Kunst aus Styropor

Mit der Drahtbürste bearbeitet Marco Meinhard gerade einen Hundekopf für ein neues Tierprojekt in Gera. Die Skulpturen können ohne Probleme im Außenbereich aufgestellt werden. Styropor weißt das Wasser ab und um es Wetterfest zu machen, wird das Kunstwerk gespachtelt oder mit einer Kunststoffschicht überzogen.
 
Für die Public Viewing Arena in Gera zur diesjährigen Fußball EM wurde dieser Pokal gebaut. An diesem wurde mehrere Wochen bis zur Fertigstellung gearbeitet.
Als Zahntechniker ist man ein filigraner Künstler. Wie man von diesem Beruf zur Styroporkunst kommt, ist für machen Freund von Marco Meinhard noch immer ein Rätsel. Für ihn ist es die Erfüllung, denn er kann sich in seiner Kunst ausleben. „Ich habe schon als Kind viel geschnitzt und mit Ton modelliert und so kam es auch, dass ich eine Ausbildung zum Zahntechniker gemacht habe. Der Beruf ist sehr interessant, aber alles sehr steril und filigran. Künstlerisch nicht gerade ansprechend, aber diese Seite wollte bei mir immer raus und so habe ich zum Ausgleich angefangen Dekorationen für Veranstaltungen zu bauen“ erzählt der 38 jährige Geraer. Doch Holz und Ton kamen für ihn nicht in Frage. „Styropor ist leicht, gut zu bearbeiten und die Größe eines Objektes spielt hierbei keine Rolle. Man sieht dies zum Beispiel an meinem gebauten Buddha. Er ist über 6 Meter groß und Materialien in dieser Größe, aus denen man ein solches Kunstwerk schnitzen kann, werden viel zu schwer“ erzählt er weiter. Gleich mit diesem ersten Projekt, dem Buddha, sorgte er im Jahr 2008 für Erstaunen in Gera. Diesen baute er zum hundertjährigen Bestehen der Villa Bardzki. Dort stand die Skulptur über ein Jahr, bevor sie per Schwertransport nach Saalburg kam und jetzt das eine Art Maskottchen des Festivals SonneMondSterne ist. (http://www.meinanzeiger.de/gera/ratgeber/was-ist-a...)

Mit dieser ersten Arbeit machte er sich einen Namen bei den Veranstaltern in Ostthüringen. Er suchte sich eine Firma welche ihm die Styroporblöcke in jeglicher Form gießt, aus welchen dann die Kunstwerke entstehen. „Man muß sich das wie bei einem Bildhauer vorstellen. Ich arbeite mit Beil, Pfeile und Drahtbürste an den Skulpturen. Dabei sehe ich das fertige Werk schon vor meinem inneren Auge bevor ich überhaupt anfange. Es sprudelt dann einfach aus mir heraus und bisher war jeder mit dem Endergebnis zufrieden. Ich zeichne vorher auch nichts auf die Blöcke auf, denn zugegeben ich kann nicht zeichnen. Das was ich mache gebe ich in den dreidimensionalen Objekten wieder“ so der Styroporkünstler, während er an der Dekoration für ein Jenaer Festival arbeitet.

Schweißtreibend ist die Arbeit in jedem Fall, denn die genaue und akribische Bearbeitung der Blöcke ist nicht so einfach, auch wenn das Material Styropor ist. Wie er selbst sagt sind nicht nur die Formen einer Skulptur wichtig. Bei manchen Arbeiten erkennt man erst was es ist, wenn es noch weiter künstlerisch bearbeitet wurde. So werden die Arbeiten meist mit Farben, Soffen oder Licht richtig in Szene gesetzt und geben den letzten Schliff.
Auch die Industrie ist auf das Material aufmerksam geworden und so werden seit einigen Jahren kleinere Dekorationsartikel in Massen gefertigt. Arbeiten wie die von Marco Meinhard gibt es jedoch sehr wenige. Deshalb freut es ihn wenn seine Kunst gewürdigt wird und er sein Wissen an interessierte weiter geben kann. Auch Kinder will er für die Styroporkunst begeistern und hat deshalb das Projekt „Form und Farbe auf weißem Styropor“ ins Leben gerufen. „Wir sind damit an Geras Schulen und auf Festen im Umkreis unterwegs. Jung und Alt können auf den Platten ihr Wunschobjekt zeichnen und gemeinsam wird dies dann mit thermischer Bearbeitung ausgeschnitten. Danach kann das Objekt weiter bearbeitet und bemalt werden. So sind schon ganz tolle Objekte entstanden und vor allem Kinder lernen dabei den Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen“ so Marco Meinhard. Sein neustes Projekt „Deutschlands größter Weisheitszahn“ steckt noch in den Startlöchern. Auch hier hat er die Umsetzung schon im Kopf und ist gerade dabei das Projekt bei verschiedenen Sponsoren vorzustellen. Der Zahn soll für die Kinder im inneren Begehbar sein, so dass Sie den Aufbau kennen lernen und sehen was passiert wenn die Zähne nicht geputzt werden und Karies Einzug hält.

Bisher umgesetzte Projekte

2008 Bau eines über 6 Meter großen Buddhas, welcher nun seit 3 Jahren
bei Deutschlands größtem Festival für elektronische Musik der SMS
als Maskottchen dient
2010 plastische Gestaltungen in der LVM Arena Gera zur Fußball WM
2010 Blumenplastiken für den Hofwiesenpark Gera
2010 plastische Gestaltungen zum internationalen Springturnier in Gera
2011 Fassadengestaltung der Tierklinik Gera
2012 plastische Gestaltungen in der LVM Arena Gera zur Fußball EM
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1 Kommentar
13.085
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 19.09.2012 | 12:42  
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