Geraer organisiert Schüleraustausch mit Finnland

Frank Leistner organisiert seit dem Jahr 2000 den Schüleraustausch für finnische Jugendliche in Ostthüringen. Er selbst arbeitet im Bildungszentrum Ostthüringen in Gera und betreut dort angehende Fliesenleger. Mit ihnen hat er auch eine Flaggenwand gestaltet, auf der auch die samische (oben links) und finnische (2. Reihe mitte) Fahne zu sehen sind.
 
Auch Ausflüge gehören zum Austauschprogramm. Im vergangenen Jahr besuchten die Finnen gemeinsam mit Frank Leistner den JenTower in Jena. (Foto: privat)

„Finnen sind von Grund auf ehrlich“, ist die Erfahrung von Frank Leister aus Gera. Nicht nur deshalb möchte er den Kontakt zwischen Deutschland und dem hohen Norden fördern und plant im Juni erneut einen Schüleraustausch.

Wenn Frank Leistner über Finnland redet, kommt er ins Schwärmen. „Ich war bestimmt schon zehn Mal dort“, erzählt er. Nicht nur die Natur beeindruckt ihn, auch die Menschen und ihre Sprache. „Die ist nämlich hochinteressant.“

In Finnland findet der Geraer die Ruhe, die er in seinem hektischen Job als Lehrausbilder oft vermisst. Zudem beeindrucken ihn die Finnen selbst. „Die sind von Grund auf ehrlich und zuverlässig. Das mag ich.“ Deshalb engagiert sich Leistner seit mehr als eineinhalb Jahrzehnte für den Austausch zwischen Deutschen und Finnen. Über die Deutsch-Finnische Gesellschaft hat er bisher schon für rund 70 Jugendlichen einen Aufenthalt in Ostthüringen organisiert.

Deutsche Kinder profitieren vom kulturellen Austausch


Dabei ist dieser Austausch keine Einbahnstraße. „Auch den deutschen Kindern aus den Gastfamilien tut der kulturelle Austausch gut“, so Leistner. Sie bekommen eine besonders positive Lebenseinstellung vermittelt. Denn es seien sehr strebsame junge Leute, die nach Thüringen kommen. Sie sprechen meist mehrere Sprachen, spielen ein bis zwei Instrumente und treiben viel Sport. Diese Aktivität beeindruckt ebenso wie die Zielstrebigkeit, mit er die jungen Finnen ihr Leben planen. „Wer lernt bei uns schon in den Ferien?“ fragt sich Leistner.

Junge Finnen sprechen sehr gut englisch


Die Finnen tuen es. Wenn sie im Juni nach Deutschland kommen, sind zu Hause die Schulen geschlossen. Trotzdem nehmen sie hier am Unterricht teil. Den können sie recht gut verfolgen, denn hinter ihnen liegen bereits mehrere Jahre Deutschunterricht. Besonders mit ihrem guten Englisch beeindrucken sie Frank Leistner immer wieder. Der Grund ist schnell erklärt: Im Ausland spricht kaum jemand finnisch. Deshalb lernt man im Norden sehr intensiv englisch. Obendrein können die Finnen sehr gut lesen. „Ausländische Filme werden dort nicht synchronisiert“, so Leistner. „Wer den Inhalt verstehen möchte, muss die Untertitel zügig erfassen können.“


Alles begann in einem Jugendlager in Russland


Erste Kontakte zu Finnen hatte der Lehrausbilder bereits in den 1990-er Jahren. Damals betreute er angehende Handwerker in einem europäischen Jugendcamp. Tschechen, Finnen, Russen und Deutsche haben gemeinsam das russische Kloster Konevitza saniert. Daraus entwickelt sich in den Folgejahren der Jugendaustausch mit den Finnen. „Sie gehen das sehr professionell an“, erklärt Leistner die besondere Beziehung nach Finnland.

Gern will der Geraer den Kontakt weiter pflegen. Doch in den letzten Jahren wurde es immer schwieriger, Gasteltern zu finden. „Wir suchen nach Leuten mit Engagement, die gern ein weiteres Kind in ihrer Familie aufnehmen, ihm zeigen, wie wir leben.“ Die organisatorischen Dinge regelt die Deutsch-Finnische Gesellschaft.

In seiner Arbeit ist Leistner nicht allein. „Mein Chef unterstützt mich sehr bei der Arbeit“, freut er sich. Vor allem beim Transport der jungen Leute, die aus unterschiedlichen Teilen Finnlands stammen. Sie alle landen auf dem Flughafen in Berlin-Tegel. „Von dort aus nach Ostthüringen zu kommen, ist eine Odyssee.“ Das Bildungszentrum Ostthüringen sponsert die Fahrt vom und zum Flughafen. So können die Gastkinder bequem in einem Bus reisen.


Kontakt bleibt oft über Jahre bestehen


Wer einmal einen jungen Finnen bei sich aufgenommen hat, bleibt ihnen oftmals über Jahre hinaus verbunden. Sie seien, so Leistner, zwar erst einmal etwas zurückhaltend, aber wenn man eine Beziehung zu ihnen aufgebaut tat, zeigen sie sich sehr offen. Noch eine Eigenschaft, die an seinen Gästen mag und seinen Landleuten nahe bringen möchte.

Gastfamilien gesucht

Im Jahr 2016 sucht die Deutsch Finnische Gesellschaft Gera wieder Familien in Ostthüringen, die bereit sind, eine finnische Schülerin oder einen finnischen Schüler für einen vierwöchigen Aufenthalt im Juni 2016 bei sich aufzunehmen.
Die Schüler sind 16 bis18 Jahre alt und kommen aus verschiedenen Teilen Finnlands. Sie haben in der Schule Deutsch als Fremdsprache gelernt und können sich daher bereits recht gut verständigen.
Da sie während ihres Deutschlandaufenthaltes die 11. Klasse einer gymnasialen Oberstufe am Wohnort der Gastfamilie besuchen sollen, wären Familien mit gleichaltrigen Jugendlichen wünschenswert, aber auch andere Familien sind als Gastgeber geeignet.
Nähere Informationen unter: www.dfg-gera.de oder telefonisch unter 0151/52950865 und 0365/7313447.
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