Kammersänger Teruhiko Komori lädt ein zum Abschied

Wann? 15.07.2012 19:30 Uhr

Wo? Bühnen der Stadt Gera, Theaterplatz, 07545 Gera DE
Bariton Teruhiko Komori gab am 28. April 2012 im Konzertsaal des Geraer Theaters mit dem Liederzyklus "Die schöne Müllerin" eines seiner letzten Konzerte in Thüringen.
 
Am Flügel begleitet ihn die erfahrene Solo-Repetitorin Yoko Hattori aus Tokio.
Gera: Bühnen der Stadt Gera | Ein Japaner reifte in Thüringen vom Gesangsgesellen zum Meistersinger /
+++ aktualisiert: 2012-06-10:
Am 10. Juni tritt Teruhiko Komori zu seiner letzten tpt-Premiere auf - in "Die lustigen Weiber von Windsor" als Herr Fluth im Landestheater Altenburg. +++

Am 3. Juli singt er letztmals in einer Altenburger Aufführung der "Zauberflöte".
Am 15. Juli gibt er in "I Capuleti e i Montecchi" seine letzte Geraer Vorstellung.

+++ Schubert-Konzert am 6. Mai ab 17 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus Weimar +++
Am 8. Mai musizieren Teruhiko Komori und Pianistin Yoko Hattori in der Geraer Bühne am Park: Sie bieten einen Abend mit Opern-Arien. Außerdem erklingen Klavierstücke von Debussy und Ravel. +++

Was macht ein japanischer Kammersänger aus Gera im Weimarer Rudolf-Steiner-Haus mit der „Schönen Müllerin“ in den Tonfolgen Franz Schuberts und Versen Wilhelm Müllers? Er brilliert als Interpret. Und er verabschiedet sich bewusst dort auf seine Weise zugleich von Freunden mit einem besonderen (Benefiz-)Konzert. Am 6. Mai ab 17 Uhr ist das der Anlass für den letzten Auftritt Teruhiko Komoris in der Goethe-Stadt. Nach 17 Jahren Sanges-Lehre und -Meisterschaft in deutschen Landen wird der Bariton das Musiktheater-Ensemble von Theater&Philharmonie Thüringen verlassen und in seine Geburtsstadt Tokio zurückkehren.

Aus Japan, so schrieb der 45-jährige in seiner sehr persönlich formulierten Einladung, reiste extra dazu seine „Lieblingspianistin“ Yoko Hattori an, mit der er seit acht Jahren schon in der alten Heimat eine Konzertserie unter dem Titel „Duo Recital“ gestaltet. Ja, Komori möchte noch einmal glänzen und wage sich jetzt erst an den schweren Kunstlied-Zyklus Schuberts, sagte er nach der Müllerin-Aufführung im Geraer Konzertsaal. Er setzte er hinzu, die Zeit mit dem Studium in Berlin, mit 12 Jahren in Thüringen, vielfältigen Rollen und Projekten, vielerlei Kursen und prägenden Bekanntschaften habe er als eine „Gesellenzeit“ betrachtet.
Dass er im Vorjahr vom damaligen tpt-Generalintendant Professor Matthias Oldag zum wohl einzigen japanischen Kammersänger erhoben wurde, ist so ungewöhnlich für ihn, wie außerordentlich ehrenhaft. Jetzt aber habe er das starke Gefühl, die Zeit erreicht zu haben, um den nächsten Schritt zu machen: Teruhiko Komori möchte seine Erfahrungen in der Heimat weitergeben.
Und dann ist da noch ein innerer Druck, den er ein gutes Jahr nach dem Erdbeben und der Reaktor-Katastrophe von Fukushima so beschreibt: „Ich spüre ein schlechtes Gewissen, in Europa in Sicherheit zu sein.“ 2011 fesselten ihn die schlimmen Nachrichten aus Japan oft stundenlang ans Internet. Zwar gestaltete er mit „Perlen aus Opern“ Benefizkonzerte für die Unterstützung konkreter Hilfsvorhaben, wie etwa zum Wiederaufbau der zerstörten Sendai-Philharmonie. Offenbar ist ihm das jedoch nicht genug. Außerdem bahnt sich für 2013 an, dass Komori eine Hauptrolle in einer Opern-Produktion übernehmen wird, die sich mit der wahren Geschichte von Sendai beschäftigt.

In Thüringen baute Teruhiko Komori eine besondere Beziehung zur Waldorf-Pädagogik auf. Für mehrere Jahre war er Vorstandsmitglied und musizierte in Gera, Jena und Weimar auch zugunsten dieser Schulform. Seine Frau Tokiko, selbst ausgebildete Sopranistin, übernahm Unterricht im Fach Eurythmie als Klavierbegleiterin. Auch in diesem Jahr führt sie ein Projekt mit der fünften Klasse ihres Sohnes zu Mozarts „Zauberflöte“. Kento spielt dazu Cello. Damit erklärt sich also auch der Ort des Abschiedskonzerts in Weimar.

Der öffentliche Abend mit Teruhiko Komori und Yoko Hattori ist eintrittsfrei zu erleben. Der Kammersänger wird aber eine Spendenbox aufstellen. Die Gelder sollen den Plänen für Sendai oder der Japanischen Assoziation für klassische Musik zufließen, die im Katastrophengebiet Reparaturen kaputter Instrumente an Schulen veranlasst. Es wird ganz sicher ein kunstvoller wie bewegender Abschied mit dem mehrfach zum Publikumsliebling des Jahres gewählten Sänger von Theater&Philharmonie.

Am 8. Mai musizieren Kammersänger Teruhiko Komori und Pianistin Yoko Hattori noch einmal in der Geraer Bühne am Park: Sie bieten einen Abend mit Arien aus “Rigoletto”, “La Traviata”, “Don Carlos”, “Otello”, “Falstaff”, “Tosca”, “Der fliegende Holländer” und “Die tote Stadt”. Außerdem erklingen Klavierstücke von Claude Debussy und Maurice Ravel.

+++ Aktualisierung vom 29.05.2012 +++
Mit der Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera e.V. veranstaltete der Kammersänger schon mehrfach Liederabende und Benefizkonzerte. Einmalig wird
nun der Treffpunkt am 3. Juni zur Sonderausgabe von „Theatercafé“ in der Bühne am Park. "Japan spezial" oder die Komoris dieses Mal ganz in Familie, d.h.: Ehefrau Tokiko, die Teruhiko einst im Chor bei „Madame Butterfly“ kennenlernte, wird mit ihm erstmals öffentlich im Duett singen. Sohn Kento spielt Cello mit seinem Lehrer Matthias von Hintzenstern vom Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera. Traditionelle Lieder aus Japan bieten sie zu dritt oder am Klavier begleitet von Repetitor Takahiro Nagasaki. Und die Komoris werden wohl mit dem Moderator Günter Markwarth und dem Publikum persönlicher als sonst; über die 12 Jahre in Gera und mit Ausblick auf ihre Zukunft in Tokio.
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