ökumenisches Friedensgebet Gera "Was ihr getan habt..."

Mahnwache vor St. Trinitatis für die Opfer von Rassismus undfremdenfeindlichkeit
Gera: Trinitatiskirche | Predigt im Friedensgebet
19. September 2015 Gera
Thema: Flüchtlinge

"Wahr ist es: Was immer ihr einer meiner Schwestern oder einem meiner Brüder, was immer ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan" spricht Jesus! (Matth. 25,40)

Sie kamen am Abend. Die Sonne war fast schon hinterm Horizont untergegangen, da hörten wir die ersten Gewehrsalven und das Schreien dieser Männer. Sie drangen ohne Vorwarnung in unsere Häuser ein. Wir hatten alle Todesangst, sag ich dir. Wir waren fast schon froh, dass sie uns nicht töteten, sondern nur auf einen Lastkraftwagen pferchten. Nur entführten! Welch schreckliches Missverständnis, denn was dann kam, war furchtbarer als der Tod! Tag und Nacht wurden wir angebrüllt. Wir kamen kaum zum Schlafen. Wir sollten unseren Glauben verleugnen, sonst würde man uns erschießen. Unsere Familien würden wir nie wieder sehen! Vergesst Mama und Papa, sagten sie. Vergesst eure Geschwister und Freunde. Ihr seid jetzt unser Eigentum….Manche Mädchen waren 15, 16 Jahre alt, andere erst 10 oder 11. Es war ihnen egal…

Die Fanatiker setzen bei ihren Geiseln – rund 1500 vorwiegend christliche Mädchen werden in ihrer Hand vermutet – sexuelle Gewalt als Waffe in einem Krieg ein, den sie ähnlich wie die islamistische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Nordirak mit allen Mitteln führen. Sexuelle Gewalt ist aus den Konflikten in Bosnien, Ruanda, Sierra Leone und Kongo bekannt. Die Kriegsparteien pflanzen in gewisser Weise den Hass der nächsten Generationen ein, indem sie die besiegten oder gefangenen Frauen ihre Kinder austragen lassen.

Der 30. April 2015 war für 234 Mädchen und junge Frauen in Nigeria ein Glückstag. An diesem Tag wurden sie von der nigerianischen Armee aus den Fängen der radikal-islamischen Terrormiliz Boko Haram befreit, die sie Monate zuvor überfallen und entführt hatte. Die vorwiegend christlichen Mädchen wurden zwangsverheiratet - und fast alle sind nun schwanger, manche mit AIDS oder anderen Krankheiten infiziert. Und noch so viele Familien hoffen, hoffen oft vergeblich, dass ihre Kinder doch noch nach Hause zurückkommen.

Ich will das alles nicht mehr aushalten müssen. Ich will denen nicht in die Hände fallen. Ich warte nicht, bis die kommen. Ich geh. Sagt ruhig Flüchtling zu mir, denn es stimmt: ich fliehe vor dieser Barbarei. Wo werde ich einen Platz finden ohne Angst?

Brandstiftung und weitere Anschläge auf Asylbewerberunterkunft:
Weissach, Aue, Salzhemmendorf, Stuttgart, Nauen, Leipzig, Vorra, Escheburg, Freiberg, Tröglitz, Limburgerhof, Zossen, Meißen, Lübeck, Reichertshofen, Böhlen, Remchingen, Wismar…


"Wahr ist es: Was immer ihr einer meiner Schwestern oder einem meiner Brüder, was immer ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan" spricht Jesus! (Matth. 25,40)

Es war ein langer und gefährlicher Weg, den Awet Musgna für ein sicheres Leben nehmen musste: aus der Militärdiktatur in seinem Heimatland Eritrea über Äthiopien und den Sudan durch die Sahara nach Libyen und in ein libysches Gefängnis geführt, in die Hände von Schleusern und schließlich in ein kleines Boot, mit dem er nach fast einjähriger Reise an einem Strand Siziliens angekommen ist.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beschreibt Eritrea als eines der repressivsten Regime der Welt. Der Uno-Menschenrechtsrat wirft dem Regime in Eritrea willkürliche Hinrichtungen und systematische Folter vor. Die massiven Verletzungen der Menschenrechte könnten "den Tatbestand von Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllen", heißt es in einem neuen Bericht der eigens einberufenen Eritrea-Untersuchungskommission.

Du kannst dir das nicht vorstellen. Du gehst mit Angst ins Bett und stehst mit Angst wieder auf. Jeder Atemzug ist erfüllt mit Willkür. Jeden Moment kann die Geheimpolizei kommen, dich ohne Grund verhaften. Das Geständnis foltern sie schon aus dir heraus. Mengista, der ging mit mir zur Schule, den haben sie an Armen und Beinen aufgehängt und stundenlang extremer Hitze ausgeliefert. Und dann der Militärdienst. Alle sollen ihn ableisten, Männer und Frauen, regulär für 16 Monate. Aber die Dienstzeit wird oft verlängert. Einfach so. Jahr um Jahr bleibt man dann in den Klauen der Militärs. Weigert man sich, den Dienst zu tun, kommt man sofort ins Gefängnis. Du hast einfach keine Chance – außer zu fliehen. Weg, weit weg von diesem täglichen Terror. An einenort ohne Angst, mit einer Perspektive. Ich möchte gerne Mechaniker lernen, vielleicht Automechaniker, in jedem Fall etwas Handwerkliches. Ich will einfach nur eine Zukunft.

Internetkommentar:
all diese scheinasylanten, sofort abschieben, zurück wo sie herkommen. Ich bin kein nazi, aber wir haben selbst genug probleme ohne dieses pack. Das wird man wohl noch sagen dürfen. der?

"Wahr ist es: Was immer ihr einer meiner Schwestern oder einem meiner Brüder, was immer ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan" spricht Jesus! (Matth. 25,40)

Viele Flüchtlinge, die vom Westbalkan nach Deutschland kommen, sind Roma. Stammen sie aus Serbien, Bosnien-Herzegowina oder Mazedonien, werden sie zurückgeschickt. Diese Staaten gelten als sichere Herkunftsländer, obwohl sie dort Diskriminierung und Übergriffe erleben.

Ich wohnte auch in Belvil. Das ist, oder genauer gesagt war eine traditionelle Wohnsiedlung von uns. Viele Jahre konnten wir dort leben, doch dann kam die Polizei und zwang uns, unsere Wohnstätte zu verlassen. Über Tausend Menschen wurden von einem Tag auf den andern einfach vertrieben! Wir verloren ein Stück zu Hause, den geregelten Tagesablauf, unseren Job! Unsere Kinder werden in der Schule sowieso immer benachteiligt, aber nach der Zwangssiedlung wurde alles noch viel schwerer. Erst nehmen sie uns unsere Lebensgrundlage, und dann beschimpfen sie uns in der Presse als faul und asozial! Wie verlogen das alles ist. Rechtlos werden wir seit Jahrhunderten behandelt, viele aus unserem Volk wurden in Stalins und Hitlers Lagern ermordet, aber verbessert hat sich unsere Lage bis heute nicht. Ganz im Gegenteil!

Bei Roma-feindlichen Ausschreitungen hat es am Sonntag in einem Vorort der serbischen Hauptstadt Belgrad 14 Verletzte gegeben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Beta protestierten mehrere Einwohner des südlichen Vororts Resnik gewaltsam gegen die Aufstellung von Wohncontainern für Roma-Familien.
Sie bewarfen demnach die Polizei mit Steinen und Flaschen. Zwölf Beamte und zwei Bewohner des Vororts wurden laut Beta verletzt, 15 Teilnehmer der gewaltsamen Proteste wurden festgenommen. Belgrads Bürgermeister Dragan Djilas verurteilte die Ausschreitungen.
Die Stadtverwaltung will etwa 20 Roma-Familien, die derzeit unter erbärmlichen Umständen im Viertel Novi Beograd leben, provisorisch in Resnik unterbringen. Das stößt auf heftigen Protest der dortigen Bewohner.
Roma gehören nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen zu der am stärksten benachteiligten Minderheit in Serbien. Die meisten von ihnen leben in Elendssiedlungen - unter der ständigen Bedrohung, ohne Vorwarnung und Entschädigung aus ihren Behausungen vertrieben zu werden.

In der Nacht zum Sonntag haben fremdenfeindliche Demonstranten im sächsischen Heidenau zum zweiten Mal in Folge gewalttätig gegen Flüchtlinge demonstriert. Eine Gruppe von etwa 150 Rechtsradikalen warf Böller, Steine und Flaschen auf Polizisten. die Rechtsradikalen skandierten wiederholt "Sieg Heil" und machten mit "Ausländer raus"-Rufen Stimmung gegen Flüchtlinge.

"Wahr ist es: Was immer ihr einer meiner Schwestern oder einem meiner Brüder, was immer ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan" spricht Jesus! (Matth. 25,40)


Immer mehr Menschen fliehen – vor Diskriminierung, Rechtlosigkeit und Armut, vor Folter, Haft und sexueller Gewalt, vor Krieg und Bürgerkrieg.
Was sollen wir tun?

"Wahr ist es: Was immer ihr einer meiner Schwestern oder einem meiner Brüder, was immer ihr den Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan" spricht Jesus! (Matth. 25,40)
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige