Kriegsspuren - eine Meditation zur Friedensdekade

Gera: Trinitatiskirche |

„Darum fürchtet euch nicht vor ihnen.
Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern.
Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.“ Matth.10,26-28


"Die Wahrheit hat weder Waffen nötig, um sich zu verteidigen, noch Gewalttätigkeit, um die Menschen zu zwingen, an sie zu glauben. Sie hat nur zu erscheinen, und sobald ihr Licht die Wolken, die sie verbergen, verscheucht hat, ist ihr Sieg gesichert." Friedrich II. von Preußen
Das erste Opfer in einem Krieg, so lehrt die Erfahrung, ist die Wahrheit. Eine der schmerzhaftesten Spuren, die Kriege in den Seelen von Menschen und Völkern hinterlassen, sind eine direkte Folge von Gerüchten und Lügen. Der Gewalt geht immer Propaganda voraus. Sie entstammt der Hölle und kann Seelen verderben.
Internationalen Konflikten wie der Irakkrieg, die Ukrainekrise oder die Kurdisch-Türkische Konfrontation wurde durch gezielte Propaganda der Weg bereitet. Im Internet tobt ein unduldsamer Informationskrieg. Selbsternannte Wutbürger, rechtsradikale Agitatoren, Muslimische Fanatiker aber auch fundamentalistische Christen verbreiten Geschichten, die in das eigene, enge Weltbild passen. So soll Ablehnung, Ausgrenzung und Hass unter die Leute gebracht werden. Die Wahrheit bleibt dabei oft genug auf der Strecke. Diese verbale Gewalt hinterlässt dann ganz konkrete Brandspuren auf unserer Landkarte. Selbst der globale Drogenkrieg, eine unterschätzte Quelle von Destabilisierung und Menschenrechtsverletzungen, nährt sich von Halbwahrheiten und bequemen Feindbildern.
Das Wort Gottes wird uns enttäuschen, weil es uns enttäuschen will. Auch wir sind eingesponnen in ein Netz aus Ausreden, Werbung, Vorurteilen und Selbsttäuschungen. Die Spuren der Unwahrheit können aktuelle Konflikte überdauern und langfristig das Zusammenleben vergiften. Wir glauben zu oft nur das, was wir glauben wollen. Die gefährlichste Täuschung ist die Selbsttäuschung. Gottes Wort konfrontiert uns mit unseren Lebenslügen. Es will uns ent-täuschen, uns von der Lüge befreien und helfen, die Wahrheit zu sehen. Solch Enttäuschung tut zwar weh, aber wird sich als notwendig und heilsam erweisen. Buße, diese alte und zu Unrecht vergessene geistliche Übung, hilft uns, die Spuren des Propagandakrieges zu verlassen und uns von Gott in der Wahrheit stark machen zu lassen.
Vereinfachte Welt- und Feindbilder sind bequem. Wer sie in Frage stellt, der wird für Andere unbequem und handelt sich Schwierigkeiten ein. Wer sich der Propaganda entgegenstellt, der bringt sich in Gefahr. Friedensspuren sind Wahrheitsspuren; und die Wahrheit ist nicht neutral. Sie nimmt Partei für verfolgte, entwürdigte und leidende Menschen.
Es braucht Mut, sich ent-täuschen zu lassen, sich der Wahrheit zu stellen. Noch mehr Courage wird uns abverlangt, wenn wir diese Wahrheit gegen Propaganda und Lüge offensiv verteidigen wollen. Schnell werden wir dann selbst das Ziel von Diffamierung und Hass.
„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können“. Jesus redet ehrlich mit uns. Er weist uns auf die Gefahr hin, die Wahrheitssuchenden droht. Sein „Fürchtet euch nicht“ bedeutet eine Zumutung im wahrsten Sinn des Wortes. Er verweist uns auf Gott, der für uns zu einer Quelle wird, aus der wir Wahrheit und Mut gleichzeitig schöpfen können.
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4 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 11.11.2016 | 09:07  
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Renate Jung aus Erfurt | 12.11.2016 | 23:27  
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Mike Picolin aus Gera | 13.11.2016 | 10:38  
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Mike Picolin aus Gera | 13.11.2016 | 10:40  
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