Kalender für den gemeinen Mann

Wann? 16.04.2015 19:00 Uhr

Wo? Osterburg, Schloßberg 14, 07570 Weida DE
Weida: Osterburg | Die neue Ausstellung in der Remise des Osterburgmuseums will die Dimension ZEIT in den Mittelpunkt rücken. Zeit ist nur ein Beispiel aus der breiten Palette von Naturphänomenen und technischen Systemen, die später einmal im Neuen Schloss der Osterburg im Wortsinn „begreifbar“ werden sollen. Schülerlabore, Experimentierstationen und Ausstellungsflächen zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen – all das verbirgt sich hinter dem Namen WISSENS-SCHLOSS.
Die Ausstellung „Der Osterburg Zeit geben“ will Brücke sein. Sie will der Osterburg die Zeit geben, die nötig ist, um das Wissens-Schloss zu etablieren. Sie will aber auch den Besuchern die Zeit nahe bringen. Zeit kann man messen, beschreiben, einteilen, verschwenden – eines jedoch nicht: Man kann sie nicht anhalten. Zeit vergeht oder Tempus fugit, wie schon die Römer wussten.
Also spielen Zeitmesser eine Rolle in der neuen Ausstellung. Das sind nicht nur Uhren, die Atomuhr z.B. auch ein Turmuhrwerk und die Weltzeituhr.
Besonderes Augenmerk wurde auch auf Kalender gelegt. So haben wertvolle historische Scheibkalender aus der Region einen Platz gefunden. Diese werden in einem begleitendem Vortrag dargestellt.

Der Referent, Herr Dr. Klaus-Dieter Herbst, forscht seit 2002 zu den Kalendermachern und zum Kalenderwesen im 16., 17. und 18. Jahrhundert und erarbeitet zur Zeit am Institut Deutsche Presseforschung (Universität Bremen ) ein Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750. Gleichzeitig ist er Herausgeber sorgsam edierter Nachauflagen von historischen Kalendern.


In dem Vortrag wird der Schreibkalender als dasjenige Druckmedium, das in der Frühen Neuzeit praktisch in jedem Haushalt vorhanden war, vorgestellt. Dabei wird besonders Bezug genommen auf die im vogtländischen Langenwetzendorf entdeckten rund einhundert Exemplare aus der Zeit von 1662 bis 1755 sowie auf die im 18. Jahrhundert in Weida verkauften Kalenderreihen. Schließlich wird das Bestreben einiger Kalendermacher in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vorgestellt, den astrologischen Aberglauben aus den Kalendern herauszudrängen. Hierzu werden vor allem Kalender gezeigt, die in der weltweit größten Kalendersammlung im Stadtarchiv Altenburg (rund 3700 Jahrgangsexemplare zwischen 1644 und 1861) überliefert sind. Hier finden sich viele als nicht überliefert geglaubte, wie der „Europäisch(e) Wundergeschichten Calender“ für 1670 von Grimmelshausen, sowie zahlreiche bisher unbekannte Kalenderreihen, wie die von Georg Albrecht Hamberger. Dieser Mathematikprofessor aus Jena war bislang nicht als Kalendermacher bekannt; ein „Verbesserter und von allem Aberglauben gereinigter Calender“ weist ihn jedoch als Verfasser aus.
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