Max Mutzke ist mehr als Stefan Raab. Geraer Songtage unterwegs im Capitol Zeitz

Max Mutzke
 
Vorband Monopunk
Zeitz: Capitol | Max Mutzke groovt, als wäre der Teufel hinter ihm her. Das Publikum im Capitol Gera zeigte sich jedenfalls begeistert.

"Durch Einander“ – Feiner Zuwachs für den Jazz

Der Satz liest sich so selbstverständlich und kommt auch keinem Menschen
unwahrscheinlich vor: Max Mutzke hat ein Jazzalbum aufgenommen. Warum denn nicht?

Schließlich hatte der Schwarzwälder schon mit 22 Jahren auf der Bühne gestanden und dort mit seinem ersten Hit „Can’t Wait Until Tonight“ Soul mit Jazz- und Pop-Facetten nonchalant so gesungen, als sei das Genre überhaupt gar kein Import hierzulande. Und an seine Stimme erinnert sich jeder, der sie damals hörte, unweigerlich bis heute.

Und jetzt singt sie also Jazz, diese Stimme.

Für Max Mutzke doch ein großer Schritt und außerdem die Erfüllung eines lange heran gereiften Wunsches. „Die Idee“, sagt Mutzke, „entstand aus dem Gespräch mit einem Freund, dem ich erzählte, den Jazz beinahe ein bisschen verraten zu haben. Ich habe diese Musik quasi als Kind schon aufgesogen und mich ihr dann lange, viel zu lange Zeit nicht mehr gewidmet“. Das wird übrigens auch der Hörer denken, wenn er „Durch Einander“ zum ersten Mal hört.

Zudem wird er sich Mutzkes sympathisch undogmatische Definition dessen, was Jazz nun eigentlich ist, zu eigen machen: „Jazz ist für mich genauso wenig klar wie der Begriff Soul. Wenn man sich ansieht, wer etwa den Soul mit erfunden hat, Al Green, James Brown, Marvin Gaye, Donny Hathaway, das war ja alles Soul, Neville Brothers, Crusaders, aber alles war total unterschiedlich. Für den Jazz gilt das Selbe“. Für den von Max Mutzkes Album sogar noch ein bisschen mehr.

Die Berührungsängste mancher Menschen mit dem Jazz, mit seiner Größe, Historie und gelegentlichen Kopflastigkeit, sie verfliegen hier bereits beim ersten von 17 Songs. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Mutzke und sein exquisites Team aus Musikern und Gästen „Durch Einander“ so aufgenommen haben, wie in den Sixties die Blue Note-Stars ihre Alben einspielten: Alle gemeinsam in einem Studio, konzentriertes Arbeiten, keine Zeit verschwenden, keine Overdubs, möglichst schon den ersten Take als Sternemenü auf den Tisch stellen. Und: Spaß haben, den man später hören kann. „Ich hatte tierisch leckere Spezialitäten aus dem Schwarzwald mitgebracht, Schinken, Bier, Brot, und bereits am Vorabend war ’Michelle’ von den Beatles quasi im Kasten“, erzählt Mutzke mit hörbarer Begeisterung. Um 21 Uhr hatten wir zwölf Songs fertig und waren mit jedem davon auch noch total glücklich. Und am nächsten Tag trafen wir uns tatsächlich alle um 11 Uhr und waren um 19 Uhr mit den restlichen Songs durch. Nicht einmal zwei Studiotage für das ganze Album“.

Das Ergebnis wirkt wie ein gewaltiger Monolith und ein arabeskes Mosaik zugleich, es klingt mal luftig leicht und dann wieder ehern, mal frühlingsheiter und mal melancholisch wie ein verregneter Novembertag. Max Mutzke singt mal deutsch, mal englisch Songs von Ideal und Bill Withers, singt Marvin Gayes „What’s Going On“, Madsens „Vielleicht“ und Klees „Du und ich“, brilliert in Billy Prestons „You Are So Beautiful“ ebenso wie in Radioheads „Creep“, Stings „Every Breath You Take“ und Alicia Keys’ „Empire State Of Mind“, die am Ende allesamt zu Mutzke-Songs geworden sein werden.

Live wird Max Mutzke unterstützt von Maik Schott (Keyboards), Danny Samar (Bass) und Tobias Held (Drums).

Weiter geht es mit den Geraer Songtagen am heutigen Samstag, 21 Uhr, mit Lisa Bassenge im Puppentheater Gera.

Alles über die Songtage ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/songtage.ht...
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 23.03.2013 | 01:02  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 23.03.2013 | 12:26  
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