Kunstsammlung Gera würdigt Schaffen von Rudolf Schäfer - Ausstellung in Orangerie

Die Sonderausstellung der Kunstsammlung Gera zeigt in der Orangerie bis 20. Mai über 70 Werke des in Gera geborenen Malers, Zeichners und Grafikers Rudolf Schäfer.
 
Die Sonderausstellung der Kunstsammlung Gera zeigt in der Orangerie bis 20. Mai über 70 Werke des in Gera geborenen Malers, Zeichners und Grafikers Rudolf Schäfer.
Gera: Kunstsammlung Gera | Sonderausstellung zeigt bis 20. Mai über 70 Werke des in Gera geborenen Malers, Zeichners und Grafikers in der Orangerie

Das künstlerische Schaffen des Geraer Malers, Zeichners und Grafikers Rudolf Schäfer (1912–1973) und seinen Beitrag für die regionale Kunstentwicklung würdigt die Kunstsammlung Gera aus Anlass des 100. Geburtstages im Jahr 2012 sowie des 40. Todestages des Künstlers in diesem Jahr mit einer umfassenden Ausstellung im Südflügel der Orangerie. Unter dem Titel „Rudolf Schäfer (1912-1973). Ein Beitrag zur Geraer Kunstgeschichte“ werden vom 2. März. bis 20. Mai über 70 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken präsentiert. Darunter befinden sich akademische sinnliche Studien und ausgewählte Leihgaben, die erstmals gezeigt werden. Die Ausstellung wird vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur unterstützt.

Rudolf Schäfer (1912 - 1973) zählt zu den Künstlern der mittleren Generation des 20. Jahrhunderts. Besonders in Gera und in der Ostthüringer Region hat er seit Ende der 1930er Jahre das künstlerische Leben mitgeprägt und große Bekanntheit erlangt. Die Kunstsammlung Gera beherbergt dank großzügiger Schenkungen der Witwe des Künstlers, Liselotte Schäfer (1914 - 2007), einen bedeutenden Teil an Gemälden und Arbeiten auf Papier aus dem Nachlass. Damit kann das Haus einen differenzierten Einblick in die künstlerische Entwicklung sowie in alle wichtigen Themenbereiche und Werkphasen vermitteln.

Rudolf Schäfer wurde am 9. Mai 1912 in Gera geboren. Seine Malerei war seit Anfang der 1930er Jahre deutlich am Stil der Neuen Sachlichkeit orientiert. Nach seinem Abitur begann Schäfer 1933 ein Studium der Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Leipzig bei den Professoren Horstschulze, Kolb und Héroux. Eine einprägsame Studienreise mit Fahrrad, Zelt und Staffelei führte ihn 1936 nach Italien. Vor allem in Florenz und Venedig entstanden zahlreiche Skizzen und Aquarelle. Ab 1937 setzt Schäfer sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München fort, will aber nicht in den NS-Studentenbund eintreten und verlässt München wieder. Im süddeutschen Raum sichert er mit Auftragsmalerei zu dieser Zeit seinen Lebensunterhalt. Während seiner Leipziger und Münchner Studienjahre wandelt seine neusachliche Bildsprache mit reduziertem Kolorit in eine nuancenreiche und atmosphärisch bestimmte Gegenstandsmalerei, die durch hohe handwerkliche Solidität geprägt ist. 1940 wird Schäfer als Soldat zum Kriegsdienst eingezogen und im Nachrichtendienst sowie als Dolmetscher eingesetzt. Während dieser Zeit entstehen zahlreiche naturalistische Porträt- und Landschaftsstudien, die bislang kaum öffentlich gezeigt wurden. Ab 1946 richtet er sich in Gera ein eigenes Atelier in der Nikolaistraße 12 ein und ist als freischaffender Künstler tätig. Von nun an nimmt der Künstler regelmäßig an allen regionalen Kunstausstellungen teil.

Schäfers Kunst bleibt stets dem gegenständlich Figurativen verpflichtet. Seine Themenpalette umfasst empfindsame Porträts und die Schilderung des Menschen in unterschiedlichen Lebensstufen. Aber auch die Vorstadt, die Bautätigkeit und der Mensch in seiner Arbeitsumgebung waren für den Maler anregende Motive. Lebendig und stimmungsvoll erfasst er immer wieder auch die Landschaft an der Weißen Elster und der näheren Umgebung. Das Experimentelle tritt dabei lediglich im Pinselduktus oder im Farbauftrag in Erscheinung. Ab 1950 beschäftigt er sich wieder verstärkt mit baugebundenen Arbeiten und sein Werk wird durch eine öffentliche Auftragskunst geprägt. Schäfer war als Lehrer am Geraer Gymnasium und als Restaurator für die Geraer Museen tätig und hat seine handwerklichen Kenntnisse auch als Zirkelleiter im künstlerischen Volksschaffen vermittelt. Im grafischen Bereich erschienen von ihm zahlreiche Pressezeichnungen und Illustrationen zu heimatgeschichtlichen Beiträgen. Rudolf Schäfer verstarb am 14. August 1973 nach schwerer Krankheit in Gera.

Das Museum für Angewandte Kunst erwartet seine Besucher – wie alle Geraer Museen – dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.


PS: Bitte bedenken Sie, dass es sich bei den Fotos der Arbeiten um keine Reproduktionen unter Studiobedingungen handelt. Die Aufnahmen entstanden in der Ausstellung und können somit geringe Farb- und Tonwertababweichungen haben.

Ein Bericht über die zeitgleich im Nordflügel der Orangerie zu sehende Ausstellung ist hier zu finden:

http://www.meinanzeiger.de/gera/kultur/bveduten-un...

Beiträge über frühere Ausstellungen der Kunstsammlung Gera:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/orangerie.h...
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4 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 07.03.2013 | 19:57  
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Steffen Weiß aus Gera | 22.03.2013 | 11:05  
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Steffen Weiß aus Gera | 11.04.2013 | 09:29  
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Steffen Weiß aus Gera | 17.04.2013 | 08:29  
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