20.05.2016 | 17:15  
13.091
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 20.05.2016 | 18:05  
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