Möchten Sie das Kunsthaus Gera kaufen?

Im Oktober 2008 wurde das Projekt Kunsthaus Gera der Öffentlichkeit vorgestellt.
 
Ständig wurden Informationsveranstaltungen durchgeführt, die unter der Bevölkerung reges Interesse fanden.
Das Kunsthaus Gera war eine große Vision für die Stadt. Jetzt ist sie gestorben, bevor sie wahr wurde.

Die Stadtverwaltung teilt dazu Folgendes mit:

Die Stadt Gera sucht einen Investor für das leerstehende Gebäude der ehemaligen Landeszentralbank am Hofwiesenpark. Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn hat ein Interessenbekundungsverfahren in Gang gesetzt. Es wird am Wochenende in der FAZ sowie im Kommunalen Anzeiger der Stadt veröffentlicht. Darüber unterrichtete die Rathauschefin am Montag die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates. Bis zum 12. Oktober läuft die Frist zur Abgabe von Interessenbekundungen. Im Anschluss will Frau Dr. Hahn gemeinsam mit dem Stadtrat die Angebote sichten, das weitere Verfahren abstimmen und die erforderlichen Beschlüsse vorbereiten.

Oberbürgermeisterin Dr. Hahn hatte mit ihrem Amtsantritt am 1. Juli 2012 einen umfassenden Kassensturz veranlasst. Zu den bisherigen Ergebnissen gehört, dass der mit rund 8,4 Millionen Euro veranschlagte Umbau der ehemaligen Landeszentralbank zum Kunsthaus zu keinem Zeitpunkt finanziell untersetzt war. Der städtische Eigenanteil sollte über Spenden aufgebracht werden. Auf den beiden Konten befinden sich 192.983,10 Euro bzw. 1080,04 Euro (Stand: 31. Juli 2012) und damit nur rund zehn Prozent der benötigten Gelder. Bis Ende 2013 stehen auch keine Städtebaufördermittel zur Verfügung. Gemäß einer Abstimmung mit dem Bauministerium vom September 2011 hätte eine Planung mit deutlich reduzierten Umbaukosten vorgelegt werden müssen – das ist nicht erfolgt. Ob für einen späteren Zeitpunkt Städtebaufördermittel zu erwarten wären, ist gegenwärtig völlig offen.

Eigentlich hätte das Kunsthaus zum 120. Geburtstag von Otto Dix, am 2. Dezember 2011, eröffnen sollen. Bereits 2008 hatte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, das Gebäude der ehemaligen Landeszentralbank zu kaufen und zum Kunsthaus umzubauen. Bekanntlich ist dieser Stadtratsbeschluss zum Umbau in ein Kunsthaus – und in der Folge das Museumskonzept der Stadt Gera – nicht erfüllt worden. Dabei war immer suggeriert worden, die Fördergelder für das Kunsthaus lägen faktisch auf der Straße und müssten eigentlich nur eingesammelt werden.

„Angesichts der Tatsache, dass das Ziel, zum 2. Dezember 2011 das Kunsthaus zu eröffnen, nicht erreicht wurde und auf absehbare Zeit auch nicht realisiert werden kann, die leerstehende Immobilie aber jährlich Kosten in sechsstelliger Größenordnung verursacht, habe ich mich zum Handeln veranlasst gesehen“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Hahn. „Angesichts der vielen notwendigen Aufgaben, die unsere Stadt zu erfüllen hat, ist es nicht hinnehmbar, den gegenwärtigen Status länger aufrechtzuerhalten, anstatt nach Alternativen zu suchen“, erläutert sie. „Im übrigen schadet es der Otto-Dix-Stadt Gera, Gefahr zu laufen, mit dem Chipperfield-Bau Jahr für Jahr im Schwarzbuch der Steuerzahler negativ benannt zu werden“, stellt Frau Dr. Hahn klar.

Die Oberbürgermeisterin unterrichtet über den aktuellen Sachstand das Kunsthaus-Kuratorium. „Mein ausdrücklicher Dank gebührt allen Kunstmäzenen und Bürgern, die sich materiell und ideell für das Projekt Kunsthaus engagiert haben. Sie haben es im guten Glauben getan, das Image der Stadt positiv zu prägen. Dem steht entgegen, dass dieses Prestigevorhaben in keinster Weise finanziell auf soliden Füßen stand“, hebt Frau Dr. Hahn hervor.

Das auf den Weg gebrachte Interessenbekundungsverfahren ist ergebnisoffen. So ist durchaus denkbar, dass sich eine Stiftung oder ein anderer Investor ein Kunsthaus in der Immobilie vorstellen kann. Die Stadt erwartet ein Mindestgebot von vier Millionen Euro. Fördermittelrückzahlungen dürfen nicht zu Lasten der Stadt Gera gehen. „Gelder aus dem erzielten Erlös sollten in die Sanierung unserer vorhandenen Museen fließen bzw. für das Schulbauprogramm als vordringlichste Maßnahme verwendet werden“, sagt Frau Dr. Hahn und verweist in dem Zusammenhang auch auf den Investitionsstau, der u.a. am Otto-Dix-Geburtshaus in Untermhaus sowie im Naturkundemuseum, dem ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt, besteht.


Mehr zum Thema Kunsthaus ist hier zu erfahren:

http://www.meinanzeiger.de/gera/themen/kunsthaus.h...
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Karin Jordanland aus Artern | 12.09.2012 | 09:45  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 12.09.2012 | 10:59  
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Tobias Kramny aus Gera | 12.09.2012 | 13:20  
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Karin Jordanland aus Artern | 12.09.2012 | 13:29  
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Karin Jordanland aus Artern | 12.09.2012 | 13:30  
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Hannelore Grünler aus Artern | 12.09.2012 | 21:14  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 12.09.2012 | 23:13  
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Karin Jordanland aus Artern | 13.09.2012 | 12:06  
Simone Schulter aus Weimar | 13.09.2012 | 14:08  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 13.09.2012 | 22:44  
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Renate Jung aus Erfurt | 18.09.2012 | 22:19  
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Steffen Weiß aus Gera | 19.09.2012 | 06:57  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.09.2012 | 18:23  
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Steffen Weiß aus Gera | 19.09.2012 | 19:32  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 19.09.2012 | 23:22  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.09.2012 | 23:25  
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